Das prallgefüllte Wochenende lockte die Menschen in Scharen nach Nümbrecht. Ein Ballonstart musste aus Gründen der Sicherheit abgesagt werden.
Open-Air-WochenendeKasalla, Klassik und kunterbuntes Kinderprogramm auf Schloss Homburg

Wegen tückischer Luftströmungen konnte der GWN-Ballon am Freitagabend nicht über dem Gelände von Schloss Homburg in Nümbrecht aufsteigen. Das Ballonglühen erfreute die zahlreichen Besucherinnen und Besucher stattdessen.
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Live-Musik für jeden Geschmack gab es am vergangenen Wochenende beim „Schloss Homburg Open Air“. Von Jazz über kölsche Rockmusik und Partyhits bis zu Klassik reichte das Spektrum auf dem unteren Burghof des historischen Gemäuers in Nümbrecht. Felix Ammann, Kulturdezernent des Oberbergischen Kreises, kündigte an: „Mit diesem besonderen Programm präsentieren wir auch in diesem Sommer wieder Live-Highlights in besonderer Atmosphäre.“
Nach dem Jazz-Auftakt am Donnerstagabend mit den Gebrüdern Wasserfuhr und der Vorband Big Stuff ging am Freitagabend mit der Kölner Band Kasalla die Post ab. Rund 800 Menschen tanzten und sangen vor der Bühne in der lauen Sommerluft. Bürgermeister Thomas Hellbusch scherzte im Gespräch mit Oberbergs Landrat Klaus Grootens: „Das Wetter ist perfekt – aber das war ja auch klar, nachdem wir dem Kreis den Termin unseres Lichterfestwochenendes für das Open-Air abgegeben haben.“

Beim Konzert der kölschen Band Kasalla ging auf Schloss Homburg in Nümbrecht richtig die Post ab.
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Vor dem Song „Dausend Levve“ berichtete Kasalla-Frontmann Bastian Campmann, dass es die Band nun inzwischen 15 Jahre gibt: „Wir feiern dieses Jahr Kristallhochzeit.“ Zwar sei nicht immer alles harmonisch verlaufen, doch nach gegenseitigem Kopfwaschen ginge es dann auch wieder: „Wir schaffen auch noch die Goldene Hochzeit.“
Derweil machte sich das Team vom Ballonsportclub Reichshof mit dem GWN-Ballon startklar, um über das Konzertgelände zu fahren. Die Gemeindewerke Nümbrecht hatten die Veranstaltung unterstützt, indem sie den Shuttle-Service zum Schloss gesponsert hatten und wollten wieder Flagge zeigen.
Ein gestarteter Ballon zeigt über Nümbrecht, warum es dort keinen zweiten Start geben durfte
Während Lieder wie „Rudeldiere“ sowie „Pommes un Champagner“ von der Bühne herüberschallten, zog Ballonpilot Thomas Lepperhoff die Stirn in Falten. Der Atmosphärenschnitt vom Wetterdienst zeigte einen Low-Level-Jet mit hohen Windgeschwindigkeiten bereits in niedriger Höhe.
Ein gestarteter Gas-Luftballon bestätigte das: Zunächst ruhig in Richtung Kurpark steigend, wurde er bereits dicht über den Baumwipfeln sehr schnell und drehte in Richtung Flughafen Köln-Bonn ab. Der Start wurde abgeblasen. Der Ballon war dennoch ein Höhepunkt des Konzerts: Er hob zwar nicht ab und fuhr über den Köpfen der Gäste in den blauen Abendhimmel, doch glühte er stimmungsvoll zur Musik.

Am Samstag brauchten die Zuhörerinen und Zuhörer auf Schloss Homburg in Nümbrecht Sonnenschutz, als das Bonner Jugendsinfonieorchester auftrat.
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Apropos Glühen: Weiter ging es am Samstagmittag mit einem Konzert des Jugendsinfonieorchesters Bonn bei Temperaturen über der 30-Grad-Marke. Die gut 120 Zuhörerinnen und Zuhörer ließen einen großen Teil der Bestuhlung vor der Bühne frei und suchten sich ein Plätzchen im Schatten des Torbogens oder unter dem dichten Blätterdach auf der Burgmauer.
Nümbrechts Bürgermeister Thomas Hellbusch betont, dass das Museum auf Schloss Homburg alles andere als langweilig für Kinder ist
In seiner Begrüßung sagte Bürgermeister Hellbusch, dass Museen für Kinder manchmal langweilig seien. Nicht so in Nümbrecht, und schon gar nicht heute: Einerseits gebe es gerade die Playmobil-Schau im Schloss und andererseits nicht nur das Konzertprogramm, sondern auch das kostenlose Spielangebot der GWN am Roten Haus mit buntem Angebot, das von Minigolf über Kegeln, Entenangeln bis zur Modellauto-Rennstrecke reichte. GWN-Geschäftsführerin Karina Tuttlies war mit Begeisterung dabei: „Wir freuen uns besonders, dass wir hier am Schloss dabei sein dürfen.“
Launig führte Kulturamtsleiter Steffen Müller durch das gut einstündige Programm des Jugendsinfonieorchesters, immer im Dialog mit der Dirigentin Kerith Müller. Vor Schuberts Unvollendeter fragte er etwa, wie sie die jungen Musikerinnen und Musiker bändige: „Mit dem Taktstock – und meistens wissen sie dann, was ich meine.“
Weiter ging es mit einem Hornkonzert von Mozart, bei dem Delphine Labadie als Solistin mit ihrem Waldhorn brillierte, bevor das talentierte Orchester im Finale bei Edward Elgars Marsch Nr. 1 aus dem Werk „Pomp and Circumstances“ energiegeladen ein grandioses Volumen präsentierte.
In Kooperation mit der Nümbrechter Kurgesellschaft stieg am Samstagabend das Konzert der Coverband Stockbrot mit einem breitgefächerten Repertoire von Evergreens über kölsche Titel und Schlager bis hin zu Rock und aktuellen Chart-Hits. Und auch hierbei glühte der GWN-Ballon.
