Nach dem Aus der Diakonie-Pflege plant das Marien-Hospital Euskirchen einen Neustart des ambulanten Dienstes – bereits für April 2026.
Nach Diakonie-HiobsbotschaftMarien-Hospital Euskirchen plant ambulanten Pflegedienst ab April

Das Marien-Hospital in Euskirchen will die Versorgungslücke in der Ambulanten Pflege möglichst schnell schließen.
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Nach dem überraschenden Aus der ambulanten Pflege bei der Diakonie-Station in Euskirchen gibt es ein wenig Hoffnung – auch für die 399 Pflegebedürftigen, die vom Ausstieg der Diakonie direkt betroffen sind.
Wie die Stiftung Marien-Hospital Euskirchen auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt, will sie ihren ambulanten Pflegedienst wieder aufnehmen – ein Angebot, das bereits bis Anfang der 2000er-Jahre bestanden hatte. Im Zuge einer umfassenden strategischen Weiterentwicklung überprüfe die Geschäftsführung derzeit sämtliche Geschäftsbereiche, um die Versorgungssicherheit in Euskirchen und der Region langfristig zu stärken, heißt es auf Anfrage.
Wir sehen es als unsere Verantwortung, einen Beitrag zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung zu leisten.
„Wir sehen es als unsere Verantwortung, einen Beitrag zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung zu leisten“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Schneider. Der hohe Bedarf an ambulanter Pflege sei ungebrochen – und werde angesichts der demografischen Entwicklung weiter zunehmen. Daher soll der Neustart des Dienstes, vorbehaltlich rechtlicher und organisatorischer Voraussetzungen, möglichst frühzeitig und perspektivisch in größerem Umfang erfolgen.
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Geplant ist ein Start in der ersten Jahreshälfte 2026, zunächst in kleinerem Rahmen, mit anschließendem Ausbau. Angesichts aktueller Entwicklungen im Bereich der ambulanten Pflege prüft die Stiftung jedoch, ob ein schnellerer und größerer Beginn realisierbar ist. „Wir wollen helfen, die akute Versorgungslücke zu schließen“, so Schneider.
Personalsuche läuft auf Hochtouren – Diakonie-Mitarbeitende vor Wechsel zum Marien-Hospital
Nach Informationen dieser Zeitung ist als Startdatum des ambulanten Pflegedienstes der 1. April anvisiert. Der ambulante Pflegedienst sei Teil eines umfassenden Zukunftskonzepts, das auch neue Wohn- und Pflegeformen auf dem Gelände des flutgeschädigten Theodor-Roevenich-Hauses vorsehe. Dabei spiele die ambulante Versorgung eine zentrale Rolle.
Auch die Personalsuche läuft: Eine entsprechende Stellenanzeige ist seit drei Monaten online und wird regelmäßig aktualisiert. „Wir freuen uns über Bewerbungen – auch von Fachkräften aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern“, so Schneider. Nach Informationen dieser Zeitung werden sich auch Pflegende aus den Reihen der Diakonie der Stiftung Marien-Hospital anschließen. Zudem setze man auf den eigenen Nachwuchs: In der Pflegefachschule des Marien-Hospitals werden Pflegekräfte für Krankenhaus, Seniorenzentrum und den künftigen ambulanten Dienst ausgebildet.
Die räumliche Ausstattung und alle organisatorischen Voraussetzungen für den Pflegedienst werden der Stiftung zufolge vorbereitet und sollen bis zur Aufnahme des Regelbetriebs abgeschlossen sein. Die Stiftung betont, dass die Räume der Caritas im Ärztehaus 2 von ihrer Seite nicht gekündigt wurden und nicht für den neuen Dienst vorgesehen seien. „Wir setzen alles daran, unseren Beitrag zu leisten und gemeinsam mit unseren Partnern die pflegerische Versorgung in der Region zu sichern“, so Schneider.

