Manfort – Ein Gartenzwerg sitzt auf dem gepflegten Grün eines Rasens. Von einer Maus ist jedoch weit und breit nichts zu sehen – nur das Straßenschild weist am Mauspfad auf das Tier mit der spitzen Nase hin. Auf der Straße zwischen Alte Heide und Gustav-Heinemann-Straße gibt es große und kleine Mehrfamilien- sowie Einfamilienhäuser. Hemmelrather Weg, Luisenstraße und Mathildenweg sind Nebenstraßen. Es ist ein buntes Bild in Manfort mit gepflegten Gärten oder Wiesenflächen voller, in zweiter Blüte stehendem Löwenzahn.
Woher kommt bloß der Straßenname? Darüber haben sich schon einige Heimatforscher den Kopf zerbrochen. Spekulationen gibt es dementsprechend viele. Der Mauspfad erinnert an einen alten Handelsweg, der von Italien bis an die Nordsee führte. Kelten, Ligurer und Germanen sollen ihre Waren über diese Route getauscht haben. Der Mauspfad hat Siegburg, Köln-Dünnwald, Opladen, Langenfeld und Hilden mit Duisburg verbunden.
Nur für das Stück zwischen der Sieg und Hilden hat sich der Name Mauspfad eingebürgert. Nördlich von Hilden trägt er den Namen Butenweg. Ein Charakteristikum des alten Handelsweges sind Siedlungs- und Grabfunde auf der gesamten Länge zwischen Sieg und Ruhr. Auch Manfort zeugt von dem geschichtlichen Erbe. In den 1920er-Jahren fand man am Hemmelrather Weg ein prachtvolles Armband und zwei Äxte aus der Zeit von 1000 bis 400 vor Christi.
Mit den Tieren scheint es wenig zu tun zu haben, auch wenn es Überlegungen in der Vergangenheit gegeben hat, dass sich bei Überschwemmungen aus der Rheinniederung Mäuse auf eben diese Straße zurückgezogen haben sollen. Historiker sagen auch, dass Maus von Maut (Zoll) kommen soll.
Sie verweisen auf den Mäuseturm in Bingen, der einst Mautturm hieß und wirklich eine Zollstation gewesen ist. Für diese Theorie spricht auch die Tatsache, dass man sich die Handelsroute nicht als Straße im heutigen Sinn vorstellen darf. Es muss vielmehr ein Weg gewesen sein, der durch ständiges Begehen und durch Wegschneiden des Unterholzes freigehalten wurde. Zollhäuser erhoben für diese Pflegearbeiten Maut. Eine weitere Spekulation ist, dass das Wort von dem französischen Wort Mousse für Schiffsknecht abstammt.
Danach wäre der Mauspfad ein Weg der Schiffsknechte gewesen, die mit ihren Pferden dem Niederrhein zustrebten. Andere Stimmen glauben, dass der Name ursprünglich von Mutt für Schlamm komme.
Wie dem auch sei: Auf dem Manforter Mauspfad sind weder Kleintiere, Schiffsknechte und größere Mengen Schlamm zu sehen. Es ist einfach nur eine ruhige Wohnstraße in Manfort mit einem einsamen Gartenzwerg.
