Ein Regenrückhaltebecken entsteht an der Balkantrasse. Die Baugrube ist tief, das Becken wird flach ausfallen.
Technische WerkeBurscheids versteckte Großbaustelle in Massiefen

Björn Jagenburg, Betriebsleiter der Technischen Werke Burscheid, vor dem künftigen Regenrückhaltebecken in Massiefen an der Balkantrasse
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Die Baugrube hat gewaltige Ausmaße, und das liegt nicht nur daran, dass sie in einer großen Senke liegt. In Massiefen, hinter Lidl und der benachbarten Waschstraße, wurde im April mit den Arbeiten für ein neues Regenrückhaltebecken begonnen. Dafür sei erst einmal heftig an den Böschungen gearbeitet worden, berichtet am Mittwoch Björn Jagenburg. Der Betriebsleiter der Technischen Werke Burscheid fungiert als Bauherr.
Für einen direkten Nachbarn des neuen Beckens hat die Modellierung des Geländes auch einen Vorteil: Er hat durch die Terrassierung ein hübsches Stück ebenen Grundstücks dazu gewonnen. Der Rasen ist schon eingesät und wird am Mittwoch ordentlich bewässert.
Jagenburgs Blick fällt zunächst aber auf mehrere Betonkästen, die erklärungsbedürftig sind. Am linken Rand der Baugrube steht ein Betonkörper, der noch mit Armierung ummantelt ist. Rechts und links davon sieht man ein dickes Rohr. Das ist der Wasserzu- und -ablauf. Der Ablauf dort wird nur im Notfall benutzt, wenn das Becken voll ist. Rechts steht eine weitere Betonkiste, das ist das Drosselbauwerk, mit dem der Zulauf zum Bornheimer Bach jenseits der Balkantrasse reguliert werden kann.
Wasser wird nicht nur aufgefangen, sondern gefiltert
Gedacht ist natürlich daran, das zuströmende Wasser aufzufangen und zu filtern. „Das ist eine ökologische Anlage“, ergänzt am Mittwoch Burscheids Beigeordneter Marc Baack. Das bedeutet, in dem neuen Becken wird Wasser nicht nur gestaut, sondern auch gereinigt. Danach geht das Wasser seinen gewohnten Weg: eben in den Bornheimer Bach.
Der soll, anders als früher, natürlich möglichst nicht mit Verunreinigungen belastet werden. Deshalb werde in das Becken eine mehrstufige Filterung eingebaut, erklärt Björn Jagenburg. Deren letzte Stufe ist Schilf, das natürlich erst einmal anwachsen muss.
Eine Folie bildet die Basis
So weit sind die Bauarbeiten noch längst nicht fortgeschritten. Im Boden verschwunden sind allerdings schon die Drainagerohre, die unter der Folie liegen, die den Boden des neuen Beckens bildet. Auch Schotter wird verbaut. Im Oktober sollen die eigentlichen Betonarbeiten beendet sein, und Jagenburg ist optimistisch, dass dieser Zeitplan auch eingehalten wird.
Danach werden Schieber und weitere technische Einrichtungen in den beiden Betonkästen eingebaut. So kann der Wasserfluss reguliert und bei Bedarf gedrosselt werden. Das dürfte bis Jahresende erledigt sein, aber danach ist Geduld gefragt. „Im Frühjahr wird das Schilf gepflanzt“, so Jagenburgs Plan. Aber bis das dann angewachsen ist und seine Funktion erfüllen kann, werde das Jahr 2027 ins Land gehen, so seine Schätzung. In Betrieb gehen könne das Becken also erst Ende 2027.
Das Schilf muss erst mal anwachsen
Nicht nur wegen des Schilfs wird man das Becken am Ende kaum sehen. Auch, weil es gerade mal einen Meter tief ist und keinen betonierten Rand haben wird, soll es sich gut in die Landschaft einfügen. Einen Weg am Rande wird es dennoch geben: Die Technischen Werke müssen auch mit Fahrzeugen an die Schieber kommen. „Der Weg bekommt aber nur eine wassergebundene Decke, keinen Asphalt“, so Jagenburg.
Ein Zaun rund um die Anlage ist allerdings unvermeidlich. Auch der alte Eisenbahn-Brückenbogen, über den die Balkantrasse führt, wird endgültig verschlossen. Seit dem Beginn der Arbeiten steht dort ein Bauzaun. Er wird durch ein Gittertor ersetzt.
Die Baukosten für das Becken mit seinem Fassungsvermögen von, so Jagenburg, 620 Kubikmetern sind bei den Technischen Werken mit rund 1,4 Millionen Euro berechnet worden. Sie müssen allerdings nicht komplett von den Technischen Werken beziehungsweise der Stadt Burscheid aufgebracht werden: Rund eine halbe Million Euro Fördergeld fließt.
