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Luminaden LeverkusenGünstige Immobilien – aber keine Käufer

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Luminaden Schrägstraße Bild: Ralf Krieger

Luminaden: Für den ehemaligen Centershop war im Amtsgericht eine Zwangsversteigerung angesetzt.

Zu einer im Amtsgericht angesetzten Zwangsversteigerung großer Teile der Luminaden waren keine Bieter erschienen.

Niemand will derzeit Immobilien in den Luminaden kaufen. Zu einem Zwangsversteigerungstermin am Mittwochvormittag im Amtsgericht Leverkusen kam kein einziger Bieter.

Die Immobilien stehen lange schon unter Zwangsverwaltung, weil die Inhaberin Concordia Bau und Boden ungefähr seit 20 Jahren insolvent ist. Betreiberin der Zwangsversteigerung für die 3033 Quadratmeter große Immobilie ist die Stadt Leverkusen, die ihre Außenstände von etwas über 20.000 Euro auf diesem Weg eintreiben möchte. Unter anderem sind darin nicht gezahlte Grundsteuern für 2024 bis 2026 enthalten, war bei der Zwangsversteigerung ohne Bieter zu erfahren. Die Gläubiger, die den Hauptbatzen zu bekommen haben, sind andere Geldgeber.

Ein weiterer Versteigerungsversuch soll im Frühjahr angesetzt werden

Warum wagt sich kein Bieter an die Immobilie, für die zwar hohe Nebenkosten anfallen, die aber für vergleichsweise kleines Geld zu haben gewesen wäre? Einer der Gründe dürfte sein, dass die Zeichnungen im Grundbuch und die tatsächlichen Immobilienzuschnitte nicht identisch sind. Es ist kompliziert: Die echten Läden sind größer, als im Grundbuch eingetragen. Das ist alles nicht illegal, denn die Flächenerweiterungen sind von der Eigentümergemeinschaft über privatrechtliche Verträge abgesichert worden. Zur Versteigerung stehen aber nur die im Grundbuch eingetragenen Flächen. Wie geht man damit um?

Luminaden Schrägstraße Bild: Ralf Krieger

Auch der Laden Kenvelo gehört zum Paket in der Zwangsversteigerung.

Die Versteigerung am Mittwoch war bereits die vierte innerhalb mehrerer Jahre, die erfolglos verlief.

Das Mindestgebot hätte bei etwa 60.000 Euro gelegen und wird auch bei einer wahrscheinlichen nächsten Versteigerung in dieser Größenordnung liegen. Ein paar Hunderttausend Euro müssten Interessenten allerdings noch drauflegen, damit auch der Hauptgläubiger einem Verkauf zustimmt. Wahrscheinlich ist es klug, sich vorher mit den Gläubigern zu unterhalten. Eine fünfte Versteigerung soll im Amtsgericht anberaumt werden; das könnte etwa im Frühjahr 2027 sein. Alle wollten, dass die Sache endlich erledigt sei, sagte der Auktionator.

„So oder so, die Immobilie wird für  kleines Geld zu haben sein“, sagte der Auktionator. Jetzt setzt man auf einen Makler, der Interessenten für die Luminaden begeistern soll. Verliefe auch die nächste Versteigerung ergebnislos, wird die Lage nicht einfacher.

Wie problematisch Einkaufszentren für Innenstädte sind, besonders, wenn es viele Eigentümer gibt, dafür ist Leverkusen Paradebeispiel: Der Aufkauf der Gewerbeimmobilien in der City C, kostete die Stadt Unsummen, weil anders als in den Luminaden, durch den unbedingten Kaufwillen der Stadt, ein wahres Spekulationsfieber bei einzelnen Eigentümern entfacht wurde.


Luminaden: Bis vor 25 Jahren die beste Adresse

Bis wenige Jahre nach der Jahrtausendwende waren die Luminaden eine gut funktionierende Einkaufswelt: „Das Herz von Leverkusen“ beherbergte neben dem „Magnet“ Kaufhof Polster Trösser, ein gediegenes Schuhhaus, einen Delikatessenladen, gute Haushaltswaren und bis 2004 die 400 Quadratmeter große Edel-Boutique von Anni Böhme, bei der sich unter anderem  Heidi Schneider, Ehefrau des Bayer-Vorstandsvorsitzenden, einkleidete. Böhme verstand es, der Chemiestadt einen gewissen Glanz und Glamour zu geben: Sie hatte den Münchner Modezar Rudolph Moshammer ebenso in den Luminaden zu Gast wie den Modedesigner Harald Glööckler. Heute gibt es mehrere Barbershops.