Oberberg – Putzkräfte im Einsatz von der ersten Stunde bis nach Ende des Unterrichts, nach jeder Pause erneute Reinigung der Sanitäranlagen, regelmäßige Kontrollen, dazu große Desinfektionsspender an neuralgischen Stellen in den Gebäuden, schützende Plexiglasscheiben im Sekretariat – das sind nur einige der Maßnahmen, die jetzt im Homburgischen Gymnasium umgesetzt werden sollen, damit Kinder und Jugendliche wieder zur Schule gehen können.
Denn schon bevor die Entscheidung bekanntgegeben wurde, dass die Schulen in der nächsten Woche, genauer gesagt bis Donnerstag, zumindest für Prüfungsvorbereitungen wieder geöffnet werden, waren Schulleitungen und Schulträger im gesamten Kreis mit der Frage beschäftigt, wie das gehen soll in Zeiten der weiter drohenden Ansteckung mit dem Coronavirus. So auch in Nümbrecht: „Wir haben den gesamten Weg eines Schülers von zu Hause bis zum Platz im Klassenzimmer abgearbeitet und in verschiedene Stationen eingeteilt“, erläutert Nümbrechts Bürgermeister Hilko Redenius. Er berichtet von einer fast dreistündigen Besprechung mit der Schulleitung. Dabei herausgekommen ist eine Hygiene-Richtlinie, die musterhaft für alle Nümbrechter Schulen sein soll, wenn der Unterricht wieder anläuft. Dabei hatte der Rathauschef gehofft, dass dies nicht schon in der nächsten Woche kommt, sondern eine Woche später: „Wir brauchen mehr Zeit für die Vorbereitung.“
Verschärfte Bedingungen an den Schulen
Mit dem Donnerstagstermin könne er aber leben, sagt Redenius: „Da beginnen wir im Gymnasium mit den Vorklausuren, die wegen des Verdachtsfalles vor der landesweiten Schließung ausgefallen waren, und mit dem Unterricht für das 10. Schuljahr der Sekundarschule.“ Allerdings unter verschärften Bedingungen, so der Bürgermeister: „Ich habe für das Schulzentrum eine Maskenpflicht verordnet.“
Berufskollegs
In einer Doppelrolle befindet sich der Kreis: Einerseits ist er selbst Schulträger, andererseits als Gesundheitsamt für die Eindämmung des Virus verantwortlich. Die Wiederaufnahme des Schulbetriebs für die Abschlussklassen betrifft den Kreis als Betreiber der Berufskollegs. „Als Schulträger haben wir uns schon vor der Entscheidung im engen Austausch mit den Schulleitungen auf einen Schulstart nach den Osterferien vorbereitet“, sagt Kreissprecherin Iris Trespe.
Der Kreis ging gestern davon aus, dass es sich nur um die Abschlussklassen der Vollzeitbildungsgänge handelt. Nicht betroffen wären dann alle, die als duale Ausbildung angeboten werden. (r)
Ein paar Tage mehr hätte sich auch Jürgen Greis, Leiter der Leonardo-da-Vinci-Gemeinschaftsschule in Morsbach, gewünscht: „Uns läuft die Zeit davon.“ Dort beschäftigt sich ebenfalls ein Team zunächst mit den grundsätzlichen Problemen vor dem Schulstart. „Uns wäre es am liebsten, es würde erst im Mai wieder losgehen“, sagt Greis und hofft, dass Morsbachs Gemeindeverwaltung in der Lage ist, das Schulzentrum an der Hahner Straße mit ausreichenden Mengen an Desinfektionsmitteln, Seife und Einweg-Handtüchern auszustatten. „Denn wir werden unsere Schüler dazu aufrufen, sich mindestens alle zwei Stunden die Hände zu waschen.“ Offen sei die Frage, ob die Kinder und Jugendlichen Mundschutz tragen müssen.
Abstandsregelungen im Schulbus und in den Klassenräumen
Schon vor der Entscheidung, zumindest die Abschlussklassen in der nächsten Woche wieder in die Schulen zu lassen, hat Greis an den Stundenplänen gearbeitet. „Wobei wir ja noch nicht wussten, wie viele Schüler und welche Jahrgänge kommen dürfen.“ Und bei den Lehrkräften stelle sich die Frage, wer aufgrund von Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehört und nicht vor eine Klasse treten darf. „Nicht zuletzt muss feststehen, wie Schüler überhaupt zur Schule kommen sollen und welche Abstandsregeln für sie im Schulbus und dann im Klassenraum gelten.“
Diese Unbekannten hat auch Thorgai Wilmsmann, Direktor des Homburgischen Gymnasiums, auf der Rechnung. Bevor die Schule wieder öffnet, müsse noch eine Grundreinigung vorgenommen werden. „Denn wir haben die Auflage, dass alle Oberflächen desinfiziert worden sein müssen“, sagt der Pädagoge. Auf seine Initiative hin werden Plexiglasscheiben im Schulsekretariat installiert, um Mitarbeiter und Schüler zu schützen. Dazu sollen auch die Desinfektionsstationen beitragen, die daraufhin überwacht werden, ob die Desinfektionsspender aufgefüllt werden müssen, so kündigt Nümbrechts Bürgermeister Redenius an: „Im Idealfall reicht der Inhalt eines Spenders für 100 Nutzungen.“
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Desinfektionsmittel sei genügend vorhanden, auch Toilettenpapier und Papierhandtücher seien palettenweise eingelagert, versichert Redenius. „Zurzeit überlegen wir, ob wir die Mensa öffnen. Wenn die unteren Jahrgänge kommen, sollen diese Kinder eine Mahlzeit bekommen.“



