Was ist wirklich wichtig, wenn das Leben bald endet? Wir haben mit Menschen im Hospiz gesprochen und mit Mitarbeitern und Helfern, die sie beim Sterben begleiten.
KStA-Serie „Hospiz - die letzte Station“Was Sterbende aus Köln und der Region zu sagen haben

Gerd Hövel sitzt am liebsten im Garten des Hospizes. Bei der Sitzecke unter den großen Bäumen ist es meistens schön schattig.
Copyright: Charlotte Groß-Hohnacker
Sterben gehört zum Leben, und doch wird kaum darüber gesprochen. Im Hospiz können unheilbare Kranke ihren Lebensabend in würdiger Atmosphäre verbringen. Es ist ein Ort, an dem das Thema Tod allgegenwärtig ist, aber genauso ein Ort des Lebens, an dem sich für viele die Perspektive auf grundlegende Dinge verändert.
In der Serie „Hospiz – die letzte Station“ kommen Menschen aus dem Johannes-Hospiz in Oberberg zu Wort, die wissen, dass sie bald sterben werden. Es kommen nicht nur Sterbende zu Wort, sondern auch Helferinnen und Helfer, die Menschen aus Oberberg und Köln beim Sterben begleiten. Es geht um Rückblicke, um Abschied, um das, was am Ende zählt, und um die Frage, wie ein würdiges Sterben aussehen kann.
„Ich habe gedacht, dass ich Rentner werde und das Leben dann genießen kann. Und jetzt: Pustekuchen.“
Martin Becker (Name geändert), 63 Jahre alt, lebt im Johannes Hospiz Oberberg. Der gebürtige Ostdeutsche kam nach der Wende mit seiner Frau in den Westen; gemeinsam haben sie einen Sohn. Besonders wichtig sind ihm Familie, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit. Hier geht es zum Protokoll.
„Manche sagen: Gott hat mich verlassen. Ich kann das nachvollziehen“

Schwester Christina Klein in der alten Franziskanerkirche, wo heute die kirchliche Obdachlosenseelsorge „Gubbio“ ist.
Copyright: Charlotte Groß-Hohnacker
Wie können Obdachlose in Würde sterben? Schwester Christina Klein, 65 Jahre alt, trat 1981 den Franziskanerinnen von Olpe bei. Seit 2019 ist sie als Wohnungslosen-Seelsorgerin in der Kölner Innenstadt tätig und ist Mitgründerin der „Pace e Bene-Stiftung“, die Obdachlose an ihrem Lebensende begleitet. Hier geht es zum Protokoll.
„Ich wünsche mir, in Frieden zu sterben“
Gerd Hövel, 63, lebt im Johannes Hospiz Oberberg. Der frühere Speditionsmitarbeiter schätzt dort vor allem die Fürsorge. Geprägt haben ihn schwere persönliche Verluste: Seine Kinder sind tot. Zugleich spricht er nüchtern und ohne große Angst über das Sterben. Hier geht es zum Protokoll.
„Mit sterbenskranken Menschen zu arbeiten bedeutet, den Fokus zu verschieben: weg vom Heilen, hin zum Lindern“
Christa Gustson war 16 Jahre Krankenschwester im stationären Hospiz. Heute koordiniert sie den ambulanten Hospizdienst der Johanniter in Köln, damit schwerstkranke Menschen zu Hause sterben können, begleitet von Ehrenamtlichen. Hier geht es zum Protokoll.
„Gott sei Dank, dass ich diese Frau gefunden habe!“

Reinhard und Helga Simon im Johannes-Hospiz Oberberg
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Reinhard Simon lebt mit der Diagnose ALS, seine Frau Helga begleitet ihn dabei eng. Sie sind seit 49 Jahren verheiratet. Beide sprechen offen über Krankheit, Abschied und Tod, und darüber, was ihnen in dieser Zeit Halt gibt: Familie, Freunde, Glaube und der Blick auf das, was noch möglich ist. Reinhard Simon besucht derzeit einmal wöchentlich das Angebot Johanniter-Tageshospiz Oberberg. Seine letzten Tage möchte er stationär im Hospiz verbringen. Hier geht es zum Protokoll.
„Sieht man den Tod nicht, füllt man dieses Thema mit Schreckensbildern“
Achim Miebach, 62 Jahre alt, arbeitete eigentlich als Ingenieur. Vor vier Jahren begann er eine Ausbildung zum Hospizhelfer. Die ehrenamtliche Arbeit erde ihn, sagt er. Zuvor hatte er seine Eltern beim Sterben begleitet. Hier geht es zum Protokoll.
„Ich habe festgestellt, dass es für mich helle Tage und dunkle Tage gibt“
Dieter F., 70 Jahre alt, war gebürtiger Frankfurter. Er arbeitete unter anderem im Ausland, später viele Jahre als Hausmeister im Oberbergischen. Das Gespräch wurde bereits Ende Mai aufgezeichnet. Zu dem Zeitpunkt lebte er seit vier Wochen im Johannes Hospiz Oberberg. Dieter F. ist inzwischen verstorben. Hier geht es zum Protokoll.
„‚Blöd, dass ich das nicht früher gemacht habe.‘ Kaum einen Satz hören wir öfter am Bett unserer Gäste“
Bettina Hüttig-Reusch, 62 Jahre alt, ist Krankenpflegerin und arbeitet seit 46 Jahren in der Pflege, davon seit 19 Jahren im Johannes Hospiz Oberberg. Dort erlebt sie oft, wie sehr Menschen unerfüllten Plänen nachtrauern, und hat für sich daraus den Schluss gezogen, schöne Dinge nicht zu vertagen. Hier geht es zum Protokoll.