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Japanischer GartenOpladener Familie holt ein paar Bronzeplastiken nach Leverkusen zurück

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Jörg und Tobias Steyer haben ein paar der Bronzeplastiken aus dem Japanischen Garten ersteigert und für Leverkusen gerettet. Bild: Ralf Krieger

Jörg und Tobias Steyer haben ein paar der Bronzeplastiken aus dem Japanischen Garten ersteigert und für Leverkusen gerettet.

Eine Opladener Familie hat ein paar Stücke aus dem Japanischen Garten ersteigert. Andere Stücke tauchen erneut auf dem internationalen Markt auf.

Die eigentliche Auktion, bei der Bayer seine Bronzestatuen aus dem Japanischen Garten hatte versteigern lassen, war schon im Juni 2025 gelaufen. Dabei wurden schon viele Stücke verkauft, speziell die, die man auch als Laie als besonders erkennt, unter anderem der Nuss knackende Mann oder der Elefant, der von Tigern angegriffen wird.

Aber es wurden nicht alle Plastiken verkauft, die standen auch im Dezember 2025 noch zur Online-Versteigerung beim Auktionshaus Nagel in Stuttgart, nachdem der Artikel über den Ausverkauf der asiatischen Bronzen aus dem Garten Carl Duisbergs im „Leverkusener Anzeiger“ erschienen war.

Jörg und Tobias Steyer haben ein paar der Bronzeplastiken aus dem Japanischen Garten ersteigert und für Leverkusen gerettet. Bild: Ralf Krieger

Auch diese Laterne war noch zu haben.

„Wir haben ein paar Stücke aus dem Japanischen Garten ersteigert, sie sind jetzt bei uns in Opladen angekommen“, meldete sich Familie Steyer in der Redaktion. Die Familie hat in Opladen einen eigenen kleinen Japanischen Garten, an dem aus Stein gehauene Figuren stehen, Tiere und eine Pagode. Irgendwie fühlt man sich tatsächlich an den Japanischen Garten von Bayer erinnert, denn es gibt sogar einem Teich und zwei kleine Wasserfälle.

Jetzt stehen auf der Terrasse drei der Bronze-Laternen aus dem Carl-Duisberg-Park und ein Kranich auf langen Beinchen. Besonders über dieses Vogel-Schnäppchen freut sich der Vater Jörg Steyer. Der Vogel muss in letzter Zeit einen Unfall erlitten haben, vielleicht beim Transport. Das Tier hat zwei gebrochene und geflickte Beine, die noch in Ordnung waren, als das Foto für den Auktionskatalog entstanden ist. An welchen Stellen sie im Garten später stehen sollen, ist noch nicht klar.

Wir mögen die asiatischen Skulpturen, wir finden sie einfach beruhigend.
Eva und Jörg Steyer

„Wir mögen die asiatischen Skulpturen, wir finden sie einfach beruhigend, sagen die Eheleute Eva und Jörg Steyer. In die Bronze-Laternen will Jörg Steyer Lampen einsetzen, sie sollen von innen leuchten, wie das von den Künstlern gedacht war.

Fest steht, die antiken Stücke haben die Steyers zu einem günstigen Preis kaufen können, nachdem sie bei der Hauptauktion liegen geblieben waren. Sohn Tobias sagt, dass man sogar das eingesetzte Geld wieder herausbekommen könne, wenn man die Laternen einschmelzen würde. Das aber, beeilt er sich zu sagen, sei selbstverständlich nicht geplant.

Mit dem Japanischen Garten verbinden alle drei etwas. Früher sei man oft dort gewesen, bei der Verhüllung des Hochhauses zum 100. Aspirin-Jubiläum, zu den Tagen der offenen Tür, die der Chempark, vormals Bayerwerk, früher veranstaltet habe, oder bei Veranstaltungen im Bay-Komm, die dort früher regelmäßig auch für Kinder veranstaltet wurden. Sohn Tobias‘ Hochzeitsfoto ist da entstanden. Vater Jörg ist dort mit Klienten hingegangen, mit Menschen mit einem Handicap. Kein Zweifel: Der Garten ist vielen in Leverkusen ein Stück Heimat.

Der Vater chauffierte den Bayer-Vorstandsvorsitzenden

Jörg Steyer hat noch eine besondere familiäre Verbindung zum alten Bayer-Konzern: Sein Vater war beim Werksschutz und chauffierte den Vorstandsvorsitzenden, er sagt: „Ich glaube, es war der Grünewald.“  Seine Identifikation mit der Firma muss hoch gewesen sein: „Er hat nicht beim Bayer gearbeitet, er war Bayer“, sagt Ehefrau Eva.

„Schade, dass wir von der Auktion nicht früher erfahren haben“, sagt Jörg Steyer, „dann hätten wir bei mehr Teilen mitgesteigert“. Er versteht nicht, dass die Haupt-Auktion nicht vorher in Leverkusen bekannt gemacht worden sei. Es hätten doch womöglich Einheimische mitgesteigert, vermuten die Steyers.

Die Familie sei mit der Kultur verbunden und macht sich Sorgen, wenn absehbar das Erholungshaus schließt und wieder ein Stück des alten Leverkusen verloren gehe. Ein Trost bleibt: Vier der verlorenen Teile sind zurück in Leverkusen.

Einige der Bronzen des alten Duisbergs, unter anderem eine kleine bronzene Bogenbrücke, die Bärin mit Jungen und die riesige Vase  sind jetzt wieder in einer Auktion eines Londoner Auktionators aufgetaucht. Die Steyers werden allerdings nicht mitbieten, denn die jetzt angesetzten Preise liegen um ein vielfaches höher als bei der Stuttgarter Auktion im letzten Jahr.