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FlächennutzungsplanIn Bergisch Gladbach verschwinden weiße Flecken

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Das Kölner Fenster in Nußbaum

Das Kölner Fenster in Nußbaum

Die letzten weißen Flächen im Bergisch Gladbacher Flächennutzungsplan sollen unbebaut bleiben

 Alexander von Humboldt war so ein Entdecker und Weltreisender. Jahrhunderte ist es schon her, als mutige Persönlichkeiten wie er aufbrachen, um die letzten unbekannten, weißen Flächen auf der Erde zu erforschen.

Wenn sie Glück hatten, überlebten sie ihre Reisen in die Finsternis, und die Inseln oder Gebirge wurden nach ihnen benannt. Auch in Bergisch Gladbach gibt es weiße Flächen. Sie liegen im aktuellen Flächennutzungsplan (FNP), der die Leitlinie für die übergeordnete Entwicklung der Kommune ist. Als die Politik die aktuelle Variante im Jahr 2019 nach heftigsten Debatten beschloss, blickte die übergeordnete Bezirksregierung auf mögliche neue Baufelder an den Ortsrändern einiger Siedlungen.

Wohnraum fehlt

Das „Kölner Fenster“ in Nußbaum ist so eine Fläche, die Hebborner Drachenwiese auch, ebenso Bereiche bei Sträßchen Siefen, in Unterbusch und am Neuborner Busch, die alle nach dem Flächennutzungsplan zu Flächen für Wohnungsbau werden sollten. Fehlender Wohnraum in der Stadt hatte für eine Ratsmehrheit um die CDU-Fraktion den Ausschlag gegeben, heftigste Gegner waren die Grünen. Als die in die Prüfung einstieg, kam schnell ein Nein, Belange der Natur waren für die Oberbehörde ausschlaggebend.

Sie kassierte nicht den Flächennutzungsplan in Gänze ein, sondern nur Flächen, die sich mit Vorgaben der Raumordnung nicht vereinbaren ließen. Bei der anschließenden Kommunalwahl im Herbst 2020 straften die Wähler die CDU ab, zum Bürgermeister wurde nicht der CDU-Bewerber Christian Buchen gewählt, sondern SPD-Mann Frank Stein. Mit der Freien Wählergemeinschaft FWG schaffte es eine FNP-kritische Gruppe in den Stadtrat.

Formelles Verfahren

Dass die weißen Flächen jetzt geschlossen werden sollen, hat wiederum mit der Bezirksregierung zu tun. Sie hat die Stadt aufgefordert, nach Jahren des Stillstands aktiv zu werden und über die weißen Flächen zu entscheiden. Dass sich dabei die Vision von neuem Wohnraum vor den Toren der Stadt nicht erfüllt, ist bei den Entscheidern der Politik angekommen.

Im Planungsausschuss berieten die Politiker über den Start des formellen Verfahrens, eine Debatte über das Für und Wider der umstrittenen Wohnflächen blieb aus. Nachfragen der CDU kamen lediglich zu wenigen anderen Flächen, die nicht im direkten Kontext des Wohnungsbaus standen.

Mit Bürgerbeteiligung

Das Votum, um die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger einzuholen, fiel einstimmig aus. Redeschlachten fanden keine statt, der Streit der vergangenen Jahre fand keine Fortsetzung. Im Nachgang meldeten sich lediglich die Gladbacher Grünen zu Wort, die auf die aus ihrer Sicht erfolgreichen Bemühungen gegen den Wohnungsbau auf der grünen Wiese eingingen.

Im Innenbereich müsse stattdessen weiter verdichtet, Baulücken geschlossen werden. In den nächsten Wochen bereitet die Stadt die Offenlage vor. Das heißt: In einem Zeitraum von vier Wochen ab Bekanntgabe können Bürgerinnen und Bürger Zustimmendes oder Kritisches an die Verwaltung schicken. Die Eingaben werden bearbeitet und später zur Beratung der Politik vorgelegt. Im letzten Schritt entscheidet der Stadtrat.

Die weißen Flächen sollen auf diese Weise getilgt werden. Der aktuelle Flächennutzungsplan wäre dann auf halber Strecke seiner Gültigkeit vollendet. 2035 läuft er aus, Vorbereitungen für eine Aktualisierung beziehungsweise Fortschreibung werden in der Verwaltung schon deutlich früher anlaufen.