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Neun Monate zur BewährungMechernicher verletzte mehrfach seine 15 Jahre alte Tochter

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Das Bild zeigt den Eingang des Euskirchener Amtsgerichts.

Am Amtsgericht in Euskirchen ist ein Mechernicher Vater zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Ein Mechernicher ist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte seine Tochter unter anderem mit Stahlkappenschuhen getreten.

Weil er seine 15-jährige Tochter über zwei Tage hinweg mehrfach geschlagen, getreten und verletzt haben soll, ist ein 49-Jähriger aus Mechernich vor dem Amtsgericht Euskirchen zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Zudem muss der Angeklagte 100 Sozialstunden ableisten und die Kosten des Verfahrens tragen.

Im Mittelpunkt des Prozesses standen drei Fälle gefährlicher Körperverletzung, die sich laut Anklage am 19. und 20. März 2025 ereignet haben sollen. Am ersten Tag soll der Vater seine Tochter mehrfach geschlagen und getreten haben. Nach Angaben des Gerichts trat er dabei unter anderem mit stahlkappenverstärkten Schuhen gegen Arme und Hände des Mädchens.

Mädchen wurde mehrfach mit dem Kopf gegen die Wand geschleudert

Am darauffolgenden Tag eskalierte die Situation erneut. Der Staatsanwalt schilderte, der Angeklagte habe seine Tochter am Kopf gepackt und mehrfach gegen eine Zimmerwand geschleudert. Zudem soll er gegen ihren Oberkörper getreten haben. Das Mädchen habe sich daraufhin zunächst ins Badezimmer geflüchtet. Als die 15-Jährige später davon ausgegangen sei, dass sich die Situation beruhigt habe, sei sie in die Küche gegangen.

Dort soll der Vater erneut gewalttätig geworden sein. Laut Anklageschrift schlug er seiner Tochter mit einer Suppenkelle auf den Kopf und traf sie zusätzlich mit einem Besenstiel an der Stirn. Durch die Angriffe erlitt die Jugendliche Verletzungen am Ohr sowie ein Schädel-Hirn-Trauma. Nach den Vorfällen wurde sie vom Kreisjugendamt aus der Familie herausgenommen und anderweitig untergebracht. Mittlerweile lebt sie nach Angaben des Angeklagten bei ihrer Mutter. Kontakt zu seiner Tochter habe er derzeit nicht mehr.

Es gibt Dinge, die mich getriggert haben, die aber niemals ein solches Verhalten rechtfertigen. Ich war in diesen Fällen ein Täter und kein Vater. Ich hätte meine Tochter schützen und nicht schädigen dürfen.
Angeklagter

Der 49-Jährige, Vater von insgesamt sieben Kindern aus zwei Beziehungen, räumte die Vorwürfe im Prozess weitgehend ein. Zwar habe er nach eigener Aussage nicht mehr jede Einzelheit in Erinnerung, grundsätzlich bestätigte er jedoch die Taten.

„Es gibt Dinge, die mich getriggert haben, die aber niemals ein solches Verhalten rechtfertigen. Ich war in diesen Fällen ein Täter und kein Vater. Ich hätte meine Tochter schützen und nicht schädigen dürfen“, sagte der Mechernicher vor Gericht.

49-Jähriger absolviert ein Anti-Aggressionstraining

Nach den Vorfällen habe er erkannt, dass es „so nicht weitergehen könne“. Der Angeklagte erklärte, seitdem psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen und an einem Anti-Aggressionstraining mit Schwerpunkt häusliche Gewalt teilzunehmen. Von insgesamt 26 vorgesehenen Stunden habe er bereits 22 absolviert. „Mein größter Wunsch ist es, dass ich wieder ein normales Verhältnis zu meiner Tochter habe“, sagte der 49-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung gefordert. Zusätzlich regte der Staatsanwalt weitere Auflagen an, darunter die Fortführung therapeutischer Maßnahmen sowie eine Geldauflage von 1000 Euro.

Die Verteidigung sprach sich „für eine mildere Strafe als die geforderte“ aus. Richterin Stefanie Diel verzichtete auf die Geldstrafe. „Sie sind finanziell nicht in der Lage, Unterhalt für ihre Kinder zu zahlen. Das wäre wichtiger als eine Geldstrafe“, sagte die Richterin in Richtung des Angeklagten.