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SeelsorgeWarum Messdiener in Leverkusen Kirchenlieder zu Fangesängen umdichten

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Niklas Kusber, Alexander Kusber und Hannes Wesselmann sitzen in einer Kirche.

Niklas Kusber, Alexander Kusber und Hannes Wesselmann engagieren sich für die Messdienergemeinschaft im Seelsorgebereich Leverkusen Süd-Ost.

Vor einigen Jahren begann die Neuordnung der Seelsorgebereiche im Erzbistum Köln. Die Jugend macht vor, wie man zusammenfinden kann.

„Wir wollen uns connecten nach den ganzen Umstrukturierungen“, sagen die Messdienerleiter Niklas und Alexander Kusber und Hannes Wesselmann aus dem Seelsorgebereich Leverkusen Süd-Ost. Deshalb organisierten die drei Jugendlichen gemeinsam mit anderen Jugendleitern ein Fußballturnier, bei dem Messdiener aus den Seelsorgebereichen Bergheim-Ost, Bergheim-Mitte und Köln-Ehrenfeld gegeneinander antreten.

Der Kontakt entstand über Pfarrer Hendrik Hülz, wie Niklas, Hannes und Alexander schildern. Hülz, der voriges Jahr nach Bergheim versetzt wurde, war zuvor in Leverkusen. Seit einigen Jahren werden katholische Gemeinden und Seelsorgebereiche immer weiter zusammengefasst. Gründe dafür sind Priester- und Personalmangel, weniger Gläubige und der demografische Wandel in den Gemeinden. 2023 errichtete das Erzbistum Köln daher 67 pastorale Einheiten, die bis zum Jahr 2032 zu 67 Pfarreien fusionieren sollen. Für Leverkusen könnte das bedeuten: eine Großpfarrei für das gesamte Stadtgebiet.

Leverkusener Messdiener zeigen Gemeinschaft über Grenzen hinweg

Grund genug, sich angesichts dieser Zukunftsvisionen Gedanken zu machen, wie man das Gemeindeleben nachhaltig und konkret gestalten kann, wenn die Kirche im Wandel ist. Mit dem Fußballturnier zeigen Niklas, Hannes und Alexander, dass Glaubensgemeinschaft auch über die Grenzen von Seelsorgebereichen und pastoralen Einheiten hinaus funktionieren kann. Am kommenden Samstag veranstalten sie das Event in Bergheim.

„Wir haben auch versucht, eine Fankultur aufzubauen und bekannte Kirchenlieder zu Fangesängen umgeschrieben“, sagt Niklas. Zur Fankultur gehört auch, dass Mitglieder der Leverkusener Gemeinden eingeladen sind, ihre Mannschaften am 14. Juni in Bergheim zu unterstützen. Sowohl ein U14- als auch ein Ü14-Team werden für Leverkusen-Süd-Ost an den Start gehen.

Für die kommenden Jahre wollen die Jugendleiter das Turnier ausbauen. „Es ist geplant, dass es regelmäßig stattfindet und auch noch mehr Seelsorgebereiche, zum Beispiel aus dem Bergischen oder aus Leverkusen, mitmachen“, verrät Hannes.

Messdiener sein bedeutet mehr als das Dienen sonntags am Altar
Niklas Kusber, Messdienerleiter

Grundsätzlich lege die Messdienerschaft ihres Seelsorgebereiches wert darauf, Gemeinschaft auch außerhalb der Sonntagsmesse erlebbar zu machen, sagen die Jugendlichen. „Messdiener sein bedeutet mehr als das Dienen sonntags am Altar“, stellt Niklas klar. Langjährige Freundschaften würden sich hier bilden. Außerdem organisiert die Leiterrunde regelmäßig Spielenachmittage für die Gruppe. Oder sie gehen Schlittschuh fahren, in die Trampolinhalle oder zu Bistumsveranstaltungen wie dem Altenberger Licht.

Kinder und Jugendliche können sich je nach Gemeinde entweder über eine klassische Messdienerausbildung – das heißt wöchentliche Gruppenstunden – der Gemeinschaft anschließen, wie in St. Andreas in Schlebusch. Oder nach einer Probestunde immer wieder mitlaufen nach dem Konzept „Lernen durch Ausprobieren“, wie in St. Johannes der Täufer in Alkenrath. Der wöchentliche Gottesdienst funktioniert vielfach noch in ortsgebundenen Gemeinden, Jugendarbeit und Gemeindeleben werden aber zunehmend ortsunabhängiger.

Wir wollen das in Zukunft weitermachen und uns nicht beschweren
Hannes Wesselmann, Messdienerleiter

Auf Alexander, Niklas und Hannes wirken die großen Seelsorgebereiche und der Ausblick auf eine Leverkusener Großpfarrei nicht wie ein Horrorszenario. Für sie ist es eine annehmbare Perspektive, die auch ein Gewinn von Gemeinschaft bedeuten kann. Nur eben eine andere Form von Gemeinschaft. „Wir versuchen, dieses Bild abzulegen, dass Gemeinde nur für sich steht“, sagt Niklas.

Das alles klingt fast zu idyllisch, wenn es um eine pastorale Entwicklung im Bistum geht, die sowohl Gläubigen als auch Klerikern und Personal nach wie vor Bauchschmerzen bereiten dürfte. Auch für die Jugendleiter sei es nicht immer einfach, mit diesem Wandel umzugehen, stellt Hannes trotz des Optimismus klar – fügt aber sofort hinzu: „Wir wollen das in Zukunft weitermachen und uns nicht beschweren.“

Die Jugend zeigt sich also anpassungsfähig an den Wandel der Kirche und die Umstrukturierung der Gemeinden. Das ist wohl ein positives Zeichen für die Zukunft von Kirche.

Das Fußballturnier beginnt am Samstag, dem 14. Juni, um 9.30 Uhr mit einer Messe, das erste Spiel wird um 11 Uhr angepfiffen. Treffpunkt für Fans und Gläubige ist das Erftstolzstadion, Asperschlagstraße 18 in Bergheim-Niederaußem.