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„Selbstbewusstsein positiv beeinflusst“Kunst erhält Einzug bei der OJB Leverkusen

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Amir und Markus mit Projektleitung Sonja Skandy und Axel Lutz bei der Vernissage im OJB-Café.

Amir (2.v.l.) und Markus (2.v.r.) nahmen an dem Projekt teil und besuchten die Projektleitung Sonja Skandy (l.) und Axel Lutz zur Vernissage im OJB-Café.

Mit einer Kölner Künstlerin hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich vor der Kamera mal auszuprobieren.

Nach und nach kommen einige der jungen Erwachsenen, die auf den ausgestellten Fotos zu sehen sind, in die Räume des OJB-Cafés in Opladen. Als Instagram vor mittlerweile etwas mehr als einem Jahrzehnt, damals noch im Grunde als reine Foto-App, rasant an Popularität gewann, waren sie noch Kinder. Und viele Pädagoginnen und Pädagogen hätten sich da wohl noch nicht ausgemalt, welch wichtig Rolle die Social-Media-Plattform nur wenige Jahre später in der Persönlichkeitsentwicklung vieler Heranwachsenden haben wird.

Das Ergebnis des aktuellen Projektes der Offenen Jugendberufshilfe (OJB) in Zusammenarbeit mit der Kölner Künstlerin Nina Blum waren zahlreiche sorgfältig aufbereitete Fotos der jungen Erwachsenen, die zum großen Teil auch bei der OJB beraten werden. Eine der ersten Reaktionen im Rahmen der Vernissage am Donnerstag, 27. November: „Oh, die sind ja wie gemacht für Instagram.“

Teilnehmende konnten sich an drei Workshop-Terminen austoben

Allerdings waren die Fotos und das Projekt nicht nur ideal, um die eigene Social-Media-Accounts der Teilnehmenden mit professionell geschossenen Fotos zu bereichern. Das Konzept des Workshops „Selfie:Me“ gab dem OJB-Team auch die Gelegenheit, die jungen Menschen, die sie unterstützen, von einer anderen Seite kennenzulernen.

Das Projekt stand im Kontext des Themas Selbstinszenierung, eine ebenso wichtige Rolle spielte aber, wie sich die Teilnehmenden auf den Fotos zeigen wollen. Fremdeln sie mit der ungewohnten Umwelt eines Shootings? Wie wollen sie sich präsentieren – ernst, lustig oder verspielt? Antworten darauf bekam Projektleiterin Sonja Skandy an den drei Workshop-Tagen im Oktober und November.

Die Vernissage im OJB-Café.

Auch die Zwillinge, die auf dem rechten Bild zu sehen sind, waren Teil der Vernissage im OJB-Café.

„Es ist so, dass viele der jungen Leute, die zu uns in die Beratung kommen, schon etliche Negativbewertungen oder Scheiter-Erfahrungen, etwa Schulnoten, im Bereich der beruflichen Bildung hinter sich haben. Da geht auch alles um schriftlichen und mündlichen Ausdruck“, erklärt Skandy. „Dann wirklich mit den Ablehnungen und Absagen irgendwie umzugehen, das ist schon schwierig. Wir schauen bei der OJB schauen immer darauf, auch Projekte auf die Beine zu stellen, wo es darum geht, dass sie sich auch nochmal auf andere Art und Weise ausdrücken können.“

Die Teilnehmenden konnten im Rahmen des Workshops ihrer Kreativität freien Lauf lassen, wurden durch die Expertise von Künstlerin Blum – und dem ein oder anderen Equipment unterstützt. Gerade die Sonnenbrille war da ein beliebtes Accessoire. Dass das damit zusammenhängen mag, dass die jungen Erwachsenen ein solches Shooting-Erlebnis so nicht aus dem Alltag kennen, ist dabei eine Möglichkeit, dieses Detail zu interpretieren.

Über das Konzept sagt Skandy: „Wir denken, dass darüber der Selbstwert, das Selbstbewusstsein positiv beeinflusst wird.“ Nach den drei Terminen mit den Shooting-Möglichkeiten kam dann bei der Vernissage noch die Gelegenheit hinzu, sich die Fotos bei einer Zusammenkunft im OJB-Café noch einmal in Ruhe, sorgfältig aufbereitet, anzuschauen. Dazu erhalten die Teilnehmenden ihre Fotos noch als Datei – das eine oder andere dürfte also auch im zweiten Schritt auf Instagram landen.

Allerdings soll mit der Vernissage auch nicht die öffentliche Ausstellung der Ergebnisse von „Selfie:Me“ enden. Auch in der Jugendkirche auf der Kölner Straße in Opladen sollen das Ergebnis des OJB-Projektes noch einmal zu sehen sein.