Kneipen ohne Sky dürfen die WM-Spiele nicht über ARD und ZDF übertragen. „Der Fußball gehört allen“ ist längst nur noch eine Parole, findet unser Autor.
Ohne Sky keine Übertragung der WMSo wird der Fußball aus den Kneipen endgültig vertrieben

Zwei Deutschland-Fans schauen die WM in einer Kneipe.
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Es ist die moderne Welt, wie sie nun einmal funktioniert: Rechte werden gekauft, weiterlizenziert, verwertet. Märkte regeln, was wer wann und wo sehen darf. Wer zahlt, schaut. Wer nicht zahlt, bleibt draußen. Das ist eben Kapitalismus.
Aber ab und zu täte etwas anderes gut. Etwas, das nicht sofort nach Rendite fragt. Etwas, das den Satz „Fußball gehört allen“ nicht nur als Werbeslogan benutzt, sondern ernst nimmt.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 trägt das Motto „United as One“ Sie findet in drei Ländern statt, wird von der Fifa als globales Volksfest vermarktet – und ist in Deutschland für den kleinen Gastwirt, der kein Sky-Abo hat, schlicht nicht legal zu übertragen. Nicht weil er kein öffentlich-rechtliches Fernsehen empfangen kann, sondern weil die Deutsche Telekom die Rechte an allen 104 Spielen hält und die Gastro-Verwertung exklusiv an Sky vergeben hat. ARD und ZDF senden – aber ihre Signale dürfen in der Kneipe nicht gezeigt werden, solange die Besitzer nicht einen Sky-Decoder haben. Formal legal, inhaltlich schwer zu erklären.
Was bleibt, ist ein fatales Signal: Ein börsennotiertes Unternehmen kauft die Rechte an einem Turnier, das ausdrücklich als Gemeingut vermarktet wird, und zwingt die Gastronomie des Landes, über einen privaten Anbieter einzukaufen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der für jeden zugänglich sein soll – zu Hause, auf der Arbeit, in der Kneipe –, spielt dabei mit. Das ist das Gegenteil von dem, wofür er steht.
Und dann ist da noch das Turnier selbst. US-Präsident Donald Trump hat die WM längst als Bühne für sich entdeckt. Fifa-Präsident Gianni Infantino reist ihr als persönlicher Begleiter voraus. Wer Fußball wirklich als verbindendes Gemein- und Kulturgut ernst nimmt, muss sich fragen, was davon übrig bleibt, wenn das Turnier zur Kulisse für Machtdemonstration und Selbstinszenierung wird. Und selbst die Kneipen nicht mehr übertragen dürfen.
