Beim Tag der offenen Tür der Autobahnmeisterei Opladen gab es Einblicke in die Technik und Arbeit, die die Infrastruktur funktionsfähig hält.
Autobahnmeisterei LeverkusenDrohnen und andere Technik, damit die Autos rollen

Mit dieser Drohne soll die Leverkusener Brücke künftig mit einem Hochdruckstrahl vom Eis befreit werden. Beim Tag der Autobahn wurde der fliegende Kärcher in der Autobahnmeisterei Opladen vorgeführt.
Copyright: Ralf Krieger
Man nutzt die Autobahn selbstverständlich, aber hinter der Infrastruktur steckt eine Menge Arbeit und viel neue Technik. Seit dem vergangenen Jahr begeht die Autobahn GmbH deutschlandweit im September den Tag der Autobahn. In diesem Jahr beteiligte sich die Autobahnmeisterei Opladen mit einem Tag der offenen Tür, weil die Meisterei 90 Jahre alt wird. Die A3 gab der Mönchengladbacher Nazi Joseph Goebbels am 21. Mai 1936 frei, geplant und gebaut wurde daran aber schon zehn Jahre früher.

Ein offener mobiler Blitzer-Wagen
Copyright: Ralf Krieger
Es gab eine echte Neuheit zu sehen: die vergleichsweise große Drohne, mit der bei einem kommenden Schneefall die Tragseile und die Pylone der Leverkusener Brücke mit Taumittel besprüht werden sollen, damit nicht wieder Eis auf Autos und Radfahrer fallen kann.

Eine Schlange bildete sich vor dem Hubwagen.
Copyright: Ralf Krieger
Der Leverkusener Drohnenpilot und Unternehmer Anatolii Falendysh soll den Job erledigen. Er besitzt eine über 20 Kilogramm schwere und große Drohne, die einen Hochdruckschlauch über 50 Meter hochziehen kann und vorne eine Spritzdüse hat, aus der das Taumittel mit 150 bis 200 Bar Hochdruck auf den Schnee auf der Stahlkonstruktion versprüht werden soll. Die Flugzeit von einer halben Stunde mit einem Akku-Pack dürfte ausreichen, schätzt der Unternehmer. Seine Flugmaschine kann eine Nutzlast von 15 Kilogramm tragen.

In den sicherheitsrelevanten Kontrollraum durfte man nur von oben blicken.
Copyright: Ralf Krieger
Falendysh, ein Ukrainer, demonstrierte auf dem Hof seine Drohne, die bei den Zuschauern schwer Eindruck machte. Sie klingt fast schon wie ein Hubschrauber. Der Schnee-Einsatz wäre ein Sonderauftrag: Normalerweise bearbeitet Falendysh mit seinem fliegenden Kärcher normale Hausfassaden.

Ferngesteuerte Mähroboter faszinierten vor allem Männer und Jungs.
Copyright: Ralf Krieger
Mittlerweile gibt es einige ferngesteuerte Geräte bei der Autobahnmeisterei. Besonders Mähmaschinen und Mulcher, teilweise mit Kettenantrieb, werden gebraucht. Die Fernsteuerung erhöht auch die Sicherheit der Mitarbeiter, denn sie können von einem sicheren Platz aus agieren.
Nur mit Anmeldung ging es in den gewissermaßen heiligen Bezirk der Opladener Autobahnmeisterei, den Kontrollraum, aus dem praktisch das gesamte Autobahnnetz des Landes NRW gesteuert und überwacht werden kann. Der Bereich ist sicherheitsrelevant, dort darf nicht alles fotografiert werden. Der sicherlich zehn Meter breite und vier Meter hohe Bildschirm an der Stirnseite faszinierte die Besucher. Man erfährt interessante Dinge: Zum Beispiel, weshalb es die früheren Verkehrs-Webcams nicht mehr öffentlich im Internet zu sehen gibt: Die früheren Stau-Kameras seien mit Beginn des russischen Angriffskriegs abgeschaltet worden oder nur noch für staatliche Stellen offen.
Die Autobahnpolizei präsentierte ihre Überwachungsgeräte: einen schnellen Pkw mit Kameraausrüstung und einen ihrer hellgrauen mobilen Blitzer, die Autofahrer etwa von Baustellen kennen. Bis zu fünf Fahrspuren kann ein einziger mobiler Radarwagen überwachen.
Auch hier erklären die Fachleute Interessantes: Mit 400.000 geblitzten Autofahrern rechnet alleine die Autobahnpolizei Köln in diesem Jahr. Das sind nur die Knöllchen aus den mobilen Blitzern in der Region.
Die Männer in Orange mögen keine Raser
Gegen das Blitzen haben die Mitarbeiter von der Streckenkontrolle überhaupt nichts einzuwenden, die auf dem Hof den Interessenten von ihrer Arbeit berichteten. Manche Autofahrer bretterten zu nah und viel zu schnell an den Mitarbeitern in Orange vorbei, sagt Ralf Emmerich, der seit 1977 dabei ist. „Ich verstehe nicht, weshalb man den stationären Blitzer zwischen Burscheid und Leverkusen wieder abgebaut hat“, sagt der Mann aus der Praxis.
Er wird nämlich zum Beispiel zu Unfällen geschickt, um aufzuräumen, oder er muss raus, wenn mal wieder jemand seinen Sonder- oder Sperrmüll an der Autobahn abgeladen hat. Meistens wagen das Leute auf Parkplätzen, von denen es im Bereich der Opladener Meisterei nicht viele gibt.
Was noch? Streufahrzeuge, Mäh-Saugfahrzeuge, mit denen Grünschnitt und Müll vom Straßenrand und Mittelstreifen zusammen eingezogen werden, interessierten auch die Kinder, die hinters Steuer durften. Auch die Autobahn GmbH selbst hatte Stände: Sie suchen etwa Ingenieure.
