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Garden ClassicsOldtimer-Fans kamen am Zülpicher See auf ihre Kosten

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In einem weißen Golf-Cabriolet sitzt eine junge Frau. Im Hintergrund ist der Zülpicher Wassersportsee zu sehen.

Das „Erdbeerkörbchen“-Golf Cabriolet mit seiner Besitzerin Alicia vor der Kulisse des Zülpicher Sees: Viel entspannter geht es kaum.

Bei den Garden Classics am Zülpicher Wassersportsee wurde ein rostiger Deutz ebenso bewundert wie chromglänzende Luxuskarossen.  

Seit neun Jahren finden die „Garden Classics“ im Seepark Zülpich statt. Entlang des Weges unterhalb der „Zukunftsgärten“ waren am vergangenen Wochenende wieder Old- und Youngtimer (bis maximal Baujahr 2005) zu sehen. Andere sind schöner, hochglanzpolierter, das Chrom in der Sonne blitzend. Andere sind auch älter, schneller, teurer. Doch dieser F2 L 612/54i von Chris aus Kirchheim war eines der originellsten ausgestellten Fahrzeuge. Die für Laien rätselhafte Typenbezeichnung steht für eine Rarität. Denn der Schlepper des Herstellers Klöckner-Humboldt-Deutz aus der Baureihe 1951-53 war ein Sondermodell, Vorläufer des „Knubbel-Deutz“, so der Kirchheimer.

Er bekommt nur ein Schutzöl, damit er nicht weiter rostet.
Chris über seinen Oldtimer-Traktor

Sein „54i“ habe 30 statt 22 PS, er war mit 35 km/h 15 Stundenkilometer schneller als die spätere Serie und hat 2,6 bis 2,7 Liter Hubraum statt 2,2. Doch das ganz Besondere an dem Trekker, der über zweimal fünf Gänge für den Feldeinsatz oder die Fahrt auf der Straße verfügt, ist seine Optik: Er sieht nicht aus wie die auf „zeitlose Schönheit“ getrimmten Traktoren und Bulldogs auf den Fantreffen in der Region. Das hier ist eher das „hässliche Entlein“. Oder auch nicht.

„Der ist technisch jedenfalls noch voll intakt“, so Chris mit Blick auf seinen Trekker. Er hat den Deutz von seinem Vater übernommen. Zwischen 1956 und 1983 habe das in Ehren gealterte Nutzfahrzeug seinen Dienst auf dem Acker getan. Und das solle man ihm auch ansehen. Deshalb lasse er ihn ganz bewusst so, wie er „einfach geworden ist“, so Chris. „Er bekommt nur ein Schutzöl, damit er nicht weiter rostet. Ich will, dass er so aussieht, denn dann lebt er.“

Wenn die TÜV über das Ende einer Liebe entscheidet

Kenner haben die Absicht mit Blick auf den F2 L 612/54i natürlich sofort verstanden. Oder auch, warum Alicia aus Euskirchen wenige Meter weiter so an ihrem „Erdbeerkörbchen“ hängt. So nannte man das VW Golf Cabrio der Baureihe „Golf I“, hier aus dem Baujahr 1986. Der den Namen gebende „Henkel“ dieses „Körbchens“ ist der Überrollbügel.

Alicia schätzt das Wägelchen, das vor der Kulisse des Zülpicher Sees einen leisen Anflug von Côte d’Azur-Feeling auslöst, aber auch wegen der „kompletten Lederinnenausstattung“. Das war vor 40 Jahren wie heute reiner Luxus. Das Vier-Gang-Schaltgetriebe, bedient mit einem stilisierten Hartgummi-Golfball-Knauf auf dem Schalthebel, beschleunige das Cabrio immer noch auf 160 Spitze, so Alicia. In zwei Wochen aber müsse der TÜV erneut entscheiden, ob ihre Autoliebe weiter gehe oder nicht.

Käfer im Harlekin-Look überrascht mit technischen Details

Wie Chris mit seinem Vorläufer-„Knubbel Deutz“ und Alicia mit ihrem „Erdbeerkörbchen“ denkt Patrick aus Hürtgenwald nicht. Der gelernte Elektriker schätzt eher das besondere Extra-Detail an seinem Speedster-VW Käfer, Baujahr 1974. Lackiert ist er in den bunten Harlekin-Farben einer Kleinstauflage des Herstellers. Speedster meint dabei, dass das Dach abgeschnitten und durch ein Stoffrollverdeck ersetzt wurde.

Patrick hat die Haube an der Front des Wagens weit geöffnet. Hier war beim Käfer der Kofferraum. Mit einer mechanischen Druckknopfverriegelung, die im Winter gerne festfror. In Patricks Käfer-Kofferraum ist vor allem eins: eine „Air Ride“-Druckluftflasche. Über die Zuleitung zu den Stoßdämpfern kann Patrick die Karosserie seines Speedsters stufenlos bis auf zwei Zentimeter Abstand über den Reifen tiefer legen oder bis zu zwölf Zentimeter in die Höhe schrauben.

Das war am vergangenen Wochenende eine der technischen Spielereien, die die „Frickler“ unter den Ausstellern den Fans zeigen wollten. Die Youngtimer aus den 1970er- bis 1990er-Jahren überwogen auf den Stellplätzen unterhalb der „Zukunftsgärten“. Dazu waren Mitglieder des Oldie-Camping Clubs Deutschland mit Retro-Wohnwagen und Camping-Fahrzeugen angereist.