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DRK-InitiativeIdee der Blutspende-Aktion in der Rathaus-Galerie Leverkusen geht auf

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Die Blutspende-Station in der Rathaus-Galerie.

Die zwei Plätze zum Blutspenden in der Rathaus-Galerie waren am Samstag dauerhaft belegt.

Seit zwei Jahren unterhält das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Blutspende-Station in der Rathaus-Galerie. Der Dienst hat nach wie vor viel Zulauf.

„Was ist das?“, fragt eine Frau ihre Töchter, als sie in der dritten Etage der Rathaus-Galerie unterwegs sind – dass es mitten im Einkaufszentrum möglich ist, spontan Blut zu spenden, irritiert wohl auf den ersten Blick. Die Aktion gibt es seit zwei Jahren in der Galerie und zieht weiterhin viele Menschen an.

Am Samstagmorgen nach den Weihnachtsfeiertagen entsteht eine kleine Schlange vor dem Servicepult. Die zwei Plätze zum Spenden sind belegt, die zwei Wartestühle ebenfalls. Insgesamt 36 Menschen können hier an einem Tag spenden, das bedeutet 18 Liter Blut für das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das den Blutspendedienst betreibt. In den Öffnungszeiten samstags von 10 bis 15 Uhr kann das DRK oftmals die 36 Beutel laut Entnahmeschwester und stellvertretender Teamleitung Sabine Flick füllen. 

Ich denke, das ist ein gutes Projekt, weil man während des Shoppens spenden kann und wir auch zeitlich flexibel sind.
Sabine Flick

An diesem Samstag ist es allerdings noch voller als sonst – nach den Feiertagen wollen sich wohl viele um einen halben Liter Blut erleichtern. „Es ist super, super voll heute. Das erste Mal, seitdem ich hier vor zwei Jahren angefangen habe zu arbeiten, sind alle Termine weg“, sagt Servicekraft Manuela Zibler. Ohne Termin zu spenden, ist zwar auch immer möglich, an einem Tag wie diesem aber mit längeren Wartezeiten verbunden. Das scheint die Spendenden aber nicht abzuhalten, immerhin ist die Niederschwelligkeit des Angebots reizvoll.

Das sagt auch Sabine Flick: „Ich denke, das ist ein gutes Projekt, weil man während des Shoppens spenden kann und wir auch zeitlich flexibel sind.“ Ein Spender ergänzt: „Und man kommt ohne Termin dran, das finde ich am allerbesten“, währenddessen sieht er dabei zu, wie sich der Beutel neben ihm füllt. Fünf Tage die Woche – ab 2026 sogar von Montag bis Samstag ist Blutspenden in der Rathaus-Galerie möglich. Unter der Woche allerdings von 13 bis 18 Uhr. 

So viel Zeit gilt es, zum Blutspenden einzuplanen

Voraussetzung zum Spenden ist nur die Volljährigkeit und ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm, außerdem muss man seinen Personalausweis vorzeigen. Der begleitende Arzt, Christopher Nebel, empfiehlt zudem, dass die letzte Mahlzeit nicht länger als zwei bis drei Stunden zurückliegen sollte, damit der Kreislauf stabil bleibt. Vor Ort müssen die Spendenden zuerst auf einem Fragebogen 30 Fragen zu ihrer Gesundheit und womöglich relevanten Vorerkrankungen beantworten. Nach einem kurzen Gesundheitscheck bei Arzt Nebel geht es in den Entnahmeraum. Der eigentliche Vorgang verläuft ruhig und unkompliziert – es dauert meist acht oder neun Minuten. 

Es hat einen Sinn, warum man das nicht im Hauruckverfahren macht
DRK-Mitarbeiterin Sabine Flick

Sabine Flick rät aber dennoch, eine Stunde für das Beantworten des Fragebogens, die Untersuchung, die Spende und die Ruhepause danach einzuplanen. „Es hat einen Sinn, warum man das nicht im Hauruckverfahren macht“, so Flick. Und auch, wenn bereits einige Spenderinnen und Spender warten: Das DRK-Team arbeitet effizient, aber gelassen und wirkt entspannt. Es bleibt auch Zeit zum Plaudern. Während das Blut in den Beutel gepumpt wird, unterhält man sich zum Beispiel über Fußball oder Handball.

Diese Grundstimmung überträgt sich dann eben auch auf die Spenderinnen und Spender. „Ich fühle mich relaxed“, sagt ein Quettinger, der gerade auf dem Stuhl sitzt. „Na sicher“ würde er wiederkommen. Im Vorbeigehen sei er auf das Angebot aufmerksam geworden, zu einem Blutspendezentrum zu fahren und vorher auf einen Termin zu warten, sei ihm zu anstrengend. Aber auf diesem Weg werde ihm das Spenden einfach gemacht.

Die Blutspende-Station auf der dritten Etage der Rathaus-Galerie.

Seit zwei Jahren gibt es die Blutspende-Station in der Wiesdorfer Rathaus-Galerie.

Ähnlich geht es auch einer Opladenerin, die zum ersten Mal spendet. „Wir hatten bei der Arbeit die Möglichkeit, Blut zu spenden, aber ich habe mich das da nicht getraut. Ich wollte es aber unbedingt machen und deswegen war es jetzt aus der Gelegenheit heraus“, erzählt sie. Den Termin verbindet sie an diesem Samstag mit einer Einkaufstour.

Die Einrichtung einer Blutspende-Station in der Rathaus-Galerie ist allerdings nicht nur für die Spenderinnen und Spender von Vorteil – sondern auch für das DRK, wie Christopher Nebel erklärt: „Das Angebot wird gut angenommen, weil wir jeden Tag hier sind. Einige Spender kommen regelmäßig und kennen uns als Team. Und wir kennen die Räume hier und müssen nicht alles auf- und abbauen wie bei Außenterminen.“ Er könne sich gut vorstellen, dass die Zukunft der Blutspende in solchen niederschwelligen, dauerhaften Institutionen liege. 

Das DRK zeigt außerdem auf, wie wichtig Blutspende ist, schließlich werden 14.000 Blutspenden in Deutschland täglich gebraucht. Blut bleibt trotz aller Fortschritte in Wissenschaft und Medizin unersetzlich, so das DRK. Für viele Patientinnen und Patienten sei eine Bluttransfusion die einzige Chance zu überleben. Aus einer Blutspende kann das DRK allerdings schon drei Präparate gewinnen, also drei Menschen helfen.

Wenn Sabine Flick und ihr Team an diesem Samstag also sehen, wie viel Zulauf der Blutspendedienst hat, dann denken sie vor allem an eines: Wichtig seien „die Patienten im Krankenhaus, weil sie dann versorgt sind.“