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Förderung und MarkenrechteWie es mit den Bayer-Vereinen in Leverkusen weitergeht

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Bayer-Verein LSC – Luftsportclub Bayer-Leverkusen. Bild: Ralf Krieger

An diesem Schild des Luftsportclubs Leverkusen, vormals „Bayer-Leverkusen“, lösen sich Buchstaben von selbst ab.

In den 80ern gab es 70 Werksvereine, inzwischen dürfen viele „Bayer“ nicht mehr im Namen tragen.

Der Name Bayer verschwindet immer mehr aus dem Stadtbild. Natürlich: Nachts leuchtet immer noch das Bayerkreuz, aber über die ganze Stadt verteilt hängen noch immer Schilder der vielen Bayer-Vereine, die meisten noch mit Bayerkreuz im Logo. Das wird sich ändern.

Noch vor wenigen Jahren gab es in Leverkusen kaum ein Hobby, dem man nicht in einem Bayer-Verein frönen konnte: Am größten sind die Sportvereine, in den 1980er-Jahren waren 31 von insgesamt 70 Werksvereinen Sportvereine. 1988 hieß es in einer Publikation, dass zwei Drittel aller Bayer-Mitarbeiter Mitglied in einem Bayerverein gewesen seien. Klubs gab es für Gartenfreunde, Angler, dazu eine unüberschaubare Vielfalt an Musikvereinen und Chören. Es gab Vereine für Schäferhundbesitzer, für Brieftauben- und -markenfreunde, für Skifahrer, Münz- und Briefmarkensammler, für Stenografen, Fossilienfreunde, Flieger, Imker, Reiter, Sport- und Bogenschützen, für Bridge- und Schachspieler, für Yachtkapitäne und Segler, Ruderer und Paddler, sogar für Streichholzschachtelsammler und Kanarienvögelzüchter gab es eigene Bayer-Vereine.

Und diese Liste ist nicht vollständig. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war es, wenn es gelang, Vorstandsmitglieder oder gar den Vorsitzenden zum Ehrenmitglied zu ernennen. Bayer spendierte seinen Vereinen sogar Schilder mit individuell gefärbten Logos nach einem einheitlichen Muster.

Bayer trennt sich seit 2013 von Vereinen, jetzt fällt das Recht auf die Markennutzung

Vielen der kleinen Vereine hat Bayer vor Jahren schon die Förderung entzogen, jetzt müssen einige ihren Namen ändern, weil Bayer ihnen die Erlaubnis zur Verwendung der Markenrechte, also des Bayerkreuzes im Logo und des Namensbestandteils „Bayer“, entzogen hat. Sprecher Hans-Bernd Schmitz schreibt: Zum 31. Dezember 2025 sei die Markennutzungsvereinbarung erloschen und die Vereine hätten zum 1. Januar 2026 das „Bayer“ aus dem Vereinsnamen streichen müssen. Für Materialien wie Werbemittel, Wettkampfkleidung, Sportgeräte bestehe eine „Aufbrauchfrist“ von zwölf Monaten. Einzelne Vereine hätten um Aufschübe gebeten, sodass die finale Umsetzung im Einzelfall auch erst im Laufe dieses Jahres erfolgen müsse.

Trotzdem sieht man im Wiesdorfer Süden, im Kurtekotten, immer noch viele Schilder mit dem Bayerkreuz im Logo. Das gilt auch noch für den Luftsportclub, formal hat man dort kürzlich schon gehandelt. Die etwa 500 Mitglieder haben auf der jüngsten Mitgliederversammlung im März entschieden, das „Bayer“ aus dem Namen zu streichen. Im Impressum der Internetseite edkl.de heißt er noch Luftsportclub Bayer Leverkusen, auf der Startseite fehlt das Wort „Bayer“ aber schon. Die Bayerkreuze müsse man jetzt aber nicht sofort von den Tragflächen abknibbeln, sagt Pressesprecher Alexander Erwen. Mit der Bayer AG habe man großzügige Fristen vereinbaren können; die Maschinen dürfen bis zur Neulackierung gerne mit Bayerkreuzen fliegen. Vor allem: Die drei Heißluftballone dürfen bis zu ihrer Ausmusterung mit Bayerkreuz weiterfahren, es wäre auch unmöglich, das zu entfernen.

Der Luftsportclub komme seit etwa zehn Jahren ohne Förderung aus, so der Sprecher. Der Wegfall habe sich etwa auf Flugstundenpreise ausgewirkt, sei aber eine Herausforderung: Für den Flugplatz zahlt der Verein Pacht an Bayer.

Bayer-Verein Bild: Ralf Krieger

Der Angelverein hat weder Geld- noch Nachwuchsprobleme.

Dem 113 Jahre alten Angelverein hat Bayer schon vor 13 Jahren die Zuschüsse gekürzt. „Wir haben keine Probleme“, sagt Vorstand Andreas Mehren. Nur wenige Mitglieder hätten am alten Namen gehangen. Die Lust am Angeln in der Bevölkerung ist groß, der Verein hat weder Nachwuchs- noch Geldprobleme. Mit dem Kleinen Dehlensee besitzt der SAV schon einen eigenen See; man denke jetzt sogar über den Kauf des Sees am Knochenbergsweg nach, so Mehren. Das Bayerkreuz prangt aber noch auf den Schildern an den Seen.

Bayer-Verein Schild Bild: Ralf Krieger

Die Mineralienfreunde sitzen im alten Wiesdorfer Bahnhof: Hier hat man schon versucht, das „Bayer“ vom Schild zu tilgen.

Der Verein zur Förderung künstlerischer Bildmedien Bayer Leverkusen trägt nach wie vor „Bayer“ in Namen und Logo. Der Vorsitzende des 115 Mitglieder starken Vereins sagt: „Wir sind in diesem Jahr von Bayer gefördert worden.“ Die Förderung müsse man jedes Jahr erneut beantragen. 2026 soll es zur Kunstnacht eine Ausstellung im Erholungshaus geben, „zum letzten Mal, weil Bayer das Erholungshaus schließt“, sagt er. Ob es weitergeht mit der Förderung? Man weiß es nicht. Küpper bittet, dass man darin besser nicht so viel herumrühren solle.

Die Musikensembles dürfen weiterhin den Namen „Bayer“ tragen.

Die Musikensembles dürfen weiterhin den Namen „Bayer“ tragen.

2027 wird der Verein 75, man plant eine Jubiläumsausstellung. Neben dem Fotoclub dürfen noch 13 Vereine den Namen Bayer tragen, teilt der Konzernsprecher mit. In Leverkusen sind das der TSV, der RTHC, der Spielmannszug, der Männerchor, die Philharmoniker, das Blas-, das Mandolinen- und Akkordeonorchester sowie der Weiterbildungsverein AKADA, die anderen sitzen in Wuppertal und Dormagen.

Bayer-Verein Schild Reiterverein Luftsportclub RTHC Bild: Ralf Krieger

Im Kurtekotten sind noch viele Bayerkreuze zu finden.

Die Loslösung tue vielen Vereinen weh, sagt der Vorsitzende des Kanuclubs, Hans-Christian Rabenhorst. Sein Verein ist auch dabei, die Bayerkreuze zu tilgen, etwa von der Webseite. Wir haben uns bei Bayer gut aufgehoben gefühlt, sagt er, man komme aber gut klar, weil es einen neuen Sponsor gebe, darum kümmert er sich als Vorsitzender.

Der Verein mit eigenem Vereinsheim neben der Wacht am Rhein sei immer schon sozial für alle offen und an der Jugend orientiert gewesen; so solle es bleiben. Die vielen kleinen Bayerkreuze auf den Booten wolle man nicht abkratzen. Rabenhorst sagt, er habe früher auch mal bei Bayer gearbeitet, heute leitet er ein Kölner Unternehmen. „Unser großes Bayerkreuz am Kanuclub-Vereinsheim an der Rheinallee war eine gute Werbung.“ Aus kaufmännischer Sicht sei für ihn die Kappung der Förderung bei vielen Vereinen nicht nachzuvollziehen, meint er: „Man muss mal überlegen, mit wie wenig Geld da wie viel erreicht wurde.“

Dass der Entzug der Markenrechte irgendwann auch Bayer 04 treffen könnte, ist nicht absehbar: Der Werbewert des Profifußballs liege regelmäßig über den Zuwendungen für den Profiverein, so Sprecher Schmitz, man möge aber Verständnis dafür haben, dass man konkrete Angaben zur Höhe nicht veröffentliche.