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Sexueller MissbrauchFamilienvater aus Waldbröl muss für acht Jahre ins Gefängnis

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Vor dem Bonner Landgericht gestand ein heute 50-Jähriger aus Waldbröl den Missbrauch an zwei seiner vier Töchter und seiner Nichte.

Vor dem Bonner Landgericht gestand ein heute 50-Jähriger aus Waldbröl den Missbrauch an zwei seiner vier Töchter und seiner Nichte.

Schon am ersten Verhandlungstag hatte der 50-Jährige ein Geständnis abgelegt. Seine Töchter leiden bis heute an den Folgen dieser Übergriffe.

Ein Familienvater aus Waldbröl, der zwei seiner vier Töchter und einmal auch seine Nichte sexuell missbraucht hat, ist am Mittwoch vom Landgericht in Bonn zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem heute 50-Jährigen insgesamt 25 Taten vorgeworfen, geschehen in der Zeit von 2008 bis 2019.

Der Angeklagte hatte gleich am ersten Verhandlungstag, dem 20. April 2026, ein Geständnis abgelegt und um Entschuldigung gebeten.

Nach dieser Einlassung und den Schilderungen der drei jungen Frauen, die von der Jugendschutzkammer als Zeuginnen gehört worden waren, hatte der Mann die Mädchen in der elterlichen Wohnung missbraucht. Bei den ersten Taten waren sie im Kindergarten- und im Grundschulalter. Die Übergriffe sollen im Kinderzimmer und auch im Schlafzimmer der Eltern geschehen sein. Die Opfer stellten sich meist schlafend.

2010 wurde auch die Nichte des Beschuldigten ein Opfer des heute 50-Jährigen

Zum 35. Geburtstag des Angeklagten 2010 war auch seine Nichte zu Gast, die in der Wohnung übernachtete. Als sie im Kinderzimmer schlief, holte er die Achtjährige aus dem Bett und trug sie ins Wohnzimmer, legte sie aufs Sofa und verging sich an ihr. Sie habe das starr vor Angst über sich ergehen lassen, hieß es vor Gericht.

Als der Vater der Nichte davon erfuhr, stellte er seinen Verwandten zur Rede und zeigte ihn an – nahm die Anzeige aber wenig später zurück, weil er, so das Gericht, sein Kind nicht einem Ermittlungsverfahren aussetzen wollte.

Übergriffe waren ein Thema in der Familie, doch die Töchter schwiegen dazu

Die Übergriffe auf die Töchter scheinen, so lässt es sich der Begründung des Urteils entnehmen, in der Familie ebenfalls ein Thema gewesen zu sein, Konsequenzen gab es nicht. Er sei lediglich nicht mehr zu Feiern eingeladen worden, sagte der Vater in seinem Geständnis.

Die Schwestern indes schwiegen darüber, auch vor einander. Erst 2016 soll sich die jüngere der Mutter anvertraut haben – danach begaben sich die Eltern in Therapie bei einer kirchlichen Organisation. Im September 2024 schließlich zeigte die jüngere Tochter den Vater an, auch sein Schwiegervater ging zur Polizei. Der Angeklagte reiste daraufhin einen Monat später nach São Paulo in Brasilien. Als er am 29. August vergangenen Jahres zurückkehrte, wurde er am Frankfurter Flughafen festgenommen. Seitdem saß er in Siegburg in Untersuchungshaft.

Die jungen Frauen leiden bis heute schwer unter den Folgen des Missbrauchs, haben Panikattacken, Alpträume und Essstörungen, können es nicht ertragen, wenn fremde Männer mit ihnen in einem Raum sind. Alle haben inzwischen eine Ausbildung absolviert und leben in festen Partnerschaften.