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Interkulturelle WocheAuf dem Bernberg gibt es Hoffnungszeichen

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Ein Gruppenbild.

Religion kann auch eine Klammer sein: Zum Auftakt der Interkulturellen Woche begrüßte Jamel Othmani (r.) Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften, darunter den orthodoxen Priester Panagiotis Tiriakidis (M.). 

Religiöse und weltliche Gruppen eröffneten am Samstag in Gummersbach die Interkulturelle Woche in Oberberg. Die Teilnehmer bleiben optimistisch trotz aller Versuche der Ausgrenzung.

Die Interkulturelle Woche im Oberbergischen Kreis will Grenzen überwinden. In den Köpfen, aber auch auf der Landkarte und im Kalender. Im Programmheft finden sich Veranstaltungen von Anfang des Monats, und die letzte ist Mitte des kommenden. Eines der rund 50 Angebote findet in Much statt, eine Exkursion führt nach Köln. Ausgerechnet die viel gescholtene Religion soll hier Verbindung schaffen und eine Klammer bilden.

Der katholische Caritas-Verband ist wieder federführend in der Steuerungsgruppe, die die Reihe der Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und Diskussionsrunden organisiert hat. Bei der Eröffnungsveranstaltung am Samstag in der Aula an der Gummersbacher Moltkestraße trugen auch Vertreter der muslimischen und der hinduistischen Gemeinde Grußworte vor, am Ende sprach der griechisch-orthodoxe Priester Panagiotis Tiriakidis das Vaterunser, natürlich auf Deutsch. Alle Religionsvertreter betonten, dass ihr Glauben zum Ziel habe, dass sich Menschen mit Respekt und Liebe begegnen.

Kundgebung in Gummersbach

Bei dem kleinen „Markt der Möglichkeiten“ im Foyer der Aula zum Auftakt Interkulturellen Woche (IKW) waren aber weltliche Organisationen vertreten, die für das diesjährige Motto „Dafür! – jeder Intoleranz und Ausgrenzung zum Trotz“ einstehen. Theresa Tweer lud im Auftrag der Kreisvolkshochschule dazu ein, an einem Wandteppich mitzuweben, der die bunte Vielfalt der oberbergischen Gesellschaft abbildet. Die „Omas gegen Rechts“ warben für die Kundgebung mit anschließender Menschenkette, die am kommenden Freitag, 2. Oktober, 13.30 Uhr, am Lindenplatz für eine offene Gesellschaft mobilisiert. Ingrid Dreher beteiligt sich an der Infomesse in der Aula nach längerer Pause wieder als Sprecherin der Fair-Trade-Steuerungsgruppe: „Wir wollen uns weiter vernetzen und brauchen dringend neue Mitstreiter.“

IKW-Koordinator Jamel Othmani empfängt   alle mit offenen Armen. „Die Menschen suchen Gelegenheiten zusammenzukommen“, ist der Caritas-Mitarbeiter überzeugt. „Das ist im ländlichen Raum aber nicht so einfach.“ Deshalb gehe er auf die Gruppen zu und bemühe sich, auch jenseits der Kreisstadt Veranstaltungen ins Programm zu holen. Auch für ihn selbst als aus Wuppertal zugereisten Oberberger gebe es noch viel zu entdecken. Bei einer Führung mit Stadtarchivar Manfred Huppertz habe er Neues über jüdisches Leben und Leiden in Gummersbach gelernt.

Ihm ist es aber auch wichtig, dass bei der interkulturellen Verständigung der Humor nicht zu kurz kommt. Für den Abend des Eröffnungstags hat Othmani darum die deutsch-türkische Theatergruppe „Ulüm“ aus Ulm eingeladen. 150 Zuschauer amüsierten sich über die interkulturellen Missverständnisse, von denen das Stück „Sind Sie Ausländer? Nein, ich bin Türke“ erzählt.

Am besten ist es natürlich, wenn Vorurteile gar nicht erst entstehen. Dafür setzt sich Caritas-Mitarbeiterin Angelina Hoppe in den oberbergischen Kindergärten ein. Ihr macht Hoffnung, dass es auch auf dem Gummersbacher Bernberg, wo die AfD bei der Kommunalwahl viele Stimmen einsammelte, ein großes Interesse an anderen Kulturen gibt. „Wir wollen Eltern und Kindern vermitteln, dass die kulturelle Vielfalt etwas Wertvolles ist.“

Das Programm der Interkulturellen Woche dauert noch bis zum 13. Oktober.