Maximilian Schneider bereitet sich auf seinen Auftritt in luftiger Höhe am 8. Mai vor. Ab diesem Tag wird ganz Bergneustadt zur Kunstbühne.
725 JahreLuftakrobat eröffnet Kunstaktion zum Bergneustädter Stadtgeburtstag

Ein Tuch und jede Menge Mut – mehr braucht Maximilian Schneider (28) nicht, um seinem Publikum den Atem zu rauben. Zum Jubiläum seiner Heimatstadt wird der Bergneustädter durch die Altstadtkirche schwingen.
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Der Blick hebt sich, die Faszination ist groß, denn das, was hoch in der Luft zu sehen ist, ist atemberaubend. Wenn Maximilian Schneider sich im Vertikaltuch dreht, schwingt, komplizierte Wicklungen durchführt und sich nach kurzem Fall wieder auffängt, ist das beeindruckende Luftakrobatik. Dieses Können wird der Bergneustädter am Freitag, 8. Mai, im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Aktion „Kunst in der Stadt“ (siehe unten) unter dem Titel „ErhOben“ in der evangelischen Altstadtkirche zeigen.
Angefangen bei der Kinderturngruppe in Bergneustadt-Hackenberg
Die Eröffnung der von Christine Bretz und Uwe Wintersohl initiierten Aktion, eingebettet in die Feiern zum Stadtgeburtstag, beginnt um 17 Uhr. Ein ungewöhnlicher Ort auf den Maximilian Schneider sich sehr freut: „Ich liebe es, Menschen mit Leichtigkeit und Eleganz in eine Traumwelt zu entführen. Die Altstadtkirche, in der dann auch Musik erklingen wird, ist dafür ein absolut schöner Rahmen.“
Angefangen hat Maximilian Schneiders Faszination für die Akrobatik, als es hieß, er sei nun zu alt für die Kinderturngruppe des TV Hackenberg. Mit zwölf Jahren hatte er die Wahl zwischen Leichtathletik und dem Zirkus Orlando. Zirkussport gibt es im TV Hackenberg seit 1993 und auch Maximilian Schneider entschied sich für Pyramiden, Kerze, Kopfstand und Trampolin. Er wurde Teil der Trapezgruppe, startete mit 18 Jahren mit dem Vertikaltuch und hatte als Luftakrobat gewissermaßen seine Bestimmung gefunden. „Mir wurde im Laufe meiner Auftritte gespiegelt, dass ich für die Luftakrobatik offensichtlich Talent habe. Ich fordere mich gerne heraus, taste mich an meine Grenzen heran und probiere am Vertikaltuch oder den Strapaten Neues aus“, berichtet er.
Ich liebe es, Menschen mit Leichtigkeit und Eleganz in eine Traumwelt zu entführen. Die Altstadtkirche ist dafür ein absolut schöner Rahmen.
Dieses Talent gepaart mit der Leidenschaft, perfekte Auftritte zu bieten, führte dazu, dass er die zweijährige Ausbildung zum Choreografen beim Deutschen Turnerbund absolvierte, die er vor Kurzem erfolgreich abschloss. Ebenso wie sein Lehramtsstudium, denn der Bergneustädter startet als Referendar am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen. „Ich hatte einige Berufswünsche, letztlich allerdings wurde mir bewusst, dass ich gerne mit Jugendlichen arbeiten möchte“, sagt der 28-Jährige, der diese Begabung längst auch im Sportverein und in der Zirkus AG der Vollmerhausener Freien Waldorfschule umsetzt.
Teil des Varieté-Teams des Bergneustädter Zirkus Orlando
Im TV Hackenberg leitet er die gerade gegründete Showgruppe Uhuru: „Uhuru ist Suaheli und bedeutet so viel wie Freiheit oder Unabhängigkeit. In der Gruppe wollen wir die Vielfalt unserer Möglichkeiten austesten“, erläutert er. In Vollmerhausen hat er eine Luftakrobatik-Gruppe aufgebaut. Abgesehen davon war der Bergneustädter auch wieder irgendwann zu alt für den Zirkus Orlando und wurde daher Teil des Varieté-Teams des Zirkus, das im vorigen Herbst viermal vor ausverkauftem Haus die Show „Artist Asylum“ in der Homburger Papiermühle zeigte.
Ein zweiter Auftritt im Rahmen des Stadtjubiläums findet übrigens am Mittwoch, 13. Mai, um 17 Uhr im Festzelt statt. Dann zeigt der Luftakrobat sein Können an den Strapaten.
Eine ganze Stadt wird zur Kunstbühne:
Christine Bretz und Uwe Wintersohl hatten im vorigen Jahr weitere Kunstschaffende aus Bergneustadt dazu eingeladen, anlässlich des 725. Stadtgeburtstages die Aktion „Kunst in der Stadt“ mit Leben zu füllen. Am Freitag, 8. Mai, findet ab 17 Uhr die Auftaktveranstaltung in der evangelischen Altstadtkirche statt. Anschließend gibt es verschiedenste Ausstellungen in unterschiedlichen Räumen. Am 31. Mai beginnt um 19 Uhr eine Finissage im Schauspiel-Haus.
Mit dabei sind: Ute Campo (Lydia Enns – Fine Design), Kornelia Bernhard, Sylvia Spitz (Gothaer Versicherung), Christine Bretz, Uwe Wintersohl (ehemals Uhren Heuser), Reiner Dannenberg (Schauspiel-Haus), Michael Erbach (Hugos Cafe), Lena Frank (Atelier Hauptstraße 28), Bärbel Faulenbach, Klaus Koch, Monika Reusch (ehemals Blumen Krumme), Ludolf Heppe (Café Gießelmann), Hilli (Kunsthaus Hillnhütter), Ute Hölscher (Foto Bestgen), Horst Janzen (Realschule/Rathaus), Marion Kottmann (Buchhandlung Baumhof), Hendrina Krawinkel (Atelier, Kölner Straße 257), Beate Manke, Christel Stinski-Roeschke (Parfümerie Gottmann), Iris Monhof (Atelier Irimo), Celina Morfidis (komplett & anziehend), Marie-Luise Pühler-Reith (Schuhtick) und Dirk Rauschenbach (ehemals Schuhhaus Wintersohl).
Außerdem beteiligen sich Inge Reinig (Optik Dörre), Ute Rink (Altstadtcafé), Maria Rohr (Atelier Altstadtquartier), Kathrin Ruhmland (Post), Gerhard Seyde (Räume der Sparkasse), Jürgen Vogt (Hairdesign Aga Rudolph/Mannschette), Herbert Voß, Tania Sowka (KKK Jugendzentrum), Harald Wandt (ehemals Schreibwarenladen), Gruppenausstellung Atelier Irimo (SchuhChou, Altstadtkirche, SPD Bürgertreff), Gruppenausstellung Kinder, Kunst und Kultur/Andrea Perthel (Marktapotheke) und Malte Nickel (Volksbank).

