Da der Mann seit Jahren an einer paranoiden Schizophrenie leidet, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der 39-Jährige schuldunfähig ist.
Vorfall im JanuarGummersbacher steht wegen schwerer Brandstiftung vor dem Kölner Landgericht

Der Prozess in Köln ist mit drei weiteren Verhandlungstagen bis Ende Juli terminiert.
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Wegen schwerer Brandstiftung steht seit Mittwoch ein 39 Jahre alter Gummersbacher vor dem Kölner Landgericht. Da der Mann seit Jahren an einer paranoiden Schizophrenie leidet, geht die Staatsanwaltschaft in ihrer Antragsschrift davon aus, dass der 39-Jährige schuldunfähig ist. Sie hat deshalb die dauerhafte Unterbringung des Beschuldigten in einer Psychiatrie beantragt.
Laut der Kölner Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte am Nachmittag des 10. Januar dieses Jahres seine Wohnung in Brand gesetzt haben. Kurz zuvor war ihm zwar von seinem Stiefvater (77) das Mietverhältnis wegen wiederholten Vandalismusvorfällen gekündigt worden, wegen der winterlichen Temperaturen von bis zu -12 Grad habe der Stiefvater den Aufenthalt des 39-Jährigen in der Wohnung im Tatzeitraum jedoch geduldet.
Bereits im Herbst 2025 gab es einen Feuervorfall in der Wohnung
„Gegen 14.30 Uhr entzündete der Beschuldigte mit Hilfe eines Feuerzeugs ein im Wohnzimmer im Erdgeschoss stehendes Polstermöbel, wobei er erkannte, dass sich das Feuer auch auf die Haussubstanz ausbreiten könnte“, sagte die Staatsanwältin bei der Verlesung der Antragsschrift. Das Feuer habe sich dann rasch ausgebreitet und „wesentliche Bestandteile des Gebäudes, wie Fenster- und Türrahmen sowie Böden und Decken“ in Brand gesteckt, berichtete die Staatsanwältin weiter.
Als der Stiefvater den Brand bemerkte, alarmierte er die Feuerwehr, die das Feuer habe löschen können. Das Haus sei anschließend jedoch so sehr verrußt gewesen, dass es bis heute nicht bewohnbar ist. Der entstandene Sachschaden wird in der Antragsschrift mit knapp 80.000 Euro beziffert. Für zwei Nachbarinnen ging die Sache glimpflich aus. Beide konnten von der Feuerwehr unverletzt aus der Nachbarhaus-Hälfte gerettet werden.
Der Beschuldigte, der am ersten Verhandlungstag einen verwirrten Eindruck hinterließ, erklärte, dass ihm ein „Einbrecher, ein Gangster“ vom Einkaufen ins Haus gefolgt sei. „Der hat mich bedroht und dann ist der Brand entstanden“, sagte der 39-Jährige. Der Gangster habe „brennbare Materialien“ in die Wohnung gebracht, weil die Eingangstür kaputt und somit immer offen sei.
Feuervorfall auch im Herbst 2025Gegenüber Polizeibeamten soll der Beschuldigte zudem wiederholt angegeben haben: „Satan brennt.“ Beim Haftrichter soll er laut den Ermittlungsakten später ausgeführt haben: „Ihr müsst Satan 22 Atombomben auf den Kopf jagen. Es geht um Krieg gegen Moslems.“
Im Herbst 2025 hatte es laut den Ermittlungsakten und der Zeugenaussage der Mutter (65) schon einmal einen – wenn auch wesentlich kleineren – Feuervorfall in der Wohnung gegeben. Auf dem Sofa sei ein Brandfleck gefunden worden, den der 39-Jährige mit seinem Kampf gegen Aliens begründet habe.
Der Prozess ist mit drei weiteren Verhandlungstagen bis Ende Juli terminiert.
