Rhein-Bergs neue Krisenhotline von Kreis und Kommunen erhält den Landespreis für interkommunale Kooperation.
AusgezeichnetEine Nummer für den Ernstfall in Rhein-Berg

Aus der Starkregenflut vom Juli 2021 gelernt (hier Schäden in Bergisch Gladbach-Hebborn): Ein bergisches Projekt sorgt für Furore.
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Die Erfahrungen aus der Flutkatastrophe 2021 und anderen Krisenlagen haben gezeigt, wie wichtig schnelle, verlässliche Informationen für die Bevölkerung sind. Für ein Projekt, das genau dies künftig verbessern soll, sind der Rheinisch-Bergische Kreis und seine acht kreisangehörigen Kommunen nun mit dem Landespreis für innovative interkommunale Zusammenarbeit ausgezeichnet worden.

Ausgezeichnete Kooperation: (v.l.) Gladbachs Feuerwehrchef Jörg Köhler, Thomas Hunsteger-Petermann (Landesbeauftragter für interkommunale/regionale Zusammenarbeit), Kreisdirektor Markus Fischer, Beigeordneter Thore Eggert, Thomas Kull (NRW-Bank), Cassandra Staehler (Leiterin Stabsstelle Krisenmanagement Kreis), Staatssekretär Daniel Sieveke
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Den Preis erhielten die Kommunen in der Kategorie „Krisenbewältigung“ für den Aufbau einer gemeinsamen Krisenhotline, die bei Krisenlagen – dann mit einer konkreten Rufnummer – aktiviert werden kann. Das Projekt wird vom Rheinisch-Bergischen Kreis und der Stadt Bergisch Gladbach koordiniert und soll künftig allen Städten und Gemeinden im Kreisgebiet zur Verfügung stehen. Verliehen wurde die Auszeichnung von „Interkommunales NRW“, einem Zusammenschluss von Landkreistag, Städtetag sowie Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
In Krisensituationen Infos schnell, zuverlässig und aus einer Hand erhalten
Die Idee dahinter: In Krisensituationen soll die Bevölkerung Informationen schnell, zuverlässig und aus einer Hand erhalten. Statt dass jede Kommune eigene Strukturen vorhält, werden Personal, Technik und Fachwissen gebündelt. Die Hotline soll Bürgerinnen und Bürgern als zentrale Anlaufstelle dienen, aktuelle Informationen zur Lage bereitstellen und bei Bedarf weitere Hilfen vermitteln. „Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass die kommunale Familie zusammenhält“, betont Landrat Arne von Boetticher. Die gemeinsame Krisenhotline sei ein Beispiel dafür, wie sich die Kommunen gegenseitig unterstützen und die Zusammenarbeit über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg stärken könnten.
Wie wichtig funktionierende Krisenkommunikation ist, habe insbesondere das Hochwasser im Sommer 2021 gezeigt, erinnert Bergisch Gladbachs Beigeordneter Thore Eggert. Damals sei das Informationsbedürfnis der Menschen enorm gewesen. Umso wichtiger sei es, Informationen schnell bündeln und Fragen unmittelbar beantworten zu können.
Vertreter von Kreis und Kommunen erhielten Auszeichnung im Heimatministerium
Die Auszeichnung nahmen Kreisdirektor Markus Fischer, Bergisch Gladbachs Beigeordneter Thore Eggert sowie die Projektverantwortlichen Cassandra Staehler, Leiterin der Stabsstelle Krisenmanagement und Zivile Verteidigung des Kreises, und Jörg Köhler, Leiter des Fachbereichs Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Bergisch Gladbach, bei einer Feierstunde im nordrhein-westfälischen Heimatministerium entgegen.
Das Preisgeld soll vollständig in das Projekt fließen und dazu beitragen, die Einrichtungs- und Entwicklungskosten für die beteiligten Kommunen zu senken. Nach Angaben des Kreises befindet sich die Krisenhotline derzeit in der Pilotphase. Der offizielle Start ist für den Sommer vorgesehen. Regelmäßige Schulungen, Übungen und Evaluationen sollen anschließend sicherstellen, dass die Hotline im Ernstfall zuverlässig funktioniert.
Unter den insgesamt 63 eingereichten Projekten aus Nordrhein-Westfalen gehörte die Initiative aus Rhein-Berg zu den Preisträgern. Mit dem Landespreis werden besonders innovative und nachahmenswerte Formen der Zusammenarbeit zwischen Kommunen gewürdigt.
