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Bezirk OpladenBürger beschweren sich an mehreren Stellen über den Verkehr

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Menchendahler Straße Bild: Ralf Krieger

Menchendahler Straße: Der Straßenbelag ist ein Flickenteppich, Mülltonnen werden als Poller gegen Überfahren des Fußwegs genutzt.

Mit mehreren Bürgeranträgen zu Verkehrsthematiken hat sich die Bezirksvertretung Opladen beschäftigt.

Zu viel Verkehr, Gefahrenstellen, Raserei und Durchfahrtsbeschränkungen – über diese Themen haben sich Bürger bei der Bezirksvertretung II beschwert.

Gefahr auf der Menchendahler Straße

Kinder, die auf dem Bürgersteig nicht sicher vor Autos sind, Radfahrende, die eng an Mauern gedrängt werden – diese Zustände beklagen Anwohnende der Menchendahler Straße in Opladen. Die Innenstadtstraße werde viel zu schnell befahren, bei Begegnungsverkehr  regelmäßig auf den Bürgersteig ausgewichen, mit den bekannten Gefahren für Fußgänger. Die Stadtverwaltung allerdings wertet die Zahlen einer Verkehrszählung als nicht auffällig: Gezählt wurden 9432 Fahrzeuge Richtung Kölner Straße und 10.738 Richtung Friesenweg, rund drei Prozent aller Fahrzeuge waren zu schnell.

„Die Zahlung fand während der Schulferien statt, noch dazu in der Zeit, als die Hauptzufahrtsstraße gesperrt war“, beanstandet die Bürgerantragsstellerin und fordert Poller zur Sicherung des Gehwegs, eine Einbahnstraßenregelung gegen den Begegnungsverkehr, eine Überprüfung der Parksituation und die Sanierung der Straße. 

„Die Straße ist mehr oder weniger kaputt. Dass die gemacht werden muss, sind wir uns alle einig“, stimmt ihr Matthias Itzwerth (CDU) am Dienstag in der Bezirksvertretung II zu. Bei der Einbahnstraße ist er skeptisch: „Das verschiebt das Problem in die nächsten Straßen.“ Die Gefahrenlage für Radfahrer und Fußgänger sei aber „definitiv gegeben“. Deswegen befürworte er Poller. „Dann können die Anwohnenden auch ihre Mülltonnen wieder wegstellen, die sie aktuell als Poller nutzen.“ Zudem gebe es den, aktuell auf Eis liegenden, politischen Beschluss, hier eine Fahrradstraße einzuführen. 

Conchita Laurenz, Abteilungsleiterin Verkehrslenkung und -sicherung, sagt die Poller zu: „Das hätten wir auch unabhängig von dem Beschluss gemacht.“ Von einer Einbahnstraße rät sie ab: „Das erhöht erfahrungsgemäß die Geschwindigkeit massiv, wenn kein Gegenverkehr zu erwarten ist.“ Wenn die Sanierung der Straße geplant wird, sollen aber die Themen Einbahnstraße, Parkmöglichkeiten und Fahrradstraße mit geprüft werden. Darauf einigt sich die Bezirksvertretung mehrheitlich. 

Raser auf der Burscheider Straße

Die Eigentümer des ehemaligen Pattscheider Bahnhofs beklagen Raserei auf der Burscheider Straße. Vor allem durch schwere Sattelschlepper, landwirtschaftliche Gespanne und Busse, die zu massiven Erschütterungen führen würden. „Da wackeln bei uns die Fenster“, berichtet die Antragstellerin. Sie fordert Tempo 30 und regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen, um mögliche Schäden am historischen Gebäude sowie Gefahren für Fußgänger und Radfahrer zu verhindern.

Der Pattscheider Bahnhof. Foto: Ralf Krieger

Der ehemalige Pattscheider Bahnhof.

Die Stadt lehnt das in einer Stellungnahme zunächst ab, eine Geschwindigkeitsmessung sei auch hier unauffällig gewesen: Bei einer Messung vom 23. Juli bis 1. August überschritten 6,08 Prozent der Fahrzeuge Richtung Opladen und 2,73 Prozent Richtung Burscheid die zulässigen 50 km/h. Als Landesstraße könne die Burscheider Straße außerdem keine Tempo-30-Zone werden; für ein streckenbezogenes Tempolimit fehle eine besondere Gefahrenlage. „Auch hier wurde die Messung in den Sommerferien gemacht“, klagt die Antragstellerin und fordert eine neue Messung – nach Möglichkeit auch gestaffelt nach Fahrzeugtypen. Die Stadtverwaltung sagt zu, nach den Herbstferien ein neues Geschwindigkeitsprofil durchzuführen. Die Bezirksvertretung vertagt daraufhin den Antrag, bis die Ergebnisse vorliegen.  

Durchfahrtsverbot Neukronenberger Straße

Erst bei einer Verkehrskontrolle an der Neukronenberger Straße war aufgefallen, dass Anwohner aus Biesenbach sich zu Unrecht als „Anlieger“ wähnten. Nur solche dürfen das eigentlich geltende, beidseitige Durchfahrtsverbot ignorieren. Nun beantragten sie, auch in die Liste der Anlieger aufgenommen zu werden. Die Stadt schlägt daraufhin vor, die Verbotsschilder in der Neukronenberger Straße und am Claashäuschen komplett zu entfernen: Seit dem Umbau des Rennbaumkreisels sei der Anreiz für Schleichverkehr gesunken, zudem seien die bestehenden Schilder kaum durchsetzbar. „Wer eine gute Ausrede hat, warum er da durch muss, darf durchfahren“, fasst Conchita Laurenz zusammen.

Dagegen spricht sich Marcus von Laszewski (Opladen Plus) aus: „Solange die Anliegerfrei-Zone gilt, wird die Strecke auf Google nicht angezeigt. Dann kommen Auswärtige nicht auf die Idee, da langzufahren.“ Dennoch sprechen sich die Bezirksvertreter mehrheitlich für einen Versuch aus. Die Verwaltung plant drei Verkehrsmessungen – eine noch mit, zwei nach Abbau der Schilder, voraussichtlich im Januar und April 2027. Bleiben größere Auswirkungen aus, soll die neue Regelung bestehen bleiben.