Leverkusen – Es hat schon drei Jahre gedauert vom Baubeschluss bis zur Genehmigung: Nun ziehen sich die Bauarbeiten im Hitdorfer Hafen hin, und teurer wird die neue Kaimauer auch. Statt gut drei Millionen Euro könnten es auch vier werden. Das wäre allerdings der schlechteste Fall, sagt Wolfgang Herwig, Stand heute. Der Chef der Technischen Betriebe Leverkusen ist Bauherr.
Viel ist noch nicht zu sehen, obwohl die Arbeiten im Januar begonnen haben. Das liegt daran, dass zunächst das Flussbett untersucht werden muss: Die neue Mauer soll im Abstand von einem Meter vor die alte gestellt werden, auf der Wasserseite. Die Suche nach Kampfmitteln hat sich aber erheblich verzögert, man kennt das von der Baustelle der Autobahnbrücke ein paar Kilometer flussaufwärts: Im Februar und März führte der Rhein Hochwasser, da war nicht viel zu machen.
Bohrungen gaben keine Sicherheit
Statt Anfang März sei der Bericht des Kampfmittelbeseitigungsdienstes erst am 30. April bei den TBL eingegangen, so Herwig. Mit dem Inhalt konnte er auch nicht glücklich sein: „Die Ergebnisse zeigen, dass es bei allen Bohrungen Teilbereiche gibt, die nicht auswertbar sind.“ Zwei Bohrungen an den Treppen der alten Kaimauer nährten zudem den Verdacht auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg - vielleicht sind es auch nur Metallteile, mit denen die Mauer im Grund des Rheins verankert ist.
Weil das nicht sicher ist, muss der Boden weiter untersucht werden. Über das Vorgehen diskutieren Behörden und Baufirma noch. Der Plan, nachdem ab 4. Mai die Spundwände für die neue Kaimauer in den Boden gerammt werden sollten, ist damit erledigt. Und damit auch die Vorstellung, die neue Kaimauer binnen zwölf Monaten zu errichten. Herwig rechnet jetzt mit April.
Die Probleme bei der Bodenuntersuchung sind auch der Grund für die Kostensteigerung. Weitere Bohrungen und mögliche Grabungen sind mit 800.000 Euro veranschlagt. Der Arbeitsstillstand wegen Hochwasser hat schon 268.000 Euro gekostet.
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Im Bauausschuss fragte Michael Neuendorf (Opladen plus), warum es an der Kaimauer nicht sofort Testbohrungen gab. Dafür sei das Gebiet zu groß, „das ist eine erhebliche Strecke, die abgesucht werden muss“, sagte Herwig. Nun hoffen die Politiker, dass die neue Kaimauer nicht noch teurer wird.



