Ein neuer Schulcampus, neue feuerwachen und die Regionale 2025. Im Interview spricht die Wipperfürther Bürgermeisterin Anne Loth über die wichtigsten Vorhaben in der Stadt.
AusblickBürgermeisterin Anne Loth über die Pläne für Wipperfürth

Anne Loth ist Bürgermeisterin der Hansestadt Wipperfürth
Copyright: Dennis Börsch
Anne Loth (53) ist Bürgermeisterin der Hansestadt Wipperfürth. Im Interview spricht sie über verschiedene Vorhaben, die im Jahr 2026 erledigt werden sollen.
Frau Loth, was sind die wichtigsten Aufgaben, die jetzt anstehen?
Wir stehen vor zahlreichen großen Investitionen – in Schulen, städtische Gebäude, Projekte im Rahmen der Regionale 2025 sowie in die Feuerwehr. Auf dem Hauptschulgelände hat der Rückbau begonnen; der Abriss ist noch vor den Sommerferien vorgesehen. Für den dort entstehenden neuen Schulcampus konnte eine Einigung mit dem Sieger des Architektenwettbewerbs erzielt werden. Das Düsseldorfer Büro h4a Architekten übernimmt die Generalplanung. Auch am Engelbert-von-Berg-Gymnasium wird ein Trakt abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Planungen werden konsequent weitergeführt.
Und die Grundschulen?
Die GGS Kreuzberg wird um einen Modulbau erweitert. Auch die Antoniusschule erhält einen weiteren Modulbau, zudem einen neuen Pausenhof. Mit der Grundschule Mühlenberg bewerben wir uns am Förderprogramm „Energieeffizienter Modulbau“. Die Fördersumme beträgt 80 bis 90 Prozent. Es ist ein Windhundverfahren des Landes NRW, nur die schnellsten Anträge werden berücksichtigt. Aber wir haben gute Hoffnung, dass das klappt.
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An der Grundschule Wipperfeld wird ein Containerbau errichtet, außerdem bewerben wir uns mit der Turnhalle Wipperfeld am Sportstättenförderprogramm. Das alles zu stemmen, wird eine Mammutaufgabe.
Welche Folgen hat das Haushaltssicherungskonzept für die Stadt?
Das letzte Haushaltssicherungskonzept haben wir mit dem Jahresabschluss 2023 verlassen. 2024 und 2025 hatten wir, was das Haushaltsergebnis betrifft, eine kleine Verschnaufpause. Nun haben wir maximal zehn Jahre Zeit für eine erneute Haushaltskonsolidierung, und wir sind nicht alleine. Das Grundproblem: Wir haben mehr Ausgaben als Einnahmen.
Nur die Aufgaben zu reduzieren, das ist mir zu einfach. Wir brauchen einen bunten Strauß an Maßnahmen. Wichtig wäre jetzt eine Regelung auf Bundesebene, was die Altschulden der Kommunen angeht. Das Land NRW ist vorangegangen und übernimmt 15 Millionen Euro unserer Altschulden, das ist ein erster Schritt. Außerdem brauchen wir eine effizientere Verwaltung, u.a. durch Digitalisierung von Prozessen, den Einsatz moderner Softwarelösungen, und ich bin ein Freund von interkommunaler Zusammenarbeit. 2027 werden wir zudem sieben Hektar neue Gewerbeflächen vermarkten, wir erhalten regelmäßig Anfragen.
Was tut sich bei Neubaugebieten?
Neye-Nord soll in die Planung kommen, aber nicht, wie zunächst vorgesehen, als Klimaschutzsiedlung. Das ist zu teuer, und die Vorgaben für neue Wohngebäude sind ohnehin schon sehr hoch. Auch in Thier entsteht ein kleines Neubaugebiet.
Was passiert bei der Feuerwehr?
Insgesamt ist die bauliche Entwicklung von sechs Feuerwehrgerätehäusern vorgesehen. Dabei handelt es sich sowohl um Neubauten als auch, sofern wirtschaftlich und technisch möglich, um Sanierungsmaßnahmen.
Den Auftakt bildet der Standort Thier, für den bereits ein Grundstück zur Verfügung steht. In Klaswipper ist zunächst eine Übergangslösung vorgesehen: Um das neue Löschfahrzeug unterbringen zu können, soll das Dach der Fahrzeughalle aufgestockt werden. Die Haushaltsplanung sieht vor, innerhalb der kommenden sechs Jahre jährlich jeweils ein Feuerwehrgerätehaus neu zu errichten oder alternativ zu sanieren.
Wie geht es weiter in Sachen Verkehrsplanung und ZOB?
Eine aktuelle Verkehrszählung führen wir in den kommenden Wochen durch. Als Stadt haben wir seit Dezember 2025 eine eigene Verkehrsplanerin beschäftigt. Für den Knoten Gaulstraße/Ringstraße liegt jetzt eine Lösung vor. Die konkretisierende Planung, sowohl für den Busbahnhof, wie auch den Kreisverkehr und das Brückenbauwerk vor dem Edeka sollen zeitnah beauftragt werden. Die bauliche Umsetzung könnte voraussichtlich ab 2028 beginnen, nachdem alle Fragen der Förderung geklärt sind. Ich denke, das wird richtig schön.
Wie ist der Sachstand beim Regionale-Projekt „Auf zu neuen Ufern“?
Derzeit wird der Masterplan „Wupperquartier“ erstellt. Parallel dazu soll ein freiraumplanerischer Wettbewerb für die Ufergestaltung und das Brückenbauwerk in der ersten Jahreshälfte 2026 durchgeführt werden. Gleichzeitig sind wir weiter in Gesprächen mit dem Eigentümer Radium.
Letzte Frage: Was wünschen Sie sich für 2026?
Dass der Zusammenhalt, den wir in Wipperfürth haben, weiter anhält. Demokratie ist anstrengend, aber ich wünsche mir, dass wir gemeinsam die besten Lösungen für die Stadt finden.

