70 Jahre Krankenhausgeschichte – und die nächste große Veränderung steht bereits bevor. Während das Klinikum Leverkusen am Montag sein Jubiläum mit einer Geburtstagstorte für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feierte, richtet sich der Blick der Geschäftsführung vor allem nach vorn. Mit der Eingliederung des St. Remigius-Krankenhauses in Opladen zum 1. Januar 2027 beginnt für die Leverkusener Krankenhauslandschaft eine neue Etappe. Doch wie geht es nach der besiegelten Übernahme weiter?
Zunächst steht die organisatorische Eingliederung der beiden Häuser im Mittelpunkt. Bis zum Jahreswechsel sollen die Mitarbeitenden zusammengeführt, Erfahrungen ausgetauscht und verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet werden. Dabei geht es auch um ganz praktische Fragen: Wie müssen Abläufe organisiert werden? Wie kann der Krankenhausbetrieb an beiden Standorten reibungslos weiterlaufen? Nach dem Jahreswechsel soll sich daran die medizinische Weiterentwicklung anschließen.
Geplant ist ein gemeinsames Medizinkonzept, mit dem die Kompetenzen beider Häuser sinnvoll aufeinander abgestimmt werden sollen. Die Verteilung einzelner Angebote wird sich dadurch verändern. So könnten elektive orthopädische Eingriffe künftig stärker in Opladen gebündelt werden. Allerdings werde das nicht von heute auf morgen geschehen. Vielmehr handele es sich um einen längeren Prozess, der sich über das kommende Jahr und darüber hinaus erstrecken werde, erklärt die medizinische Geschäftsführerin Dr. Anja Mitrenga-Theusinger.
Auch baulich müssen sich beide Standorte auf Veränderungen einstellen. In Opladen seien unter anderem Investitionen in Stationen und Operationsbereiche vorgesehen. Darüber hinaus brauche es ein Logistikkonzept, damit beispielsweise Materialien und Sterilgut zwischen den beiden Häusern transportiert werden können. Ziel sei es, die vorhandenen Strukturen weiterzuentwickeln und die medizinischen Angebote langfristig sinnvoll zu verteilen.
Kommuninale Trägerschaft als wichtiges Signal
Für die Menschen in Leverkusen sei vor allem die langfristige Sicherung der Gesundheitsversorgung entscheidend. Das Klinikum wolle die Versorgung für Leverkusen sichern. Dr. André Schumann Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Leverkusen, betont die strategische Bedeutung des Zusammenschlusses: „Dies ist ohne Zweifel ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte beider Häuser. Wir beginnen damit schließlich ein wegweisendes neues Kapitel, das die Gesundheitsversorgung für die Menschen in Leverkusen und der Region nachhaltig stärkt.“
Der Zusammenschluss sei deshalb nicht als kurzfristige Lösung gedacht. Vielmehr wolle man beide Krankenhausstandorte gemeinsam weiterentwickeln und eine Gesamtlösung für die Gesundheitsversorgung in Leverkusen schaffen. Der Gesundheitsmarkt sei zwar schnelllebig und werde stark von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst. Dennoch sei das Ziel eine langfristige Perspektive für beide Häuser.
Vom „Krankenhaus im Walde“ zum Maximalversorger
Am 24. Oktober 1956 öffnete das damalige Städtische Krankenhaus mit fünf medizinischen Fachstationen und 429 Betten. Wegen seiner Lage im Grünen wurde es auch „Krankenhaus im Walde“ genannt. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Standort stets erweitert. 1993 erhielt das Haus seinen heutigen Namen und wurde als Klinikum Leverkusen gGmbH rechtlich eigenständig, blieb aber in städtischer Hand. Heute verfügt das Klinikum über 760 Betten und beschäftigt mehr als 2950 Menschen. In 19 medizinischen Fachabteilungen versorgt es Patienten aus Leverkusen und der Region.

Luftbild aus dem Jahr 1958 : Der heutige Maximalversorger startete einst als „Krankenhaus im Walde“.
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Auch ambulante Angebote gehören dazu
Das Klinikum beschränkt sich nicht mehr auf die stationäre Versorgung. Mit dem Gesundheitspark, dem Ärztehaus Medilev und mehreren Medizinischen Versorgungszentren hat es sein ambulantes Angebot ausgebaut. Dazu zählen eine Kinderarztpraxis in Langenfeld, die Praxis am Berg in Bergisch Gladbach und die Neuropraxis Leverkusen in Opladen. Viele Behandlungen können heute ambulant erfolgen, für die früher ein Krankenhausaufenthalt nötig war.
Weitere Investitionen in Schlebusch geplant
Auch in Schlebusch stehen große Veränderungen an. Mit Förderung des Landes NRW sind eine deutlich größere Zentrale Notaufnahme, zusätzliche Bettenkapazitäten, ein modernes Operationszentrum und ein Hubschrauberlandeplatz geplant. Wirtschaftlich sieht sich das Klinikum ebenfalls besser aufgestellt. Laut der Geschäftsführung kommt das Haus seit vier Jahren ohne finanzielle Unterstützung der Stadt aus.

