Die Vorarbeiten für den Neubau der Brücke in der Dreiborner Straße in Gemünd sollen sehr zeitnah realisiert werden, fordert die FDP-Fraktion.
Antrag der FDPPlanung für eine neue Gemünder Brücke soll zügig vorangetrieben werden

Die Brücke in der Dreiborner Straße ist seit August 2024 für den Verkehr gesperrt.
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Die Schleidener FDP-Fraktion hat beantragt, dass sehr zeitnah alle erforderlichen Maßnahmen zur Bewilligung und Planung für die neue Brücke in der Dreiborner Straße in Gemünd bei den zuständigen Behörden in Angriff genommen und dafür auch Mittel zur Verfügung gestellt werden. Außerdem sollen bis zur Realisierung des Neubaus im Rahmen der Wirtschaftlichkeit alle Optionen geprüft werden, das Bauwerk zumindest eingeschränkt für den Verkehr zu öffnen.
Die Brücke über die Olef war bei der Flut 2021 stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Ende August 2024 war das Bauwerk gesperrt worden, um es in einem Zeitraum von drei Monaten zu sanieren. Rund 450.000 Euro sind dafür im Wiederaufbauplan der Stadt eingeplant.
„Unzumutbare Beeinträchtigung für Anwohner und Gewerbetreibende“
Im Oktober war dann beim Abfräsen des Straßenbelags entdeckt worden, dass die Beschaffenheit der Brücke anders war als in den Plänen, die die Grundlage für die Sanierungsplanung waren. Weil die Tragfähigkeit des Bauwerks schon vor der geplanten Sanierung nahe am Grenzwert lag, drängte der Statiker auf eine Tragwerksberechnung. Heraus kam, dass das Bauwerk schon jetzt bei 130 Prozent seiner Traglast liegt.
Deshalb solle die Last bis zu einem Neubau auf 16 Tonnen beschränkt und eine jährliche Sonderprüfung durchgeführt werden. Alternativ könne die Brücke gesperrt werden und nur für Rettungsfahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer geöffnet bleiben. Ende des Jahres hatte der Statiker dann in einem neuen Gutachten festgestellt, dass das Bauwerk innerhalb der nächsten fünf Jahre abgerissen werden muss.
„Die Brücke ist nun seit mehr als einem Jahr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dies stellt aus unserer Sicht eine unzumutbare Beeinträchtigung für Anwohner und die örtlichen Gewerbetreibenden dar“, erklärte Markus Herbrand (FDP). Die Liberalen wollen, dass bei den Bürgern ein Meinungsbild eingeholt wird, inwieweit der Neubau der Brücke für Verkehr oberhalb der Gewichtsklasse von Pkw oder Klein-Lkw tatsächlich erforderlich ist. „Ich persönlich gehe zwar davon aus, dass eine zweite Brücke mit entsprechender Traglast neben der an der katholischen Kirche für Feuerwehr und Rettungsdienste gebraucht wird“, so Herbrand. Trotzdem müsse über dieses Thema einmal mit den Bürgern gesprochen werden. Er könne aber nicht verstehen, warum die alte Brücke nicht zumindest von Pkw befahren werden könne.
Aktuell keine Absturzsicherung für Fußgänger und Fahrzeuge vorhanden
Bürgermeister Ingo Pfennings verweist in einer Stellungnahme darauf, dass das Geländer und die Gehwege zurückgebaut wurden. Deshalb gebe es aktuell keine Absturzsicherung für Fußgänger und Fahrzeuge. „Bei Brückenbauwerken mit einer Spannweite von mehr als 20 Metern ist im Handlauf des Geländers ein Stahlseil als Auffangvorrichtung vorgesehen. Dieses wurde beim Rückbau des Geländers durchtrennt“, schreibt Pfennings.
Nach dem Rückbau der Gehwege gebe es auch keine fahrzeugabweisenden Schrammborde mehr. Für Brücken mit einer zulässigen Geschwindigkeit von 50 km/h sei aber eine Schrammbordhöhe von 15 Zentimetern vorgeschrieben.
Außerdem sei die Brücke laut Prüfstatiker aktuell schon überlastet, betonte der Bürgermeister. Eine Freigabe für den motorisierten Verkehr sei daher allein aus statischen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Eine Freigabe mit einer reduzierten Last würde eine Anpassung der bestehenden Verkehrsfreigabe oder zumindest eine entsprechende Verkehrsanordnung erfordern. Für beides gebe es derzeit aber keine Grundlage. Das Befahren der Brücke mit Baumaschinen erfolge auf eigene Verantwortung der Bauunternehmer.
Brücke kann derzeit laut Bürgermeister nicht befahren werden
Ferner weist Pfennings darauf hin, dass die Asphaltfahrbahndecke und die zugehörige Abdichtung des Brückenkörpers zurzeit fehlten. Beides verhindere sonst das Eindringen von Wasser sowie der darin enthaltenen löslichen Stoffe in den Baukörper. „Besonders in der Wintersaison stellt das Streusalz eine potenzielle Gefährdung für die im Beton verbaute Bewehrung dar“, so der Bürgermeister. Ohne Fahrbahndecke und Abdichtung könne die Brücke also nicht befahren werden.
Aus all den Gründen sei die Fachabteilung zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Freigabe für den öffentlichen motorisierten Verkehr zurzeit nicht vertretbar sei. Zuerst müsse mit der Bezirksregierung Köln geklärt werden, ob die Brücke temporär für Fahrzeuge mit einem Gewicht von maximal 16 Tonnen befahrbar gemacht werden könne und wer die Kosten dafür trage.

