Skulptur und PreisgeldGladbach hat einen neuen Friedenspreis für  „bürgerschaftliches Engagement über Grenzen hinweg “

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Axel und Sabine Becker erhalten die Ehrennadel in Gold von Bürgermeister Lutz Urbach.

Erhielten die Goldene Ehrennadel der Stadt in Zeiten, als Lutz Urbach (l.) noch Bürgermeister war: Sabine Becker und Axel Becker.

Der Preis des Städtepartnerschaftsvereins Bergisch Gladbach-Beit Jala soll jährlich verliehen werden. Dieses Jahr geht er an Daoud Nassar.

Daoud Nassar ist der erste, der ihn bald erhält: den Axel-und-Sabine-Becker-Friedenspreis, die „bundesweit erste Auszeichnung für kommunales bürgerschaftliches Engagement über Grenzen hinweg“, wie die Stadt Bergisch Gladbach mitteilt. Ganz frisch ist er, der Preis, neu gegründet vom Städtepartnerschaftsverein Bergisch Gladbach-Beit Jala und soll dieses Jahr zum ersten Mal vergeben werden.

Die Auszeichnung soll künftig an Menschen und Projekte gehen, „die sich für einen gerechten Frieden in Nahost stark machen, ganz gleich, wo sie leben – in Beit Jala, Palästina, Israel, Bergisch Gladbach oder anderswo“, heißt es im Statut. Nassar, der das internationale Friedensprojekt „Zelt der Nationen“ (Tent of Nations) gegründet hat, soll ihn in diesem Jahr überreicht bekommen.

Mit dem Preis will der Verein Axel und Sabine Becker ehren

Das Zelt der Nationen liegt, so heißt es auf der Website des Projekts, auf einer pädagogischen und ökologischen Familienfarm etwa zehn Kilometer südwestlich von Bethlehem im Westjordanland. Es habe sich „dem gewaltfreien Widerstand, dem Umweltschutz, der interkulturellen Bildung und der Verbindung der Menschen mit dem Land verschrieben“. Auf dem Programm stünden biologische Landwirtschaft, Empowerment-Programme für Frauen und Kinder und globale Solidarität.

Globale Solidarität – ein Stichwort, mit dem sich wohl auch die Namensgeber des Friedenspreises, das Ehepaar Axel und Sabine Becker, identifizieren. Mit der Preisstiftung will der Partnerschaftsverein die beiden ehren. Denn ihr „beharrliches Wirken“ habe dazu geführt, dass der Verein im März 2011 gegründet wurde, teilt die Stadt mit. Für das Ehepaar habe der Einsatz für Menschenrechte, für persönliche Begegnungen und einen weiten Horizont für andere Kulturen hohe Priorität.

1000 Euro aus der Vereinskasse winken dem Preisträger

Für Axel Becker ist klar: Die Ehrung ist zugleich auch ein Auftrag für die weitere Vereinsarbeit. „Herzstück ist die Begegnung von Menschen in Bergisch Gladbach und Beit Jala. Bürgerreisen ermöglichen prägende Einblicke jeweils in den Alltag und fördern das Verständnis für die schwierigen Positionen im Nahostkonflikt.“ Zu den Vereinsaktivitäten, die die Stadt nach eigenen Angaben unterstützt, zählen unter anderem auch Vorträge, Filme, Ausstellungen und Gesprächsrunden.

Neben 1000 Euro aus der Vereinskasse gibt es außerdem eine Preisskulptur von dem Rösrather Kunstdozenten Urs Fries. Sie zeigt eine stilisierte Brücke. Aus dieser wächst ein Olivenbaum.

Künstler erschafft Preisskulptur mithilfe von 3D-Drucker

Die Skulptur besteht aus Plastik, wurde mithilfe eines 3D-Druckers geschaffen. Die Brücke soll als Symbol für die Überwindung von Fremdheit, Ablehnung und Hass durch Begegnung und Toleranz stehen. Der Olivenbaum hingegen wird laut Stadt in vielen Kulturen als Zeichen für ein friedliches Miteinander, für Neuanfang und Wohlstand verehrt.

Es handelt sich um einen Preis, der optisch wie symbolisch gut zu Nassars Friedensprojekt passt. „Unsere Mission ist es, durch kreativen Widerstand, Bildung und Umweltschutz Brücken zwischen den Menschen und zwischen den Menschen und dem Land zu bauen“, heißt es beim Zelt der Nationen. Wann eine Preisübergabe stattfinden kann, steht allerdings noch aus.