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Ökumene in KommernMit Gottes Segen geht es in den Urlaub

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Antje und Günter Schmitz stehen rechts und links im Bild, in der Mitte sind die vier Segnenden zu sehen. Ein Mann hebt beide Hände.

Den Reisesegen erhielten Antje (r.) und Günter Schmitz (l.) von Susanne Salentin, Sven Clouth, Linda Schmitt-Thees und Martina Schürmann.

Auf dem Parkplatz am Kommerner Mühlenpark konnten sich Menschen ihren Reisesegen abholen. Die Aktion zm Ferienbeginn ghab es zum zweiten Mal.

Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen, sagt der Volksmund. Jeder wünscht sich, dass es nur erfreuliche Dinge nach der hoffentlich heilen Rückkehr zu berichten gibt. Vielleicht kann ein Segen, den der Reisende mitnimmt, dabei hilfreich sein. Zum Start der Sommerferien jedenfalls standen die Vertreter der christlichen Kirchen auf dem Parkplatz am Mühlenpark bereit, um den Menschen ihre Segenswünsche mit auf ihren Weg zu geben.

Reisesegen to go“ ist dieses ökumenische Angebot überschrieben. Was natürlich nicht meint, dass die guten Wünsche sich auf Wanderer beschränken, sondern vielmehr die unkomplizierte Art beschreibt. Ohne ein festes Zeitschema können die Gläubigen kommen, mit den Kirchenvertretern ins Gespräch kommen und ihren persönlichen Segen empfangen.

Immer wieder steuerten Gläubige den Parkplatz am Mühlenpark an

Zum zweiten Mal gab es dieses Angebot in Mechernich zum Beginn der Ferien. Jedoch gab es den Segen dieses Mal nur an einer Station. „Im vergangenen Jahr waren wir an einem Tag auch vor der Grundschule“, sagte Susanne Salentin, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Roggendorf. Das war dieses Jahr aufgrund der Baustelle auf der Feytalstraße nicht möglich.

Die Initiative war von Linda Schmitt-Thees, Pastoralreferentin des Pastoralen Raumes Mechernich, ausgegangen: „Es ist eine Möglichkeit, den Menschen nahe zu sein. So ein Segen to go ist niederschwelliger als die Einladung zu einem Gottesdienst.“ Deshalb biete sie auch am Aschermittwoch das „Aschenkreuz to go“ in Mechernich an. Für den Reisesegen hat sie sich ökumenische Unterstützung besorgt und die Pfarrerin Susanne Salentin angesprochen.

Im vergangenen Jahr waren wir an einem Tag auch vor der Grundschule.
Susanne Salentin

Um auch die Menschen aus dem Nachbarort zu erreichen, ist Sven Clouth dazugestoßen, Diakon der Bad Münstereifeler Kirchengemeinde St. Michael, zu der Kommern gehört. „Damit ist auch ein Vertreter des Erzbistums Köln mit dabei“, sagte er augenzwinkernd. Das Quartett wurde komplettiert durch Martina Schürmann, stellvertretende Presbyterin der evangelischen Kirchengemeinde Roggendorf.

Pfarrerin Susanne Salentin spendet den Segen für zwei Frauen, im Hintergrund steht ein rotes Auto.

Gelebte Ökumene: Mit Weihwasser spendete Pfarrerin Susanne Salentin den Reisesegen für Margret Nierstenhöfer und ihr Auto, rechts Martina Schürmann.

Direkt neben der Einfahrt zum Mühlenpark-Parkplatz hatten sie ihren kleinen Pavillon aufgebaut. Was die Gläubigen in der Region ansprach. Vor allem in der ersten Stunde seien immer wieder Gläubige mit ihren Autos auf den Parkplatz gefahren, um den Segen in Empfang zu nehmen. „Die Leute kommen meistens gezielt zu uns“, sagte Salentin.

Einen Segen kann man immer gebrauchen

In einem kurzen Gespräch erfuhren die Kirchenvertreter etwas über die Menschen, die zu ihnen auf den Parkplatz gekommen seien, um die Segenswünsche individuell anzupassen. Dabei seien diese nicht nur auf den Reisesegen beschränkt. „Das kann auch ein Feriensegen sein, denn viele Menschen bleiben zu Hause“, erklärte sie. Doch immer sei es eine besondere Zeit.

Auch Antje und Günter Schmitz aus Mechernich hatten als Ziel ihrer Radtour gezielt den Mühlenpark ausgewählt, um sich segnen zu lassen. „Wir fahren in der nächsten Woche nach Kroatien“, so Günter Schmitz. Einen Segen könne man immer auf einer Reise gebrauchen: „Im letzten Jahr ist einer vor unserer Gruppe mit 140 Stundenkilometern in einen Hang gefahren.“ Mit einem Freund habe er Erste Hilfe geleistet. Glücklicherweise sei dem Verletzten nichts Ernsthaftes geschehen.

Wir wollen Kirche in den Alltag bringen und mit den Menschen ins Gespräch kommen.
Linda Schmitt-Thees

„Es geht darum, zu zeigen, dass Kirche nicht nur am Sonntag ist“, sagte Schürmann. „Wir wollen Kirche in den Alltag bringen und mit den Menschen ins Gespräch kommen“, ergänzte Schmitt-Thees. Es gebe keinen Unterschied zwischen Sonntag und Alltag, was Kirche und den Glauben angehe.

Mit ihren Enkelinnen war eine Frau aus Glehn gekommen, um sich und auch ihr Fahrzeug segnen zu lassen. „Ich war schon in Urlaub, und die Kinder gehen noch“, sagte sie. Zunächst aber steigen die beiden Mädchen in den Zug, um wieder ins heimische Berlin zu fahren. Die Aktion der Kirchen kennt die Glehnerin bereits: „Ich habe mir auch schon im vergangenen Jahr den Reisesegen geben lassen.“

Pfarrerin griff auch zum Weihwasserbehälter

„Der Segen bedeutet mir viel“, sagte Margret Nierstenhöfer aus Mechernich. Sie sei gerade unterwegs gewesen und habe den kleinen Pavillon gesehen. Für sie und ihre im August geplante Reise hatte Schürmann einen Segensspruch herausgesucht, in dem von „Rhythmus im Blut“ die Rede war. „Das passt zu 100 Prozent“, freute sich Nierstenhöfer.

Ganz im Sinne der Ökumene griff auch Salentin zum Weihwasserbehälter der katholischen Kollegen, um den Segen zu spenden – obwohl es Weihwasser in der evangelischen Kirche nicht gibt. „Ich musste mich erst daran gewöhnen“, sagte sie daher auch. In der evangelische Kirche wird nur Lebendiges gesegnet, bei den Katholiken auch Gegenstände wie zum Beispiel Fahrzeuge – oder auch Wasser.

Salentin sieht durchaus Gründe für den Ansatz der Kollegen: „Ich mache damit Gottes Segen sichtbar und spürbar.“ Schließlich gebe es in der evangelischen Kirche auch das Ritual der Tauferinnerung. Allerdings, so Salentin, würde sie Weihwasser nicht im Gottesdienst einsetzen.