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Nichtöffentliches GrundstücksgeschäftDynamit Nobel wird seine Altlast an die Stadt Leverkusen los

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Hinter der Böschung am Willy-Brandt-Ring liegt die Deponie Petersberg Bild: Ralf Krieger

Hinter der Böschung am Willy-Brandt-Ring liegt die Deponie Petersberg.

2021 und 2022 hatte der Rat den Kauf noch abgelehnt, beim dritten Anlauf wurde die Übernahme beschlossen.

Mit einer Mehrheit von 34 zu 26 Stimmen haben die Leverkusener Ratsmitglieder am Montag, 12. Oktober 2026, in nicht öffentlicher Sitzung der Übernahme der Deponie Petersberg zugestimmt. Den Antrag des Einzelvertreters Benedikt Rees, die Debatte über die Übernahme aus dem Besitz von Dynamit Nobel wegen der offensichtlichen Brisanz öffentlich zu beraten, wurde mit einer Mehrheit aus  CDU, SPD, AfD, Grünen und FDP abgelehnt.

2021 und 2022 hatte sich der Leverkusener Rat gegen eine Übernahme durch die Stadt ausgesprochen; weshalb man diese Entscheidungen nicht akzeptiert hat, und den Kauf wieder auf die Tagesordnung geholt hat, erklärte die Stadt auf Anfrage so: „Durch den Erwerb würden für die Stadt Leverkusen zumindest einige vorteilhafte Nutzungsoptionen in Frage kommen, zu deren Zweck es keines Eingriffs in den Deponiekörper bedarf. Namentlich genannt seien die Nutzung als ökologische Ausgleichsfläche als Kompensation zum Beispiel für städtische Baumaßnahmen, Freiflächenphotovoltaik, als Standort für Energiespeicheranlagen oder als Parkanlage.“

Dynamit Nobel Schlebusch  Bild: Ralf Krieger

Dynamit Nobel Werk Schlebusch in Manfort an der Kalkstraße

Zur Übernahme sollen sich mehrheitlich die Ratsmitglieder von CDU und SPD entschlossen haben. Der Prozess der Übernahme (für einen symbolischen Euro) der ehemaligen Mülldeponie Petersberg läuft seit 2021. Damals jedenfalls wurde der Plan der Übernahme der Kippe erstmals durch den „Leverkusener Anzeiger“ öffentlich. Die Kippe liegt zwischen Willy-Brandt-Ring, Petersbergstraße und der Güterzugstrecke; vom Willy-Brandt-Ring aus sieht man eine Böschung. Zuerst wurde sie als Wolkenburg-Kippe von der Stadt Leverkusen betrieben, 1962 aber an Dynamit Nobel verkauft. Die Kippe ist nach der Schließung ein paar Jahre später nicht versiegelt worden, sondern mit einer etwa 1,6 Meter dicken Erdschicht abgedeckt.

Die Stadt soll sowieso in der Verantwortung stehen

Die Stadtverwaltung präsentiert ein weiteres Argument, weshalb es geboten sein soll, die Kippe zu übernehmen: „Die Stadt Leverkusen wäre in jedem Falle als frühere Betreiberin der Deponie gemäß Bundesbodenschutzgesetz im Wege der Gefahrenabwehr zur Sanierung der Deponie verpflichtet. Dies gilt unabhängig davon, ob die Stadt Leverkusen den Grundbesitz erwirbt oder nicht. Die Störerhaftung zu Lasten der Stadt Leverkusen ergibt sich, weil sie selber seinerzeit Betreiberin der Deponie war.“ Ein juristisches Gutachten zu dieser Theorie ließ die Stadtverwaltung nicht anfertigen. Eine Einschätzung einer Mitarbeiterin aus dem Rechtsamt musste genügen. Darin heißt es, dass sowohl die Stadt als auch Dynamit Nobel als sogenannte Handlungsstörer anzusehen seien, also für eine mögliche Sanierung verantwortlich, trotz einer Klausel im Kaufvertrag, der die Sachmängelhaftung zugunsten der Stadt ausgeschlossen hatte. In der Einschätzung steht: „Dafür, dass von Dynamit Nobel möglicherweise schädliche Abfälle verkippt worden sind, liegen keine Anhaltspunkte vor.“ Offenbar lagen der Stadt also keine Unterlagen vor, was Dynamit dort abgekippt hat.

Zur Geschichte dieser Altlasten-Übernahme durch die Stadt gehört auch, dass Dynamit ein wertvolles Grundstück an der südlichen Stixchesstraße (Handwerkerzentrum), die Schießanlage Kalkstraße, nur im Paket mit der Petersberger Kippe und einer weiteren Altlast, ein Hügel an der Straße Schlangenhecke, verkaufen wollte. Nur den Deal mit der Petersberg-Kippe lehnte der Rat zweimal ab, die anderen Verkäufe kamen schon 2022 zustande.

Der Stadt gehört jetzt die fast 50.000 Quadratmeter große ehemalige Deponie, die seit den 1920er-Jahren bis 1970 auch mit pastösen teer- und ölhaltigen Abfällen verfüllt wurde. Heute liegt dort unter einer etwa 1,6 Meter dicken Erdschicht eine 15 Meter mächtige Altlast mit lokal deutlich erhöhten Werten an polyzyklischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), wie eine Beprobung 2003 ergeben hatte. Diesem Fleckchen Erde bescheinigt die städtische Untere Bodenschutzbehörde 2021, man habe „erhebliche Bedenken“ bezüglich des Grunderwerbs. Heute beurteilt das Amt die Sache anders: „keine Bedenken gegen einen Erwerb“.