Im Spiegelsaal des Bergischen Löwen wurde interessierten Gladbachern der Verlauf eines Teils der Radpendlerroute vorgestellt
MobilitätBergisch Gladbach stellt Verlauf der Radpendlerroute vor

Maren Hesselmann und Judith Heyer berichteten über die Planungen für die Radpendlerroute
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Die Stadt Bergisch Gladbach krempelt um. Wer künftig mit dem Rad nach Köln will, soll das schneller und sicherer tun können. Nun prüften Anwohner und Radpendler die bisherigen Pläne der neuen „RadPendlerRoute“. Schon vor Beginn drängten sich die Bürger um den Planungstisch. Die Diskussion war so lebhaft, dass Moderator Christian Klasen die Teilnehmer zweimal bat, zunächst die Impulsreferate anzuhören. Der Hintergrund: Am 25. Februar startete die Online-Beteiligung.
Anregungen einreichen
Bürger konnten ihre Anregungen und Bedenken bei der Informationsveranstaltung einbringen oder haben noch vier Wochen Zeit, dies online zu tun. Auf der Webseite der Stadt Bergisch Gladbach (https://www.bergischgladbach.de/radpendlerroute.aspx) ist der Link zu finden. Der Plan: Eine Hauptroute soll von der Kölner Stadtgrenze über die Gierather Straße und den Refrather Weg direkt ins Zentrum führen.
Es geht um mehr als ein bisschen Farbe auf dem Asphalt. Die Route soll Pendler aus dem Auto holen – ein Ziel, das durch die bevorstehende Sperrung der S11 an Dringlichkeit gewinnt. Wenn die Bahn ab April fast drei Monate stillsteht, wird das Fahrrad zur wichtigen Alternative. Christian Klasen, Leiter der Abteilung Verkehrsflächen in Bergisch Gladbach, stellte zu Beginn klar: Dieser Streckenabschnitt befindet sich noch in der Vorplanung.
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Radverkehr hat sich verdoppelt
Rückenwind gibt die Erkenntnis, dass sich der Radverkehr in Bergisch Gladbach aufgrund der Elektromobilität in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. Auch Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD), der anwesend war, bestätigte das. „Ich selbst habe die Route in den vergangenen Jahren täglich genutzt, zumindest den Kölner Teil“, sagte Kreutz.
Weiße Schilder auf rotem GrundSchon hier gab es zwei Fragen aus dem Publikum. „Wie wird die Strecke gekennzeichnet, damit man sie findet? “ Maren Hesselmann von der Stadt und Judith Heyer vom Rheinisch-Bergischen Kreis erklärten, dass weiße Schilder auf rotem Grund aufgestellt würden.
Die zweite Frage war brisanter: „Wird die Pendlerroute fertig, bevor das zweite S-Bahngleis gebaut wird? Sonst haben wir zwei Baustellen und nichts geht mehr“, warnte ein Gronauer Bürger. Hesselmann wich aus: Die Route sei bereits jetzt befahrbar.
Hohe Standards erwünscht
Einen konkreten Fertigstellungstermin nannte sie nicht. Da es sich um eine leistungsfähige Route mit hohen Standards (Breite, Vorfahrt, Asphaltqualität) handelt, seien die rechtlichen und baulichen Hürden mit denen im Straßenbau vergleichbar.
Planer Christoph Vogt erläuterte die Herausforderungen: Rund 30 Prozent der Verkehrsteilnehmer – darunter Kinder, Blinde und Menschen mit körperlichen Einschränkungen – hätten besondere Bedürfnisse, die berücksichtigt werden müssten. Vogt erklärte dann die geplanten Umbauten von der Stadtgrenze Köln bis Refrath.
Bis zu 6000 Fahrzeuge täglich
Im ersten Abschnitt der Gierather Straße bis zum Schlodderdicher Weg fahren täglich 6000 Autos. Danach sinkt die Zahl auf 2000. Ab hier soll eine Fahrradstraße entstehen, die Parkplätze bleiben erhalten. Im Rodemich wird es jedoch eng: Wegen der schmalen Straße sollen die Parkplätze wegfallen. Das sorgte für Proteste. „Wo sollen die Autos hin? “, fragten Anwohner. Zudem lebten in der Straße etwa 30 Kinder, die den Rodemich als Schulweg nutzen.
Ein Vorschlag lautete, die Radtrasse auf der ehemaligen Straßenbahntrasse, die Verlängerung des Weges entlang des Rückhaltebeckens zu führen. Doch Klasen winkte ab: „Das ist Naturschutzgebiet, das fällt weg. “ Verwunderung löste die Frage einer Anwohnerin aus: „Wer erstattet uns die Kosten, wenn wir auf unserem Grundstück Parkplätze für unser Auto einrichten? “
Skeptisch beurteilten die Anwohner den Hinweis von Voigt, man könne sein Auto ja im Wendehammer oder auf der Gierather Straße parken. So ein Fußweg sei doch zumutbar. „Waren sie abends schon einem dort? Da gibt es keine Parkplätze mehr!“, sagte ein Teilnehmerin. Im anschließenden Workshop sammelten man die Ideen von denen, die vor Ort leben.

