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ZwangsversteigerungWieder geht es um das Haus der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie

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Kaiserstraße 15, hier gibt es gelegentlich Razzien. Foto: Ralf Krieger

Der Komplex Kaiserstraße 15 und Carl-Leverkus-Straße 59 soll erneut zwangsversteigert werden: Das Gutachten bescheinigt illegale Anbauten, Schimmel und Löcher im Dach. 

Ein erster Termin im September 2024 war ausgesetzt worden, ein weiterer im Juni 2025. Es gibt einen weiteren Anlauf.

Möglicherweise sind beim Inhaber der alten „Sattelkammer“ in Wiesdorf  wieder Schulden aufgelaufen, denn, wie schon in den vergangenen zwei Jahren, steht das Wiesdorfer Haus der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie erneut im Register zur Zwangsversteigerung. Die Erfahrung lehrt: Man kann nicht fest damit rechnen, dass die angesetzte Versteigerung auch stattfindet.

Eine Ursache, weshalb es zu dem neuen Termin gekommen ist, könnten die vielen anstehenden Umbauten und Reparaturen im Haus sein. In der amtlichen Bekanntmachung der Versteigerung heißt es, der Komplex bestehe aus mehreren miteinander verbundenen, mehrstöckigen Gebäuden, das älteste aus dem Jahr 1928, mit insgesamt sieben Wohneinheiten. Der verbastelte Eindruck, den das Haus von außen macht, ist offenbar nicht ganz falsch: Viele Umbauten seien „bislang baubehördlich nicht genehmigt“. Das hat ein Gutachten von 2024 ergeben, das auch die Grundlage für diese Versteigerung ist.

Weiter heißt es in der Bekanntmachung: „Die legal genutzten Wohnflächen und die zusätzlich wohnlich genutzten gewerblichen Nutzflächen (insgesamt 913 Quadratmeter) weichen von den vorhandenen Mietverträgen (insgesamt angeblich circa 650 Quadratmeter) erheblich ab. Interessant ist hier der Begriff „angeblich“: Vor der ersten Zwangsversteigerung 2024 sollen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der städtischen Sozialbehörden gezeigt haben, dass Mietverträge nicht echt gewesen sein sollen. Das Jobcenter soll deshalb Mietzahlungen eingestellt haben. Es könnte deswegen beim Inhaber zu einem finanziellen Engpass gekommen sein, der zur Zwangsversteigerung führte. Das hatte ein Insider dem „Leverkusener Anzeiger“ berichtet. Der Inhaber der Immobilie soll eine GmbH mit Sitz in Trier sein, der Geschäftsführer scheint dem Namen nach nicht zur Großfamilie zu gehören. Alle Versteigerungen seit dem ersten Termin 2024 laufen unter demselben Aktenzeichen. 

In dem Haus sollen eine Vielzahl an Leistungsbeziehern des Jobcenters gewohnt haben – wenigstens zur damaligen Zeit. Ob sich die Lage heute geändert hat, ist unklar.

Nutzung aus Brandschutzgründen teils untersagt

Für diverse Gebäudeteile liege keine Baugenehmigung vor, steht in der Bekanntmachung. Die Nutzung von Teilen der Immobilie sei schon 2019 durch die Baubehörde aus brandschutztechnischen Gründen untersagt worden. Heizungen seien stillgelegt worden, es fehle an Heizkörpern, was zu massivem Schimmelbefall geführt habe. Die Warmwasserversorgung sei unklar. Dächer seien undicht. Das Fazit : Es bestehe ein größerer Unterhaltungs-, Instandsetzungs- und Sanierungsstau. Daran hat sich seit Jahren nichts geändert. Die Ausführungen klingen nach Schrottimmobilie.

Kaiserstraße 15, hier gibt es gelegentlich Razzien.

Das Haus an der Ecke Kaiserstraße und Carl-Leverkus-Straße (rechts)

Der neue Versteigerungstermin für das ehemals als „Sattelkammer“ bekannte Haus an der Ecke Carl-Leverkus-Straße ist jetzt für den 16. September 2026 im Amtsgericht in Opladen angesetzt worden. Warum die beiden Zwangsversteigerungstermine 2024 und 2025 abgesetzt wurden, ist nicht bekannt. Das können formale Gründe sein oder Einstellungsanträge; auch wenn Schuldner Ratenzahlungen vereinbaren, kann ein Termin abgesetzt werden.

Den Verkehrswert hat die Gutachterin Bärbel Steinacker auf 1.050.000 Euro festgelegt. Mindestens die Hälfte muss ein Käufer bieten, wenn er Aussicht auf einen Zuschlag haben will.