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SchwimmenSchon 32.000 Badegäste im neuen Gladbacher Hallenbad

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Das Foto zeigt Nico van der Lucht im neuen Hallenbad

Nico van der Lucht, Geschäftsführer Bäderbetriebsgesellschaft Bergisch Gladbach, prüft das Schul- und Vereinsbad am Mohnweg in Refrath

Im Hallenbad Mohnweg in Refrath sind seit Eröffnung im August schon 32.000 Badegäste gewesen

Gerade ist mal für ein paar Augenblicke Ruhe im Becken. „Ist eine absolute Ausnahme“, sagt Nico van der Lucht und schaut auf den Anzeiger für die Wassertiefe. 1,80 Meter, das steht in roten Ziffern an der Tafel. Passt. Gleich kommt eine Gruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG ins Bad, diese Tiefe ist für die Schwimmerinnen und Schwimmer ok. Der erste DLRG-ler steht in seiner roten Schwimmmontur schon vor der Türe und wartet auf die 14.30-Uhr-Zeit. Dann beginnt das Training der DLRG im Schul- und Vereinsbad am Mohnweg in Bergisch Gladbach-Refrath.

Das Wasser im Becken schlägt jetzt leichte Wellen. Gluckert gemütlich gegen die Beckenwand und lässt ahnen, welche Freude die Schwimmer in den Becken haben. Die DLRG ist an diesem Tag bis zur Schließzeit um 22 Uhr im Bad. Es geht Schlag auf Schlag im Becken. Acht Monate ist das Schul- und Vereinsbad am Mohnweg jetzt im Betrieb.

Neu ins Amt berufen

Van der Lucht, der im vergangenen Jahr neu berufene Geschäftsführer der städtischen Bäderbetriebsgesellschaft, schaut sehr zufrieden auf die neu gestaltete Wasserlandschaft, Nachfolger eines zu kleinen und auch noch störanfälligen Beckens. Das Bauunternehmen Pelikaan habe ein Bad errichtet, das die städtischen Ansprüche und Anforderungen in allerhöchster Qualität erfülle.

Je länger der Bäderbetrieb laufe, um so mehr zeige sich dies. Das Gladbacher Vorzeige-Hallenbad hatte dafür seinen Preis: 11,7 Millionen Euro investierte die Stadt in die nach modernsten Anforderungen gestaltete Sportanlage. Es war auch das Ende einer komplexen Debatte über Schwimmflächen in der Kreisstadt.

Mit dem Verkauf des beliebten Wellenbads in Bensberg und der Umwandlung zum Thermalbad ab Ende der 1990er-Jahre konnte die Stadt den Hunger der Sportvereine nach Wasserflächen nie stillen. Sehr zum Frust der heimischen Schwimmer, die über Jahre Sturm liefen um ein neues, ein zentrales Sport- und Wettkampfbad zu bekommen. Das neue Bad, sagt van der Lucht, sei die von den Vereinen lange erhoffte Sportstätte.

Mit einer Holzkonstruktion

„Natürlich würden sich manche Vereine noch mehr Schwimmzeiten wünschen“, fügt er hinzu. Denn Gladbach ist nicht nur eine Fußball,- Badminton- oder Leichtathletikstadt, sondern auch eine Schwimmstadt, die mit dem Schwimmverein Bergisch Gladbach SVBG sogar über einen Verein verfügt, der ausschließlich den Schwimmsport pflegt. Von der Zufahrt am Mohnweg aus ist die Holzkonstruktion des Gebäudes gut zu sehen.

Fast kann man an eine finnische Saunalandschaft denken, an das typische helle Fichtenholz. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, weshalb es aus ökologischer Sicht bestens für das Badprojekt passte. „Ja, alles sieht noch aus wie neu“, bestätigt van der Lucht, das liege aber auch am Verhalten der Nutzer. Er beugt sich über den Beckenrand, prüft die Temperatur des Wassers. Knapp 30 Grad sind es. „Für manche ist das zu warm.“

Tauglich für Wettkämpfe

Aber die Kinder und Jugendlichen, die von den Schulen aus zum Mohnwegbad kämen, freuten sich. Auch Kurse zur Schwimmerlernung der Kleinsten gebe es. Da dürfe es gerne ein paar Grad wärmer sein. Vier Bahnen, 25 Meter Länge. Auch Wettkämpfe dürfen bei diesen Maßen im Mohnwegbad ausgetragen werden.

„Jetzt sind wir mit Schwimmzeiten für die Vereine ganz gut unterwegs“ findet der Bäderchef, auch im Vergleich zu anderen Kommunen in NRW. Werktags gibt es tatsächlich ein Kommen und Gehen. Von 8 bis 14 Uhr nutzen neben den Refrather Grundschulen auch die Otto-Hahn-Schulen (Gymnasium und Realschule), die Freie Waldorfschule und die Verbundschule das Becken. Vier große Umkleidekabinen gibt es, da geht es zu den Schulzeiten abwechselnd rein und raus.

Anschließend bis gegen 22 Uhr trainieren vier Sportvereine, der TV Refrath oder der Schwimmverein Bergisch Gladbach. „Wir haben keine freien Zeiten“, berichtet van der Lucht. Samstags ergänzt die Bädergesellschaft mit Kursen der Schwimmerlernung. Nur am Sonntag ist das Bad zu. Wer in Deutschland glaubt, dass etwas statistisch nicht erfasst ist, irrt. So sind im vergangenen Jahr seit der Inbetriebnahme Mitte August bis Ende Dezember rund 15.000 Badegäste im Mohnwegbad gewesen.

Viele Besucher

In den ersten fünf Monaten diesen Jahres 17.000. 32.000 gesamt. Für den Geschäftsführer ist das eine Erfolgsgeschichte. „Es kann hier ganz schön viel Aktion im Becken geben“, meint er. Auch daran hätten die Badplaner gedacht. Die hölzerne Deckenkonstruktion fange diese Geräusche ab. Gedacht haben die Planer auch an die Sonne. Nachmittags scheint sie auf das Wasser, ohne Sonnenschutz könnte es schnell sehr heiß werden.

Aber automatisch fährt die Technik breite Vorhänge runter. Die Luft-Wärme-Pumpe, energetisch auf dem neuesten Stand, regelt den Betrieb, in der Unterwelt des Bades verlaufen Hunderte Meter von Rohren. Große Rohre, kleine, Prüfbehälter, das technische Herz der Anlage erstreckt sich über drei Ebenen.

Im Untergrund klopft van der Lucht auf eine unscheinbare Edelstahlklappe. Dahinter schwappt schon das Wasser, näher am Becken zu sein geht kaum. Im Mohnwegbad wird auch vollständig auf fossile Energieträger verzichtet, das verbrauchte Wasser wird intelligent zurückgewonnen und in den Kreislauf eingespeist. Und auf den Dächern gibt es eine große Anlage für Photovoltaik.

Standard übererfüllt

Experten schauen auch darauf: Mit dem Standard „GEG 40“ übererfüllt das Bad alle nachhaltigen Anforderungen. Das ist für eine städtische Einrichtung keine Selbstverständlichkeit. Ein Meter und 80 Zentimeter. Das ist die tiefste Tiefe im Becken. Eine Bahn, die einzige in einer Edelstahlkonstruktion, ist fest auf dieses Maß eingestellt. Die anderen drei sind über einen Hubboden verstellbar. Der Badhausmeister, erklärt van der Lucht beim Rundgang, sei von seiner Loge aus zur Stelle, um die Tiefen passend zu verstellen.

Das könnten theoretisch auch 25 Zentimeter sein. Im Becken herrscht spätestens jetzt ein buntes Gewimmel, auf allen vier Bahnen wird geschwommen und getaucht. Das Bad am Mohnweg ist in Bewegung, wie nahezu täglich.