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Mit Cartoons gegen VorurteileMushin Omurca begeistert in Bierenbachtal

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Kabarettist und Cartoonist Mushin Omurca in der Kulturkapelle

Der Kabarettist ist auch Cartoonist und führt seine Themen gern mit humorvollen Zeichnungen ein.

Mehr als 50 Besucher erlebten in der Kapelle Bierenbachtal einen humorvollen Abend über Vorurteile und Integration.

Beamer und Leinwand gehören zur Grundausstattung von Mushin Omurca. Der Kabarettist ist auch Cartoonist und führt seine Themen gern mit humorvollen Zeichnungen ein. So auch beim Gastspiel mit dem Programm „Der Schein türkt“ in der Kapelle in Nümbrecht-Bierenbachtal.

Mitten in den Sommerferien kamen immerhin mehr als 50 Kulturinteressierte an diesen speziellen Ort am Dorfrand zum Auftritt des Deutsch-Türken, der auf der Schwäbischen Alb zu Hause ist. „Ich wette, es sind keine Türken da“, sagt er zur Begrüßung. Eine Frau im Publikum zeigte wider Erwarten auf und wurde dann über den Abend ein paarmal persönlich angesprochen.

Humor mit Stift und Leinwand

Als Zeichner hatte Omurca es schon mit dem früheren US-Präsidenten schwer. Während der Amtszeit von Joe Biden habe er so gut wie keine Cartoons verkauft, beklagt der Humorist. Hingegen seien die Trump-Karikaturen   binnen Stunden aufgrund dessen Meinungsänderungen schon wieder unaktuell.

Er rühmt sich der Erfinder des Worts „Biodeutscher“ zu sein. Die Cartoons, die in der Süddeutschen Zeitung oder der TAZ erscheinen, beschreiben oft die kulturellen Unterschiede zwischen Türken und Deutschen. Er zeigt etwa einen Türken, der seinen Tee per Infusion bekommt, und erläutert damit den Unterschied zwischen Teeisten und Kaffee trinkenden A-Teeisten.

Klischees als roter Faden

Dennoch legt Omurca im Programm „Der Schein türkt“ mit Anekdoten und Alltagsbeobachtungen dar: Vorurteile sind treue Begleiter – nur liegen sie fast immer falsch. Sein Vorschlag zur besseren Integration seiner Landsleute: Man möge den Kindern statt Kuscheltieren doch „Plüschtürken“ geben. „Ich habe einen ganzen Koffer voll dabei und sie können nach der Vorstellung erworben werden – aber nur als ganze Familie, also zu sieben Stück“.

Omurca berichtete von seiner Sucht nach Thüringer Bratwürsten und vom Sprachkurs der Volkshochschule, als er im Alter von 20 Jahren aus der Türkei nach Frankfurt kam. Noch immer ist ihm unklar, wozu das Deutsche Artikel braucht, obwohl man im Türkischen und vielen anderen Sprachen darauf verzichtet: „Warum muss eine Tür weiblich sein?“

Mushin Omurca macht seit mehr als 30 Jahren Kabarett und wurde von Dieter Hildebrand entdeckt. Mit seinen Programmen trat auch schon in Japan und den USA auf. Auch den Nerv des oberbergischen Publikums hat er damit getroffen, es gab zum Schluss langen Applaus.

Nach einer Botschaft für ein gutes Zusammenleben der Kulturen gefragt, antwortete der 66-Jährige im Gespräch: „Wenn wir alle über uns selbst lachen können, haben wir den ersten Schritt getan.“