Der Opladener Geschichtsverein hat sein Jahresprogramm vorgestellt: Exkursionen, Highlights und die Möglichkeit, mitzugestalten.
Programm vorgestelltDiesem Schwerpunkt widmet sich der Opladener Geschichtsverein 2026

Michael Gutbier, Guido von Büren und Jürgen Mittag (v.l.n.r) von den Geschichtsvereinen Jülich und Leverkusen präsentierten ihr Programm für 2026.
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„Stadt“ – so lautet das Schwerpunktthema, mit dem sich der Opladener Geschichtsverein (OGV) im nächsten Jahr in seinen Vorträgen, Exkursionen und Studienreisen beschäftigen wird. Der Verein knüpft damit an seinen Plan an, in einem Dreijahreszyklus jeweils den Fokus auf Freiheit – Stadt – Gesellschaft zu legen.
2026 möchte der OGV den Blick auf Städte als zentrale Triebkraft gesellschaftlicher Entwicklung lenken. Immerhin befinde sich die Gesellschaft in einer Zeit des tiefgreifenden Wandels, wie Michael D. Gutbier, Vorsitzender des OGV, erklärt: „Indem wir zeigen, wie die Menschen in Leverkusen in der Vergangenheit mit teilweise existenziellen Herausforderungen umgegangen sind, wollen wir aber unseren kleinen Beitrag dazu leisten, sich mithilfe der Geschichte besser in der Gegenwart zu orientieren.“
Wir wollen die Herkulesaufgabe darstellen, aus den Trümmern des Krieges eine Bundesrepublik hervorzubringen
Den Auftakt bildet also eine Geschichtsmatinee am 11. Januar, die sich dem demokratischen Neubeginn in Leverkusen nach 1945 widmet. „In der Besatzungszeit entwickelt sich von unten ein Bewusstsein demokratischen Lebens, gleichzeitig stellen von oben die Alliierten die Rahmenbedingungen“, klärt Prof. Dr. Jürgen Mittag, stellvertretender OGV-Vorsitzender, auf. In Impulsvorträgen beleuchten Gutbier und Mittag gemeinsam mit Dr. Ines Soldwisch von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen die historische Situation Leverkusens nach der alliierten Eroberung. In einer anschließenden Diskussionsrunde soll es um das Wiedererstarken der Parteienlandschaft in Leverkusen nach dem Kriegsende gehen.
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„Wir wollen die Herkulesaufgabe darstellen, aus den Trümmern des Krieges eine Bundesrepublik hervorzubringen“, erklärt Mittag. Die Entwicklung in Leverkusen sei dabei durchaus sinnbildlich. Die Geschichtsmatinee soll darstellen, dass Opladen nicht nur Schauplatz, sondern auch prägende Kraft der Parteienentwicklung war – von der Formierung der FDP bis zu wichtigen Impulsen für CDU und SPD.
Im weiteren Jahresprogramm bietet der OGV in Zusammenarbeit mit dem Jülicher Geschichtsverein (JGV) verschiedene Vorträge und Exkursionen an. So widmet sich Dr. Wolfgang Rosen am 4. Februar Städten im Rheinland, bevor sich am 4. März Stefan Karl und Michael D. Gutbier auf die Stadtentwicklung in Leverkusen nach 1945 konzentrieren. Mit der Leitfrage „Ordnung statt Freiheit?“ lädt Prof. Dr. Ralf-Peter Fuchs dazu ein, sich am 1. Juli mit Herzog Johann III. zu beschäftigen. Im Herbst befasst sich Prof. Dr. Petra-Sophie Zimmermann am 7. Oktober mit Stadtentwicklung in der Moderne und lenkt ihren Blick dabei auf Leverkusens größeren Nachbarn: Köln. Mit einem Vortrag von Dr. Guido Hitze zelebriert der OGV am 4. November 80 Jahre NRW. Die Vortragsreihe endet am 2. Dezember mit einer Präsentation Dr. Holger Löttels zu Konrad Adenauer.
Opladener Geschichtsverein: Das ist das Highlight des Jahresprogramms
Tagesfahrten des OGV führen in 2026 unter anderem nach Bonn und Rhöndorf zu einem Besuch des Hauses der Geschichte sowie des Konrad-Adenauer-Hauses. Außerdem verbinden Exkursionen nach Erkelenz, Wesel und Solingen Museumsbesuche mit stadtgeschichtlichen Einblicken. Eine mehrtägige Studienreise führt im Mai in die Region Mainfranken und soll dort die Spuren des Deutschen Ordens erlebbar machen. Am 8. Mai lädt eine Halbtagsexkursion im Rahmen der Reihe „Zu Gast im…“ in das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv in Köln ein.
Opladener Geschichtsverein lädt zum Mitwirken ein
Als Highlight des Jahresprogramms kündigt Guido von Büren das Konzert „Der ersehnte Fürst ist da!“ an. OGV und JGV präsentieren damit eine musikalische Reise durch das 16. Jahrhundert auf den Spuren des Erbprinzen Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg. Ein Ensemble aus Renaissance-Violine, -Gitarre, Laute, Harfe, Gambe und fünf Sängern wird Musikstile von franko-flämischer Renaissance bis italienischer Tanzmusik vorstellen. Die Konzerte finden am 24. April um 19 Uhr im Spiegelsaal im Schloss Morsbroich und am 25. April um 14.30 Uhr im Altenberger Dom statt.
Für den Frühling und Sommer des kommenden Jahres plant der OGV Bürgerdialoge zur Stadtentwicklung. Im Herbst steht dann das traditionelle Geschichtsfest am 13. September an, das gleichzeitig auch den Auftakt für die neue Ausstellung „Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert – Freiheit, Stadt, Gesellschaft im Wandel“ darstellt. Immerhin hat sich die Sonderausstellung zu 50 Jahren Leverkusen großer Beliebtheit erfreut – der OGV hofft, daran in 2026 anknüpfen zu können.
Ebenfalls großen Anklang fand vor einigen Jahren eine Studienreise in die europäische Kulturhauptstadt Oulu, die der Verein deswegen im kommenden Jahr wiederholen möchte. Organisator dabei ist das neue Vorstandsmitglied Bernhard Marewski, bis vor wenigen Monaten noch Bürgermeister in Leverkusen. Marewski ist bereits seit Jahrzehnten eng mit der finnischen Partnerstadt Leverkusen verbunden. Bei Veranstaltungen des OGV, wie den Leverkusener Geschichtswegen, sind außerdem alle Leverkusenerinnen und Leverkusener herzlich eingeladen, mitzuwirken, betont Michael D. Gutbier. Dem schließt sich auch Beisitzer Bert-Christoph Gerhards an: „Das ist ein offenes Projekt“.
Interessierte können sich dafür per Mail an den Geschichtsverein wenden. Weitere Informationen zu Projekten und Workshops des Opladener Geschichtsvereins finden Sie auf der Homepage.
www.ogv-leverkusen.de
geschichtswege@ogv-leverkusen.de
