Creditreform hat die Lage und das Zahlungsverhalten analysiert – mit teils überraschenden Ergebnissen.
UmfrageMittelständler in und um Leverkusen sind vergleichsweise zufrieden

Mittelständler – hier das Gewerbegebiet in Küppersteg – äußern sich erstaunlich positiv zu ihrer Geschäftslage. Das zeigt die Frühjahrsumfrage der Creditreform.
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Der Mittelstand zwischen Leverkusen, Solingen und Remscheid stimmt nicht in das allgemeine Klagelied deutscher Unternehmen ein. Das zeigt die jüngste Analyse der Creditreform, die sich mit dem Zahlungsverhalten der Unternehmen beschäftigt: 40,6 Prozent der befragten 220 Unternehmen sehen sich in einer „sehr guten“, mindestens aber „guten“ Auftragslage. Das sind ein paar mehr als vor einem Jahr. Noch bezeichnender für die eher gute Stimmung: Der Anteil der Firmen, die sich in einer „mangelhaften“ Situation sehen, sank seit dem vorigen Frühjahr von 6,4 auf 1,4 Prozent. Insgesamt ergebe das eine 2,6 – nach 2,7 im Frühling 2025.
Die Erwartungen sind überwiegend positiv. Ein gutes Viertel der Unternehmen geht davon aus, dass sich die Geschäftslage im nächsten halben Jahr verbessern wird. Sechs von zehn glauben, dass sie sich nicht verändert, und nur 18,6 Prozent befürchten eine Verschlechterung. Das sind allerdings etwas mehr als im Frühjahr 2025.
Nur wenige große Mittelständler
Mittelständler, das sind Unternehmen mit zehn bis 500 Beschäftigten. Im bergischen Wirtschaftsraum gibt es aber nur wenige Unternehmen mit 500 Beschäftigten. Typisch sind vielmehr kleinere Firmen mit zehn bis 50 Mitarbeitenden. An der Umfrage teilgenommen haben 220 Unternehmen. Gut die Hälfte von ihnen hat nicht mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Zahlungsmoral ist im Durchschnitt eher gut, zeigt der Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt: 37,7 Prozent der Mittelständler im Bergischen berichteten der Creditreform, dass sie überhaupt keine Zahlungsausfälle hatten – im Bund gilt das nur für 20,8 Prozent der Unternehmen. Genauso hoch ist im deutschen Durchschnitt die Zahl der Firmen, die mehr als ein Prozent ihres Umsatzes endgültig ausbuchen mussten. Im Bergischen waren es nur 5,8 Prozent. Allerdings ist das Insolvenzrisiko gestiegen. 31 Prozent der Mittelständler berichteten von Forderungsverlusten aufgrund von Pleiten. Das sind knapp drei Prozent mehr als im vorigen Jahr.
Banken sind vorsichtiger geworden
Die Beschaffung von Krediten ist etwas schwieriger geworden. Für knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen ist es derzeit noch „eher leicht“ bis „sehr leicht“, ein Darlehen zu bekommen. Im Vorjahr waren das aber noch drei Viertel der Befragten. Und knapp 30 Prozent berichteten von höheren Anforderungen ihrer Bank an die Eigenkapitalquote, ein Viertel musste höhere Sicherheiten bieten. „Die Banken werden vorsichtiger“, fassen Andreas Koch, Stefan Krause und Kurt Ludwigs, die Autoren der Studie, zusammen.
Das dürfte besonders für Leverkusener Mittelständler ein Problem sein. Hier liegt der Anteil der mit einem Eigenkapital von mehr als 30 Prozent der Bilanzsumme und gut ausgestatteten Unternehmen mit 21,4 Prozent deutlich niedriger als in Solingen und Remscheid. Und 35,7 Prozent verfügen über eine Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent der Bilanzsumme. In Remscheid liegt der Anteil der knapp ausgestatteten Unternehmen bei 28,6, in Solingen sogar nur bei 25 Prozent.
