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Mein liebstes UrlaubsmitbringselEngelskirchenerin hat Pyramide nach Lindlar gebracht

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Das Foto zeigt Annette Giesler mit Figuren im Sandkasten.

Die kleinen Figuren in einem Sandkasten nutzt Annette Giesler für therapeutische Zwecke.

Viele handliche Mitbringsel erinnern die Engelskirchenerin Annette Gieseler an verschiede Reisen. Sie nutzt sie alle beruflich. 

Zwei kleine Pyramiden und eine Sphinx hat Annette Giesler in einem Ägypten-Urlaub gekauft. Das Modell der US-Raumfähre Columbia wiederum erinnert die Engelskirchenerin an wunderbare Wochen, die sie mit ihrer Familie in Florida verbrachte.   Die kleine grüne Sitzbank mit quietschbunten Plastiktieren hat ihr eine Kollegin aus Singapur mitgebracht. Und die runden Steine, die so schön in der Hand schmeicheln, lagen einst am Strand von La Gomera.

Büro in Lindlar

Doch all diese kleinen Figuren und Gegenstände sind nicht einfach nur Reiseandenken. Vielmehr setzt Annette Giesler sie gezielt bei ihrer Arbeit als Kinderorientierte Familientherapeutin der Beratungsstelle Herbstmühle in Lindlar ein.

In ihrem Büro im Jubilate-Forum steht ein Tisch mit einem Sandkasten als Platte. Hier führt die 56-Jährige sogenannte Spielgespräche mit Kindern, Müttern und Vätern. „Kinder erleben eine Spielsituation, und darüber kann man mit den Eltern arbeiten“, erklärt die Therapeutin. Die Figuren kommen beim Rollenspiel zum Einsatz. Spielerisch gewonnene Erfahrungen lassen sich dann auf andere Situationen anwenden.

Das Foto zeigt kleine Tier-Figuren in einem Sandkasten.

Die Ziege stand früher im Frauen-Bildungshaus Altenbücken auf einem Käseteller, neben einer Kuh und einem Schaf, um die Käsesorte anzuzeigen.

Ein Beispiel: Belli ist ein kleiner Hund, „alle Kinder lieben ihn“, erzählt Giesler. Doch Belli schlägt schon mal über die Stränge, er springt etwa über der Zaun auf Nachbars Grundstück, der davon nicht begeistert ist. Und auch Faya – eine kleine Menschenfigur, die für die Elternperspektive steht – findet das nicht so prickelnd. Im Spiel kommen Faya und Belli miteinander ins Gespräch, und können so Alltagssituationen spiegeln, die das Familienleben belasten. „Wenn ein Kind zum ersten Mal herkommt, frage ich: Wollen wir spielen?“, berichtet Giesler. Eine Einladung, die fast immer angenommen wird.

„Manche Kinder sind dabei unglaublich kreativ.“ Die Eltern sind dabei, beobachten das Geschehen, bleiben aber zunächst passiv. Erst später fragt die Therapeutin, ob sie auch mitspielen möchten. Manchen Eltern falle das nicht leicht, sagt Giesler. Doch ihre Erfahrung zeige, dass sich auch bei den Erwachsenen spielerisch vieles anstoßen lässt, was sonst nicht zur Sprache käme. Manche Eltern lernen ihre Kinder über die Spielerfahrung in einem ganz neuen Licht kennen. Die Spielgespräche werden auch auf Video aufgezeichnet, um Situationen rekapitulieren zu können.

Annette Giesler hat in Köln Sozialpädagogik studiert, die 56-Jährige arbeitet seit 30 Jahren beim Erzbistum und seit 15 Jahren für die Beratungsstelle Herbstmühle. Hat sie unter all ihren Figuren ein Lieblingsmitbringsel? Die Engelskirchenerin nimmt eine kleine Plastikziege des Spielzeugherstellers Schleich in die Hand. „Sie stammt aus dem Frauen-Bildungshaus Altenbücken, wo ich jedes Jahr hingefahren bin.“

Tiere dienten als Käse-Indikatoren

Die Ziege stand auf einem Käseteller, neben einer Kuh und einem Schaf, um die Käsesorte anzuzeigen. „Das Bildungshaus gibt es leider nicht mehr“, bedauert Giesler. „Aber weil ich die Figuren unbedingt haben wollte, hat man sie mir zugeschickt, nachdem das Tagungshaus geschlossen wurde.“ Nun haben Ziege, Schaf und Kuh in Lindlar eine neue Aufgabe gefunden.