In den Streit zwischen dem Land NRW und dem Erzbistum Köln ist auch der Vatikan involviert.
Führungsquerelen und StreitSPD-Anfrage an Landesregierung wegen Woelki-Hochschule

Die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT)
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Die Führungsquerelen an der von Kardinal Rainer Woelki protegierten Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) sowie der anhaltende Streit zwischen Land NRW und Erzbistum über die Priesterausbildung ruft jetzt auch die Landespolitik auf den Plan. Eine kleine Anfrage der SPD im Landtag zielt auf den Stand von Verhandlungen zwischen Düsseldorf und dem Heiligen Stuhl zur Zukunft der KHKT. Deren staatliche Anerkennung läuft nach gegenwärtigem Stand im März 2027 aus.
Das „Preußische Konkordat“ von 1929, ein nach wie vor gültiger staatskirchenrechtlicher Vertrag zwischen dem Staat Preußen als Vorgänger des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Heiligen Stuhl, bestimmt die Universität Bonn als Ausbildungsstätte des Kölner Priesternachwuchses. Kritiker fürchten, dass Woelki die von ihm ungeliebte liberale Uni umgehen und die künftigen Kleriker vertragswidrig zum Studium an die KHKT mit einer betont konservativ-lehramtskonformen Ausrichtung schicken könnte.
Düsseldorfer Staatskanzlei federführend
In einer kleinen Anfrage, die dieser Redaktion vorliegt, will der wissenschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Bastian Hartmann, von der Landesregierung unter anderem den Stand der Gespräche wissen, mit denen Vertreter des Landes und des Vatikans den schwelenden Streit „auf freundschaftliche Weise“, wie es im Konkordat heißt, beilegen wollen. Aufseiten des Landes ist die von Minister Nathanael Liminski (CDU) geführte Staatskanzlei hier federführend. Ein Sprecher teilte der Redaktion auf Anfrage mit, das vereinbarte Verfahren „zur Beseitigung der Meinungsverschiedenheit“ dauere „derzeit noch an“.
Nach Informationen dieser Redaktion soll in Rom ein Einigungsvorschlag vorliegen. Das Erzbistum sollte sich demnach bereiterklären, die Kölner Priesteramtskandidaten an die Uni Bonn zu schicken. Das Land käme der Kirche mit einer Verlängerung der staatlichen Anerkennung für die Ausbildungsgänge der KHKT entgegen. Insidern zufolge bestehen Hardliner in den Reihen des Erzbistums jedoch auf der freien Standortwahl.
Über die inhaltliche Ausrichtung und die Außendarstellung der KHKT gibt es überdies interne Auseinandersetzungen zwischen der noch amtierenden Hochschulleitung und dem Beirat der Trägerstiftung. Vorsitzender ist Kardinal Woelki, der in Personalunion auch als „Großkanzler“ der KHKT fungiert. Wie berichtet, verlieren Christoph Ohly, Übergangsgeschäftsführer Dominik Heringer und Kanzlerin Nina Jungblut zum Semesterende ihre Posten. Bereits im April hatte Prorektor Elmar Nass überraschend den Rückzug von seinen Ämtern an der KHKT erklärt. Nachfolger sind nicht in Sicht.
