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Bahnstrecke Köln-Hagen nach fünf Monaten wieder freiPendler im Rheinland können aufatmen

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Bahnhof Manfort wird geputzt. Abschluss-PK Korridorsanierung Köln-Hagen auf dem Betriebsgelände in Leverkusen-Manfort. Bild: Ralf Krieger

Letzte Arbeiten, bevor der Betrieb wieder anläuft: Ein Bahn-Mitarbeiter putzt den Bahnsteig am Bahnhof Manfort in Leverkusen. Bild: Ralf Krieger

Pünktlich fertig und das Budget um einen zweistelligen Millionenbetrag unterschritten. Die DB InfraGo ist erleichtert die Korridorsanierung. Der NRW-Verkehrsminister sieht bei den nächsten Projekten noch Luft nach oben.

Bis zur letzten Minute wurde gearbeitet, den ganzen Freitag über fuhren mit Schotter beladende Züge im Testbetrieb über die frisch sanierte Bahnstrecke Köln-Wuppertal-Hagen, damit bei der Freigabe nach fünf Monaten Bauzeit um 21 Uhr bloß nichts schiefgehe. Die Infrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn hat die fünfte von 36 geplanten Korridorsanierungen abgeschlossen. „Es war ein Kraftakt, aber wir haben es geschafft und sind pünktlich fertig geworden“, sagte Philipp Nagl, Vorstandschef der DB InfraGo, in Leverkusen.

Für Zehntausende Pendler zwischen dem Rheinland, dem Bergischen Land und dem Ruhrgebiet endet damit ein Ausnahmezustand, der ihnen viel abverlangt hat. Der Schienenersatz musste nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten mehrmals nachjustiert werden, im Großraum Wuppertal versagten Stellwerke ihren Dienst, so dass auch andere Verbindungen, die mit dem Bauprojekt nichts zu tun haben, zeitweise ausfielen.

„Wir lernen aus jeder Generalsanierung“, sagte Nagl. Wuppertal habe gezeigt, „dass wir bei derart großen Bauvorhaben den Schutz der Stellwerke, die in Betrieb bleiben müssen, noch verbessern müssen“.

Abschluss-PK Korridorsanierung Köln-Hagen auf dem Betriebsgelände in Leverkusen-Manfort. Bild: Ralf Krieger

Symbolische Freigabe: Philipp Nagl, Vorstandschef der DB InfraGo und NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer auf dem Betriebsgelände in Leverkusen-Manfort. Bild: Ralf Krieger

Im Gegensatz zu den vorausgegangenen Projekten, bei denen die Trassen monatelang komplett gesperrt wurden, hat sich die Bahn diesmal nur auf die Sanierung der Ferngleise konzentriert. Die S-Bahn konnte zwischen Hagen, Wuppertal und Düsseldorf zeitweise fahren. Auf ihrer Trasse werden im kommenden Jahr vor allem die Haltepunkte saniert. „Da werden wir deutlich kürzere Sperrpausen haben“, so Nagl.

Das Projektteam habe in den fünf Monaten „alles dafür gegeben, dass die Züge auf einer modernen und robusten Infrastruktur rollen können“, sagte der Bahnvorstand. „Was wir hier in fünf Monaten geschafft habe, hätte man im Vergleich mit der sonst üblichen Bauweise in zehn Jahren nicht erreicht.“

In NRW gibt es sehr viele Stellwerke, die saniert werden müssen
Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGo

Einziger Wermutstropfen: Die Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik einschließlich der Stellwerke im Großraum Wuppertal wird noch auf sich warten lassen. „In NRW gibt es sehr viele Stellwerke, die saniert werden müssen“, so Nagl. Das aktuell größte Projekt sei die Erneuerung der Anlagen von Leichlingen nach Ratingen, die laut Bahn noch aus den 1950er Jahren stammt. Der Nachholbedarf in Nordrhein-Westfalen sei immens, der Zustand des Netzes gehöre „in Summe zu den schlechtesten aller Bundesländer“.

Insgesamt wurden zwischen Köln und Hagen seit Februar 81 Kilometer Gleis, 51 Weichen und 21 Kilometer Oberleitungen erneuert, neue Schallschutzwände gebaut und sechs von zwölf Bahnhöfen nahezu fertig modernisiert, darunter auch der Wuppertaler Hauptbahnhof. Während der Sperrung konnten auch vier Bahnbrücken ausgetauscht werden.

Besonders stolz ist man bei der DB InfraGo neben der pünktlichen Freigabe darauf, dass das Budget nicht nur eingehalten, sondern laut Nagl um einen zweistelligen Millionenbetrag unterschritten wurde. Die genauen Zahlen will die Bahn veröffentlichen, wenn alle Abrechnungen vorliegen.

Nach fünf Generalsanierungen habe die Bahn jetzt genügend Erfahrungen gesammelt, um die Bauabläufe zu optimieren, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). „Wir erwarten, dass bei den nächsten Korridorsanierung nicht nur der Oberbau und die Oberleitungen erneuert werden, sondern auch die Stellwerke. Die Sperrpausen müssen noch besser genutzt werden. Da ist noch Luft nach oben.“

Jetzt ist die rechte Rheinseite dran

Das ist der Fall bei der Korridorsanierung auf der rechten Rheinseite zwischen Troisdorf und Wiesbaden, für die am Freitagabend begann und die bis Mitte Dezember dauern wird. Die für den europäischen Güterverkehr wichtige Strecke wird während der Erneuerung gleich mit einem digitalen Zugleitsystem ausgerüstet, das es in Zukunft ermöglichen soll, mehr Züge in einem dichteren Abstand zu fahren. Für rund 1,6 Milliarden Euro werden auf 160 Kilometern rund 80 Kilometer Gleise, knapp 100 Kilometer Oberleitung, 160 Weichen und zehn Brücken erneuert oder instandgesetzt und sechs veraltete Stellwerke ersetzt.

Für das Rheinland ist bei dieser Sanierung von enormer Bedeutung, dass im Windschatten die Verlängerung der S 13 zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel abgeschlossen werden kann. Sie soll im Dezember den Betrieb aufnehmen. Darüber hinaus werden die Stationen Niederdollendorf, Königswinter und Rhöndorf modernisiert sowie der Bahnhof Bad Honnef verlegt und neu gebaut.