Der Frauenring hat einen Vorschlag aus dem Jugendstadtrat aufgegriffen.
„Mädelsboxen“ für SchulenFrauenring übergibt kostenlose Hygieneartikel im Rathaus Leverkusen

17 solcher Boxen übergaben Michaela Di Padova (l.) und Irmgard Bach-Vennemannwurden am Montagmorgen Oberbürgermeister Stefan Hebbel (CDU).
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Verschiede Binden und Tampons ordentlich sortiert in pinken Boxen türmen sich auf dem Tisch im Besprechungsraum im Rathaus. 17 Stück der „Mädelsboxen“ wurden am Montagmorgen Oberbürgermeister Stefan Hebbel (CDU) übergeben. Für Leverkusen ist die Aktion ein Novum: Erstmals sollen kostenlose Hygieneartikel gezielt an Schulen und Jugendhäuser verteilt werden.
Die Idee stammt ursprünglich aus dem Jugendstadtrat 2026. Dort hatten Jugendliche angeregt, Mädchen unkompliziert mit Menstruationsartikeln zu versorgen, besonders dann, wenn plötzlich Bedarf entsteht und nichts dabei ist. „Ich habe auch eine Tochter, und das ist in ihrem Freundeskreis ein Thema“, sagte Oberbürgermeister Stefan Hebbel. „Die jungen Frauen sind froh, wenn es ein Angebot gibt. Besonders dann, wenn man in der Pubertät noch keine Routine damit hat.“
Vom Handtaschenverkauf zur „Mädelsbox“
Umgesetzt wurde das Projekt von Irmgard Bach-Vennemann und Michaela Di Padova vom Frauenring Leverkusen. Sie haben die „Mädelsboxen" mithilfe einer Drogeriefiliale zusammengestellt und aus Spenden sowie einem Verkauf gebrauchter Handtaschen finanziert. Insgesamt 17 volle Kisten sollen vom Rathaus an die 14 weiterführenden Schulen in Leverkusen verteilt werden, auch die städtischen Jugendhäuser und das Mädchencafé Mabuka in Quettingen sollen versorgt werden.
Hygieneartikel dürfen keine Frage der finanziellen Situation oder des Zufalls sein.
„Es ist uns wichtig, Mädchen im Alltag unkompliziert zu unterstützen. Hygieneartikel dürfen keine Frage der finanziellen Situation oder des Zufalls sein. Deshalb haben wir die Initiative des Jugendstadtrates gerne aufgegriffen und die Mädelsboxen für Schulen und Jugendhäuser zur Verfügung gestellt“, erklärte Michaela Di Padova. Die Boxen stehen künftig in den Schulsekretariaten oder Büros der Jugendhäuser, bewusst mit etwas Diskretion. Mädchen sollen sich dort niederschwellig Hygieneartikel nehmen können. Irmgard Bach-Vennemann ergänzt: „Gerade junge Mädchen sollen wissen, dass sie in Schule und Freizeit nicht alleine gelassen werden. Mit den Mädelsboxen schaffen wir ein kleines, aber wichtiges Stück Sicherheit und Unterstützung im Alltag.“
Großbestellung war eine Herausforderung
Die größte Herausforderung sei zunächst die Beschaffung gewesen. „Wir wussten anfangs nicht, wie man solche Mengen zusammenbekommt und haben viele Absagen von den Filialen erhalten“, sagte Di Padova. Unterstützung kam schließlich von einer Rossmann-Filiale in Wiesdorf, die die Produkte gesammelt bestellte. Finanziert wurde die Aktion durch den traditionellen Handtaschenverkauf des Vereins. Zweimal im Jahr sammelt der Frauenring gebrauchte Taschen und verkauft sie beim Europafest oder Adventsbasar weiter. Der Erlös fließt in soziale Projekte für Frauen und Mädchen und an die Leverkusener Tafel, ebenfalls für Hygieneartikel für Frauen.
Rund 1600 Euro kostete die Erstbefüllung der Boxen. „Wir warten jetzt erstmal ab, wie lange die Befüllung hält und wie schnell die Boxen leer sind“, sagte Irmgard Bach-Vennemann vom Teamvorstand des Frauenrings. Ziel sei es, die Aktion langfristig fortzuführen und perspektivisch auch freie Träger mitzuversorgen.
Oberbürgermeister Hebbel gibt bei der Übergabe zu: Die Idee sei zunächst nicht sofort auf Zustimmung getroffen. „Im Jugendstadtrat gab nur einen, der dagegen gestimmt hat und das war ich“, so OB Hebbel. Nicht, weil er das Projekt schlecht gefunden habe, sondern wegen der angespannten Haushaltslage. „Ich dachte, als freiwillige Leistung bekommen wir das aktuell nicht umgesetzt.“ Aber Michaela Di Padova habe das Stadt-Oberhaupt gleich nach der Sitzung angesprochen und die Verwirklichung versprochen. Dass nun eine Lösung gefunden wurde, freut ihn umso mehr. „Es ist grandios, dass wir jetzt den ersten Aufschlag machen können“, so OB Hebbel.
Die Verteilung der Boxen an Schulen und Jugendhäuser soll nun möglichst schnell erfolgen, damit sie zügig dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
