Letzlich ist es ein Erfolg der Anwohner: Der Lützenkirchener Dorfkern bekommt Tempo 30.
LeverkusenLützenkirchen bekommt im Ortskern Tempo 30

Für die Ortsdurchfahrt der Lützenkirchener Straße wird auf 220 Metern Tempo 30 angeordnet. Das, obwohl laut Verwaltung hier kein Schulweg ist.
Copyright: Ralf Krieger
Lützenkirchen bekommt in seinem Ortskern Tempo 30. Der Fachbereich „Mobilität und Klimaschutz“ hat jetzt die Temporeduzierung angeordnet. Die Reduzierung gilt für den Abschnitt zwischen der Straße Im Dorf und dem Kreisverkehr an der Kirche. Bisher gilt dort noch 50. Das sei zu schnell, denn im Ortskern komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen durch Autos, hat jetzt die Verwaltung bei Verkehrsbeobachtungen festgestellt.
Die Bezirksvertretung III, zuständig auch für Lützenkirchen, hatte die Verwaltung aufgefordert, eine Temporeduzierung im Ortskern zu prüfen. Als Grund wurde angegeben, die Schulwege sicherer zu machen. Die Verwaltung hat sich die Sache angesehen. Schulwege sollen demnach allerdings nicht das größte Problem sein, laut Schulwegkarte sei dort kein offizieller Schulweg, steht in der Mitteilung.
Aber: Auf beiden Seiten der Lützenkirchener Straße im Straßenabschnitt zwischen Kreisverkehr und dem westlichen Teil der Straße Im Dorf (am Eiscafé) sind mehrere Geschäfte, Arztpraxen und Banken, zwischen denen die Lützenkirchener hin und her wechseln. Zudem sind dort Bushaltestellen. Viele Fußgänger überqueren die Straße nicht an den gesicherten Überwegen, hat die Verwaltung beobachtet. Vor allem, wenn die Fußgänger hinter Bussen die Straße überqueren wollen, werden sie von Autofahrern spät gesehen. Die Menschen bewegen sich – wen wundert’s – in ihrem Dorfkern auf den kürzesten Wegen zwischen den Geschäften. Die Lützenkirchener Straße in dem Bereich ist breit und kaum einer der Fußgänger habe die Ampel an der Lehner Mühle oder den Überweg Im Kirchfeld genutzt, so die Beobachtung.
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Leverkusen: Auch die Polizei ist für Tempo 30
Angeordnet wird ein streckenbezogenes Tempo 30 auf einem Abschnitt von etwa 225 Meter, keine großräumige Tempo-30-Zone. Das Amt sieht die Voraussetzungen vor und hinter diesem Straßenabschnitt nicht mehr gegeben. Lärmschutz der Anwohner wiegt da offenbar nicht so schwer. An der Straße weiter westlich stehen meist Wohnhäuser, dazwischen Geschäfte.
Die Polizei habe die Reduzierung von Tempo 50 auf Tempo 30 ebenfalls begrüßt, da dies zu einem höheren Sicherheitsgefühl bei den schwächeren Verkehrsteilnehmern führe, so der Antrag.
Zum Thema Schulweg: Unsere eigene Beobachtung am Freitagmittag zeigt, dass, wenn ein Bus gehalten hat, ganze Knubbel an Schulkindern über die Straße laufen. Für viele Autofahrer ist der Lützenkirchener Dorfkern Durchfahrtstrecke. Ein weiterer Gefahrenpunkt ist laut Verwaltung, dass es mehrere senkrechte Parkbuchten gibt, rückwärtiges Ausparken birgt immer eine größere Gefahr als Parkbuchten, die längs an der Straße angeordnet sind.
Das alles hat der Stadtverwaltung genügt, um die Geschwindigkeitsbegrenzung anzuordnen. Den Anstoß hatte eine Petition von Anwohnern gegeben, die Tempo 30 gefordert hatten. Die Anwohner, die die Gefahren besonders gut kennen und einschätzen, hatten Fußgänger, vor allem der langsamen, schwachen und gehbehinderten im Sinn, als sie fast 250 Unterschriften für die Einrichtung von Tempo 30 sammelten und an den Oberbürgermeister übergaben. Der Initiator Detlef Mücke sagte am Freitag, er kämpfe schon seit vier Jahren für Verbesserungen. Mücke ist zufrieden: „Ich freue mich auf die ersten Schilder. Früher hieß es immer nur: Tempo 30 geht nicht, das ist eine Landstraße.“


