Die Eröffnung des neuen Aldi-Marktes in Bergisch Gladbach-Heidkamp steht am Donnerstag (19. März) bevor
NahversorgerIn den neuen Aldi in Heidkamp geblickt

Der neue Aldi in Bergisch Gladbach-Heidkamp öffnet. Die meisten Waren sind schon da.
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Am Donnerstag (19. März) in aller Früh kommen noch Obst und Gemüse. Über die Laderampe werden die Waren in den neuen Aldi Süd-Markt gebracht. Und um 8 Uhr öffnet der neue Nahversorger im Gladbacher Stadtteil Heidkamp, mit Angeboten und Überraschungen am gesamten Tag. Wie es so ist, wenn ein neuer Supermarkt aufmacht.
Vor rund vier Jahren schloss der „Netto“-Discounter in Heidkamp. Seitdem waren die Menschen im Stadtteil fürs Einkaufen angewiesen aufs Auto, auf den Bus oder auch den Lieferdienst. Ab Donnerstag kann auch wieder zu Fuß eingekauft werden. Tom Ritzdorf, Director Real Estate bei Aldi Süd, ist äußerst zufrieden mit dem Ergebnis. Gebaut habe Aldi nach den bewährten Standards, ergänzt mit Heidkamper Besonderheiten.
Früher Kunde
„Wer die Aldi-Märkte kennt, wird sich hier gut zurechtfinden“, meint er mit Blick in die breiten Einkaufsgänge. Dienstagmittag. Besuch im neuen Markt. Die meisten Regale sind schon voll. Ein Arbeiter schrubbt mit seinem Wischmob die Glasfassaden. Alles soll glänzen am Tag der Eröffnung. Auch die Eingangstüre funktioniert schon, vollautomatisch. Es sieht fast so aus, als wäre schon geöffnet. Ein älterer Herr läuft prompt in den Markt, will schon einkaufen. „Hallo! Sie sind zu früh“, klärt ihn jemand freundlich auf.Manche in Heidkamp können es nicht abwarten, bis die Nahversorgung wieder vor Ort ist.
Aldi Süd hat einiges gemacht am neuen Standort. Die historische Milchsammelstelle aus den 1930er-Jahren, Standort des „Netto“, abgebrochen. Eine Tiefgarage für 47 Stellplätze gebaut, oberirdisch gibt es ebenso viele. Das Marktgebäude errichtet. Den nach einer besonderen Satzung erforderlichen Nachbau der Milchsammelstelle (als Mehrparteienwohnhaus) hochgezogen. Auch eine Linksabbiegespur an der Bensberger Straße neu gebaut.
Bürgermeister wird erwartet
„Die Kooperation mit der Stadt war immer hervorragend“, sagt Ritzdorf. Am Donnerstag um 11 Uhr, sagt der Manager, schaue auch Gladbachs Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) vorbei. Eingeladen sei auch sein Vorgänger Frank Stein (SPD), ebenfalls Unterstützer des Projekts. Rund 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche gibt es, ein Standardmaß für die Aldi-Märkte. Die Bäckerei Kraus hat als Partnerunternehmen eine Filiale angrenzend.
Und, was zunehmend beim Bau von Verbrauchermärkten in Mode kommt, es sind 17 neue Wohnungen entstanden. Sechs über dem Discounter, fünf im Gebäude der „neuen“ Milchsammelstelle. „Das ist für uns ein Mixed-Use-Projekt“, sagt der Manager. Mixed use meint: gemischte Nutzungen. In den Wohnungen wird aktuell noch gearbeitet, Estrichleger sind am Dienstag zugange. Aldi, sagt Ritzdorf, lasse die Wohnungen über einen Makler vermarkten.
Über die Dächer von Heidkamp können die künftigen Mieter schauen. „Wir mussten niedriger bauen als ein denkmalgeschütztes Haus auf der anderen Straßenseite“, klärt der Aldi-Vertreter auf. 20 bis 30 Zentimeter, diesen Unterschied habe man beachten müssen. Von den Dachterrassen schweift der Blick zu den Wohnhäusern der Märchensiedlung mit ihren farbigen Fronten und zur Bushaltestelle der Linie 455.
Mit Wärmepumpe
Hinten raus sind bereits die Anlagen für die Wärmepumpen gebaut. Nachhaltigkeit hat bei diesem Bauprojekt große Bedeutung: Gründach, Photovoltaik, Ladestationen für Elektroautos, alles ist eingeplant. Richtung Juni sollen die Außenanlagen für die Wohnungen fertiggestellt sein, die ersten Mieter einziehen. Für den Aldi-markt, den siebten im Stadtgebiet, sei selbstredend alles fertiggestellt. Auch die Einkaufswagen seien schon da, sie würden zur Eröffnung in die vorgesehenen Positionen gestellt.
Die Technik laufe auch, mit Datenverbindungen zur Aldi-Zentrale. Autofahrer können den Markt über die Bensberger Straße anfahren. Mit einer Einbahnstraße werden die Pkw-Kunden zu den Parkplätzen gelenkt. Heidkamp kann am Donnerstag von der Liste der Gladbacher Stadtteile ohne Discounter oder Vollsortimenter gestrichen werden.
Das Nachbardorf Herkenrath bleibt noch auf dieser Liste. Hier bemühen sich Kaufmann Markus Hetzenegger und seine Partner um ein Nahversorgungszentrum. Und neben Edeka soll sich in Herkenrath auch ein Aldi-Markt ansiedeln.

