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Warnung aktuellHochwasser im Rhein in Köln erreicht Höhepunkt – Hubtor muss schließen

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Der Rheinboulevard in Köln ist zum Teil überschwemmt. Im Hintergrund ist die Hohenzollernbrücke zu sehen. Ein Schild warnt vor Hochwasser.

Der Rheinboulevard in Köln ist zum Teil überschwemmt. Im Hintergrund ist die Hohenzollernbrücke zu sehen. Ein Schild warnt vor Hochwasser.

Am Dienstagmorgen wurde ein Pegelstand von 6,99 Metern in Köln gemessen. Am Mittwoch soll der Pegel seinen Höhepunkt erreichen. 

Das Hochwasser im Rhein in der Region Köln erreicht voraussichtlich am Mittwochmorgen (25. Februar) seinen Höhepunkt. Am Dienstagmorgen (Stand 9.45 Uhr) wurde ein Pegelstand von 6,99 Metern in Köln gemessen, am Mittag wurde die 7-Meter-Marke überschritten. In Bonn lag der Pegel bei 6,65 Metern.

Bis zum Mittwochmorgen soll der Rheinpegel noch einmal steigen, bis er laut Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz gegen 6 Uhr seinen Höchststand von 7,10 Metern erreicht. Ab dem Erreichen des Scheitelpunkts soll der Pegel dann wieder langsam fallen, so die Angaben der Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) in Köln.

Aktuelle Hochwasserwarnung vor in Region Köln – Fähren stellen Betrieb ein, Sieg steigt um fast zwei Meter

Am Montagmorgen (23. Februar) wurde eine amtliche Hochwasserwarnung für den Rhein in Nordrhein-Westfalen herausgegeben. Es kann zu Ausuferungen und einer erhöhten Strömung im Uferbereich kommen, so die Mitteilung via Katwarn.

Auch für Nebenflüsse wie der Sieg oder der Lahn wurden am Montagmorgen Warnungen für Hochwasser herausgegeben. „Aufgrund des Tauwetters sowie der gefallenen Niederschläge sind die Wasserstände teils deutlich angestiegen“, so die Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz in ihrem aktuellen Bericht.

Der Pegel in der Sieg stieg innerhalb von 24 Stunden um fast zwei Meter. Auswirkungen gab es auch bei der Deutschen Bahn: Nach einem Hangrutsch kam es auf der Siegstrecke zu Ausfällen.

Der Rhein in Köln führt aktuell deutlich Hochwasser (Foto vom Montag, 23. Februar).

Der Rhein in Köln führt aktuell deutlich Hochwasser (Foto vom Montag, 23. Februar).

Die Fähren über den Rhein haben aufgrund des Hochwassers ihren Betrieb eingestellt. Die Rheinfähre Mondorf teilte mit, dass die Fähre vorerst außer Betrieb genommen wurde. „Wir melden, wenn wir wieder den Betrieb aufnehmen können“, erklärten die Verantwortlichen.

21.02.2026, Köln: In Rodenkirchen schwimmen die Schwäne über den Spielplatz am Rhein. Der Rhein führt Hochwasser. Der Pegelstand des Flußes beträgt 6,24m. Das Winterwetter ist regnerisch. Foto: Uwe Weiser

In Rodenkirchen schwimmen die Schwäne über den Spielplatz am Rhein.

Auch die Hitdorfer Fähre zwischen Hitdorf und Köln-Langel erklärte, die Fähre sei bis auf Weiteres außer Betrieb, da die Hochwassermarke I überschritten wurde. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, war noch unklar.

Ab einem Pegel von 6,20 Metern wird in Köln Hochwassermarke I erreicht

Am Montagmorgen (23. Februar) hatte der Rhein-Pegel noch bei 6,31 Metern in Köln und in Bonn bei 6,03 Metern (Stand: 9 Uhr) gestanden. Bereits zum Wochenende hatte der Rhein einen Wasserstand von sechs Metern überschritten.

Der Rettungsring in Rodenkirchen ist nur schwimmend zu erreichen.

Der Rettungsring in Rodenkirchen ist nur schwimmend zu erreichen.

Ab einem Pegel von 6,20 Metern wird in Köln die Hochwassermarke I erreicht. Es gelten dann erste Einschränkungen für die Schifffahrt. Flussabwärts dürfen Schiffe demnach nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde fahren, um Wasserwellen am Ufer zu vermeiden.

Für die Rheinschiffe wird es unter den Brücken bald eng.

Für die Rheinschiffe wird es unter den Brücken bald eng.

Eine komplette Sperrung des Rheins ist aber erst ab einem Wasserstand von 8,30 Metern vorgesehen, dann ist die Hochwassermarke 2 erreicht.

Pegel in Köln und Bonn steigt: Hubtor in Rodenkirchen muss geschlossen werden

Die Stadt Köln hat bereits in den vergangenen Tagen erste Maßnahmen ergriffen. So ist der Leinpfad am Rheinufer stellenweise gesperrt und eine kleine Hochwasserschutzzentrale wurde eingerichtet. Der Parkplatz an der Bastei ist bei 6,30 Meter vollständig überflutet. Ab einem Pegelstand von 4,50 Metern greifen vorbereitende Schritte des Hochwasserplans. Sollten sieben Meter erreicht werden, würden erste Schutzwände aufgebaut, etwa in Rodenkirchen.

Ab einem Pegel von 6,80 Metern muss das sogenannte Hubtor in Rodenkirchen als Teil des Hochwasserschutzes geschlossen sein.

Ab einem Pegel von 6,80 Metern muss das sogenannte Hubtor in Rodenkirchen als Teil des Hochwasserschutzes geschlossen sein.

In Bonn sind ufernahe Wege, zum Beispiel unterhalb des UN-Towers in der Gronau, auf der Beueler Seite oder im Bonner Norden, bereits überschwemmt. Das Tiefbauamt der Stadt hatte bereits vor einigen Tagen Hinweisschilder aufgestellt und erste Zufahrten zum Rheinufer gesperrt.

Ab einem Rheinpegel von 6,80 Meter muss das Hubtor in Rodenkirchen geschlossen sein. Bei einem Pegel von 7 Metern in Köln müssen erste mobile Wände im Rodenkirchener Auenviertel aufgebaut werden. In Porz-Zündorf wird die Groov geflutet. Ab einem Hochwasserwert von 8,10 Metern würde die Rheinuferpromenade der Altstadt teilweise überflutet.

Vorerst keine weiteren Hochwasser in Köln

Relevant für den Pegelstand in Köln ist die Wetterlage in den südlicheren Gebieten rund um den Oberrhein und die Nebenflüsse Aare (Schweiz), Neckar, Mosel und Main. Aktuell gibt es in der Region kaum bis keinen Niederschlag, weshalb die StEB auf Anfrage vorerst nicht mit weiteren Hochwassern rechnen. In der vergangenen Woche war es in den Alpenregionen dagegen zu starkem Schneefall gekommen, was sich auch auf den Rhein ausgewirkt hatte.

Wenn es in den Alpen im Frühling zur Schneeschmelze kommt, kann der Rheinpegel auch in Köln wieder steigen. Das sei laut StEB aber ganz normal.