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Tag der WohnungslosenSo hilft die Caritas Leverkusen Menschen ohne Zuhause

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Stefanie Strieder und ihre Kolleginnen bei der Aktion der Caritas in der Wiesdorfer Fußgängerzone.

Stefanie Strieder und ihre Kolleginnen bei der Aktion der Caritas in der Wiesdorfer Fußgängerzone.

Kein Zuhause, kein Rückzugsort: Rund 200 Menschen in Leverkusen sind wohnungslos. Hilfe gibt es, doch bezahlbarer Wohnraum bleibt knapp. 

Wer keine Wohnung hat, braucht trotzdem einen Ort zum Duschen, eine Toilette, etwas zu essen und einen Platz, an dem persönliche Dinge sicher sind. Fehlen diese Möglichkeiten, wird Wohnungslosigkeit plötzlich im Stadtbild sichtbar. Menschen halten sich länger an öffentlichen Orten auf und suchen geschützte Plätze. „Einfache Dinge, die existenziell sind,  fehlen dann“, sagt Stefanie Strieder, Fachdienstleiterin für soziale und berufliche Integration bei der Caritas.

Wohnungslosigkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass jemand auf der Straße lebt. Wohnungslos sind auch Menschen, die vorübergehend bei Freunden oder Verwandten unterkommen oder in einer städtischen oder anderen sozialen Einrichtung leben. Obdachlosigkeit bezeichnet dagegen Menschen ohne Unterkunft.

Einfache Dinge, die existenziell sind, fehlen dann.
Stefanie Strieder, Fachdienstleiterin für soziale und berufliche Integration bei der Caritas

Rund 200 Wohnungslose in Leverkusen

Für Leverkusen nennt die Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage zur Weiterentwicklung der Wohnungslosenhilfe rund 200 wohnungslose Menschen. Die Angaben beziehen sich auf den Stand von 2023 bis Anfang 2024. Damals waren in den städtischen Einrichtungen und Räumlichkeiten des Caritasverbands insgesamt 195 Menschen untergebracht. Den Angaben der Stadt zufolge standen dafür 337 Plätze zur Verfügung. Eine aktuelle, vergleichbare Zahl für Leverkusen aus dem Jahr 2026 liegt öffentlich nicht vor.

Deutschlandweit waren zum 31. Januar 2026 rund 452.900 Menschen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht, davon rund 104.700 in Nordrhein-Westfalen. Diese Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt.

Wichtig ist, dass die Zahl des Statistischen Bundesamtes nur untergebrachte wohnungslose Menschen erfasst. Menschen, die beispielsweise vorübergehend bei Bekannten oder Angehörigen unterkommen oder ohne Unterkunft auf der Straße leben, werden in dieser Statistik nicht berücksichtigt.

Die Kartons stehen symbolisch für die Schicksale wohnungsloser Menschen.

Die Kartons stehen symbolisch für die Schicksale wohnungsloser Menschen.

Ein Schlafplatz allein reicht nicht

Hinter der Wohnungslosigkeit stehen unterschiedliche Ursachen. Mietschulden, Trennungen, Arbeitslosigkeit, psychische Probleme oder Suchterkrankungen können eine Rolle spielen. „Es kann sein, dass jemand seine Anträge beim Amt nicht rechtzeitig stellt und es dann zu den fehlenden Mieten kommt“, sagt Stefanie Strieder.

Die Caritas bietet verschiedene Hilfen an. In der Notschlafstelle an der Schießbergstraße gibt es 36 Plätze für alleinstehende Erwachsene. Tagsüber können Menschen den benachbarten Tagestreff nutzen, duschen, Wäsche waschen und Beratung erhalten. Die Menschen, die in den Unterkünften leben, haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Die Stadt nennt unter anderem körperlich eingeschränkte und pflegebedürftige Menschen sowie Personen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen. Deshalb soll die Betreuung künftig stärker auf die jeweiligen Zielgruppen zugeschnitten werden.

Auch der Weg zurück in eine eigene Wohnung ist nicht einfach. Gerade kleine und bezahlbare Wohnungen sind nach Angaben von Stefanie Strieder schwer zu finden. „Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist extrem knapp“, sagt sie. Die Stadt setzt deshalb auch auf Prävention. Menschen, deren Wohnung gefährdet ist, sollen möglichst früh Unterstützung erhalten. Zudem ist ein Pilotprojekt geplant, mit dem geeignete wohnungslose Menschen begleitet in eigenen Wohnraum vermittelt werden sollen.