Der Wahlverein will der „politischen Rutschbahn nach Wiesdorf“ etwas entgegensetzen.
KommunalwahlDas will Opladen Plus für Leverkusen erreichen

Stephan Adams, Olivier Faber und Markus Pott (v.l.) haben ein Programm für Opladen.
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Bei Opladen Plus muss man das natürlich so sehen, aber Markus Pott hat schon auch ein paar Argumente. Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion sieht Leverkusens Politik auf einer „Rutschbahn nach Wiesdorf“. Die wirklich großen Räder würden dort gedreht. Pott nennt den Bahnhof in Wiesdorf und natürlich die Revitalisierung der City C – beides Projekte, in die viele Millionen fließen werden. Dazu stehe der Stadtrat in großer Einmütigkeit, auch in der fundamentalen Haushaltskrise.
Ein ähnlich wichtiges Projekt wie das Torhaus in Opladen sei dagegen mit einem Federstrich beerdigt worden. „Das hat man fallen lassen, sofort“, so Pott. Jedenfalls, was den Anteil der Stadt Leverkusen betrifft: Die Verwaltung wollte dort Ankermieter werden. Das ist abgesagt, und damit steht das ganze Projekt in Frage. Der Investor Cube Real Estate muss sich ein neues Mietkonzept einfallen lassen. Das kann noch dauern; allerdings muss ein Bauantrag bis Ende 2026 gestellt sein.
Das Torhaus hat strategische Bedeutung
Das Torhaus, darauf verweisen am Donnerstag auch Stephan Adams und Oliver Faber, wäre ja auch enorm wichtig für die Verkehrsinfrastruktur: Schließlich ist geplant, dort zwei Rolltreppen unterzubringen, mit denen man dann auf die Bahnhofsbrücke gelangt. Für Reisende wäre das ein entscheidender Vorteil.
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Auch deshalb hat sich das Trio vor der Bahnhofsbrücke postiert. OP als riesige rote Aufblas-Buchstaben ziehen die Blicke auf sich. Mehrmals kommen Jugendliche und fragen, was es damit auf sich hat. Eine Gelegenheit, auf die Kommunalwahl am 14. September aufmerksam zu machen. Denn darum geht es hier.
Parken ist ein Dauerthema
In ihrem Selbstverständnis als Politiker für den Stadtteil Opladen legen Pott, Faber und Adams den Akzent natürlich auf das, was dort verbessert werden könnte. Immer wieder geht es da auch um das Thema Parken. Das Remigius-Krankenhaus sei trotz der übermächtigen Konkurrenz durch das städtische Klinikum für viele Patienten erste Anlaufstelle in Sachen Orthopädie.
Wenn es aber um die Nachsorge nach Operationen geht, stelle sich das Parkproblem rund um das Krankenhaus ganz besonders, sagt Stephan Adams. Ein Mittel dagegen wäre eine Palette auf dem Parkplatz des Amtsgerichts nebenan. Errichten müsste sie der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes. Bei OP Plus allerdings vermisst man das Bemühen in der Stadtverwaltung, beim BLB die Sache voranzutreiben. Im Verhältnis zum Klinikum werde das Krankenhaus in Opladen „oft vergessen“, bemängelt Adams.
Wiembachallee ist eine Herzensangelegenheit
Komplett ignoriert werde auch der enorme Gemütswert, den die Wiembachallee für sehr viele Opladener hat. Aus der Luft zeigt sich, dass die Allee das Stadtbild prägt. Der dichte Baumbestand habe allerdings auch enormen praktischen Wert, betont Markus Pott. In der Hitzewelle vor einigen Wochen habe er die Temperatur am Brückenpark und in der Allee gemessen: 39 Grad in der Bahnstadt, 32 am Bach. Pott hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Technischen Betriebe in Leverkusen beim Thema Hochwasserschutz weitere Kompromisse sehen, um Bäume zu schützen.
Vernachlässigt sei der Sportplatz Birkenberg: Stephan Adams findet es ein bisschen absurd, dass er zu einer „Eliteschule des Sports“ gehört, nämlich dem Landrat-Lucas-Gymnasium. Für viele Aktivitäten werden Schüler inzwischen anderswo hingebracht. Das spreche Bände, ergänzt Oliver Faber, der Spitzenkandidat für die Kommunalwahl.
Ein weiteres Thema hat ebenfalls mit den Schulen zu tun: Opladens Stadtteilbibliothek werde sowohl vom größten Gymnasium als auch der größten Grundschule Leverkusens genutzt. Das sei auch „ein wichtiger Aufenthaltsraum“ für Schülerinnen und Schüler. Und ein sehr niedrigschwelliges Bildungsangebot. Dass die Politiker anderer Parteien, die Bildung zu einem Kernthema machen, die Bibliotheken so leichtfertig geopfert haben, können die Männer von Opladen Plus nicht nachvollziehen.