Von Gewalt geprägt war offenbar die Beziehung zwischen einem Mann aus Manfort und einer Frau aus Alkenrath.
VergewaltigungsprozessLeverkusener nutzt letzte Chance für Geständnis nicht

Im Prozess wegen Vergewaltigung gegen einen 32 Jahre alten Leverkusener gingen am Donnerstag die Türen zu.
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Benjamin Roellenbleck startete einen letzten Versuch. Der Vorsitzende Richter der 13. Großen Strafkammer redete dem Angeklagten ins Gewissen: „Wenn es etwas zu gestehen gibt, ist jetzt die Zeit dazu.“ Denn die Frau, die der heute 32 Jahre alte Manforter laute Anklage Ende 2019 im Bad seiner Wohnung in der Scharnhorststraße zum Sexpraktiken zwang, die sie nicht wollte, war schon auf dem Weg zum Saal 213 des Kölner Landgerichts. Dort sagte sie am Donnerstag aus – sie würde ihren damaligen Partner schwer belasten, das war schon vorher klar.
In der Anklage ist die Rede von sechs brutalen Übergriffen auf die junge Frau aus Alkenrath zwischen April 2019 und April 2021. Am schwersten wiegt selbstverständlich jener der Vergewaltigung. Diese habe die Frau in mehreren Aussagen „konsistent und im Detail“ geschildert, erklärte Richter Roellenbleck. Anders gesagt: Die Frau erscheint erst einmal glaubwürdig.
Für den Angeklagten bedeute das, so der Richter: Falls er die Vergewaltigung einräumen wollte, müsse er das machen, bevor sein Opfer aussagt. Nur dann habe das Geständnis Gewicht – und könne sich vorteilhaft für den Mann auswirken.
Auch der Anwalt stimmt den Angeklagten nicht um
„Ich habe ihm das auch klargemacht“, betonte sein Anwalt Lars Leidinger. Trotzdem wolle sein Mandant weiter schweigen. Das hatte er auch zum Auftakt der Prozesses am Dienstag so gehalten. Bisher sind also nicht einmal Details zu seiner Person bekannt. Ob seine Gewaltausbrüche Zeichen psychischer Probleme sein könnten, wird im Lauf des Prozesses ein Gutachter sagten. Laut Anklage hatte er seine Freundin nicht nur zum Sex gezwungen, sondern sie gewürgt, mit einem Kabel stranguliert, ihr eine Tüte über den Kopf gestülpt, um sie zu ersticken, ihr einmal eine Bierdose, einmal eine Flasche an den Kopf geworfen.
Wie das alles abgelaufen ist und warum die Beziehung nach der Vergewaltigung noch rund eineinhalb Jahre bestand, sollte am Donnerstag das Opfer vor Gericht aussagen. Das geschah hinter verschlossenen Türen.
