Die dritte Auflage des Hofflohmarktes am Leimbacher Berg könnte wieder Hunderte Menschen anlocken.
„Cooler als Geldverdienen“Das erwarten Leverkusener vom größten Hofflohmarkt der Stadt

Alte und jüngere Schätze beim ersten Hofflohmarkt am Leimbacher Berg: Ellen Kinnen-De Marinis und Sahra Stock-Schroer
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„Die größte Angst ist: Du stehst da und es kommt keiner.“ Das sei die schlimmste Befürchtung von Ausstellenden, die für einen Tag am Wochenende ihren gesamten Keller auf den Kopf gestellt haben, sagte Hoffloh-Mitgründerin Andrea Schmitz im Januar 2026 im Gespräch mit dieser Zeitung.
Diese Sorge ist am 31. Mai am Leimbacher Berg wohl unberechtigt – am Hofflohmarkt im vergangenen Jahr nahmen nicht nur über 70 Stände teil, es kamen auch Hunderte Menschen aus Leverkusen und Umgebung, um Klamotten, Spiele, Deko und mehr zu stöbern. Bei Hofflohmärkten nutzen Ausstellerinnen und Aussteller die Flächen vor ihren Häusern, um aussortierte Schätze zu verkaufen.
„Hoffloh.de“-Mitgründer Martin Müller hat hohe Erwartungen an den in Leverkusen meistfrequentierten Hofflohmarkt am Leimbacher Berg: „Wir erwarten auch in dieser Saison wieder viel nachbarschaftliches Engagement, schöne Begegnungen und lebendige Hofflohmärkte, die Menschen vor Ort zusammenbringen. Gleichzeitig hoffen wir, dass die Idee weiter Kreise zieht und sich künftig noch mehr Viertel und Stadtteile in Leverkusen anschließen.“

Andrea (l.) und Sebastian Schmitz (M.) bilden zusammen mit Martin Müller (r.) das „Hoffloh“-Team.
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Was erwarten die Teilnehmenden, die ihre verborgenen Schätze oder auch nur Krimskrams in Garageneinfahrten, Vorgärten oder auf Parkplätzen zur Schau stellen? Leverkusener berichten, was sie am 31. Mai vom Hofflohmarkt am Leimbacher Berg erwarten.
Familie Schneider findet Gespräche „cooler als Geldverdienen“
Anne und Sascha Schneider nehmen mit ihren Kindern teil: Sie trödeln bereits zum dritten Mal am Leimbacher Berg mit – sprich, seit es den Hofflohmarkt dort gibt. In der Kandinskystraße werden sie „überwiegend Spielzeug und alte Kinderklamotten“ verkaufen.

So sah der Stand von Familie Schneider im vergangenen Jahr aus.
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Laut Anne Schneider sei es „besonders schön, dass man Zeug loswird, noch ein bisschen Geld damit verdienen kann, dass der Keller leer wird und man sich einfach so trifft“.
Unsere Kinder sind ganz vorne mit dabei, das verdiente Geld direkt wieder unter den Nachbarn zu verteilen
Sie erwarten viele Freunde und Verwandte. Die damit verbundenen netten Gespräche empfinden sie als „noch viel cooler als das Geldverdienen“. „Wir freuen uns, wenn wir die Sachen los sind, Platz im Keller schaffen und anderen noch eine Freude machen können“, so Anne Schneider gegenüber dieser Zeitung.
Sie planen, sich mit dem Verkauf abzuwechseln, um auch rumgehen und an anderen Ständen schauen zu können. „Unsere Kinder sind ganz vorne mit dabei, das verdiente Geld direkt wieder unter den Nachbarn zu verteilen“, so Anne Schneider.
Ellen Kinnen-De Marinis erwartet „einfach Leben“
„Bei uns macht die ganze Familie zum dritten Mal mit: Kinder mit Partnern, Enkelkinder, Großeltern – na gut, die Hunde lassen wir aus Stressgründen außen vor. Wir verkaufen alles Mögliche: Haushaltswaren, Klamotten für jedermann, Deko, Selbstgemachtes, Spiele, Kleingeräte, alte Schallplatten. Getränke gegen kleine Spenden. Nicht als Einnahmequelle, sondern weil das Wetter hoffentlich wieder gut wird und zumindest Wasser immer griffbereit sein sollte.

Besonders viele Familien nehmen teil, wie hier Franziska Beyer mit Moritz und Luisa
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Wir freuen uns sehr auf den Tag und erwarten einfach: Leben. Leben hier im Viertel, Leben mit den Nachbarn, nette Gespräche, neue Leute kennenlernen. Parallel dazu hilft es immer beim Ausmisten und wir freuen uns, dass wir einfach nicht alles wegwerfen müssen.“
Alina Adamczyk nutzt den Vorgarten ihrer Nachbarin
„Ich trödle alleine mit etwas Unterstützung meiner Eltern. Netterweise stellt Ellen aus der Nachbarschaft ihren Vorgarten auch dieses Mal bereit, da stehe ich dann mit anderen zusammen. Dieses Mal trödeln meine Eltern zusätzlich aus ihrer Garage. Ich verkaufe hauptsächlich Klamotten für Damen und Herren, typischen Trödel wie Modeschmuck, Taschen, Deko, Bücher, Haushaltswaren und alles, was beim Frühjahrsputz aussortiert wurde. Eine Freundin gibt mir auch noch einige ihrer Sachen mit, da sie selbst nicht teilnehmen kann.

Alina Adamczyk verkauft nicht nur, sondern stöbert auch selber gerne nach Schmuck, DVDs und CDs.
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Ich hoffe, wieder einiges an Klamotten zu verkaufen, das hat beim letzten Hofflohmarkt auch gut geklappt! Ums Geldverdienen geht es mir weniger, mehr darum, dass gut erhaltene Kleidung noch einmal getragen wird. Ich besuche auch selber gerne Trödel und freue mich immer, das ein oder andere Schätzchen zu finden. Hoffentlich werden einige Besucher dieses Erlebnis auch an meinem Stand haben.
Natürlich versuche ich auch selbst, einige Stände zu besuchen. Die letzten zwei Male habe ich mit einer Freundin eine kleine Runde gedreht, wenn es etwas ruhiger wird zum Ende des Flohmarktes. Ich schaue immer nach Schmuck, DVDs und CDs und stöbere einfach gerne. Meine Freundin hat beim letzten Flohmarkt ein paar tolle Kochbücher gefunden. Ein Nachbar hat superleckere Crêpes gemacht, da mussten wir natürlich auch zuschlagen.“
Hofflohmarkt Leverkusen-Schlebusch-Leimbacher Berg
Sonntag, 31. Mai 2026, von 11 bis 17 Uhr
Über die „Hoffloh“-App registrieren sich Verkäuferinnen und Verkäufer und platzieren sich damit auf einer virtuellen Karte. Interessierte erhalten dadurch eine Übersicht, in welchen Höfen oder Einfahrten sie Verkaufsstände finden – und auch, welche Produktkategorien (beispielsweise Kinderkleidung) angeboten werden.
