Acht Monate lang waren Bauzäune und Baumaschinen das bestimmende Bild, seit Anfang Oktober ist die Anlage wieder offen. Nun soll der neugestaltete Deutsche Platz samt angrenzender Parkanlage in Bensberg offiziell an die Öffentlichkeit übergeben werden. Am Freitag, 16. Oktober, um 14 Uhr eröffnet Bürgermeister Marcel Kreutz die Anlage. Eingeladen sind alle Interessierten, besonders Familien mit Kindern.
Damit endet ein Projekt, dessen Vorgeschichte länger ist als die eigentliche Bauzeit. Schon 2016 hatten Bürger im Zuge der Vorarbeiten für das Integrierte Handlungskonzept Bensberg den Deutschen Platz, die Lindenallee und die Flächen dazwischen als verbesserungswürdig bezeichnet. Die damals dicht zugewachsene und wenig einsehbare Anlage wurde sogar als „Angstraum“ wahrgenommen. Nach jahrelangen Planungen begannen Anfang 2026 schließlich die Bauarbeiten.
Unter dem Leitgedanken „Wechselvolle Geschichte trifft auf Gegenwart“ sollte der Park nicht völlig neu erfunden, sondern seine vorhandene Struktur weiterentwickelt werden. Im Mittelpunkt steht die Fläche rund um das Ehrenmal. Sie soll künftig stärker als Stadtplatz und Treffpunkt wahrgenommen werden. Dafür wurde die Grundfläche leicht verändert und von zwei geradlinigen Wegeachsen eingefasst. Helles Betonsteinpflaster und wassergebundene Flächen sollen den Bereich offener wirken lassen.
Mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt
„Ziel war es, den zentral gelegenen Grünraum aufzuwerten, seine Aufenthaltsqualität zu erhöhen und ihn als lebendigen Ort in der Bensberger Innenstadt zu stärken“, sagt Bergisch Gladbachs Stadtsprecher Sascha Keimer. Auch die historischen Bezüge spielten bei der Planung eine Rolle. Die Lindenallee gehörte einst zu einer wichtigen Wegeachse in Richtung Bensberger Schloss. Der Deutsche Platz selbst wurde nach Plänen des Architekten Bernhard Rotterdam gestaltet und 1930 zunächst „Friedensplatz“ genannt, bevor er in der NS-Zeit umbenannt wurde und nach Ende des Zweiten Weltkriegs seinen heutigen Namen erhielt.

Die Gedenkstätte blieb bestehen.
Copyright: Guido Wagner
Besonders augenfällig ist der neue Spielbereich. Er wurde deutlich erweitert, die aufeinander abgestimmten Geräte verteilen sich über mehrere Ebenen und bieten teilweise auch barrierefreie Spielmöglichkeiten. Schon während der Bauarbeiten waren die neuen Spielgeräte zu sehen, die das Thema „Internationales Spielen/Spiele aus aller Welt“ aufgreifen.
Umstritten war im Vorfeld vor allem der Umgang mit dem Baumbestand. 2025 hatten Naturschützer mit mehr als 1500 Unterschriften gegen die geplante Fällung von 20 Bäumen protestiert. Die Stadt hielt dennoch an der Planung fest. Unter anderem wurden ältere Kugelahorne entfernt und durch klimaresistentere Bäume ersetzt, die langfristig mehr Schatten spenden sollen. Auch überalterte und stark zugewachsene Vegetationsflächen wurden zurückgenommen und mit Stauden und Gehölzen neu bepflanzt. Die Allee wurde instand gesetzt, auf der östlichen Rasenfläche stehen neue Landschaftsliegen.
Vorhaben stand zeitweise auf der Kippe
Zeitweise hatte das gesamte Vorhaben wegen stark gestiegener Baukosten sogar auf der Kippe gestanden. Anfang 2023 war die rund 1,3 Millionen Euro teure Aufwertung im Zuge von Sparüberlegungen des Integrierten Handlungskonzepts zur Disposition gestellt worden. Letztlich wurde sie doch umgesetzt. Bereits seit dem 5. Oktober ist der Park wieder zugänglich.
Zur offiziellen Eröffnung am Freitag können Besucher auch mit den Mitarbeitern von StadtGrün über die Anlage ins Gespräch kommen. Direkt im Anschluss folgt ab 14.30 Uhr eine weitere Bürgerbaum-Aktion. Wie bereits 2022 und 2024 verschenkt die Stadt 50 Bäume. Finanziert werden sie aus Mitteln der Baumschutzsatzung. Erhalten können sie Eigentümer von Grundstücken in Bergisch Gladbach, auf denen die Bäume im Geltungsbereich der Satzung gepflanzt werden. Die Ausgabe erfolgt, solange der Vorrat reicht. Gegen 15.30 Uhr soll die Veranstaltung enden. (wg)

