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Heizöl teurerBrennholz im Rheinisch-Bergischen gefragt

Weil Heizöl deutlich teurer geworden ist, greifen im Kreis mehr Menschen zu Brennholz – doch selbst fällen können nur noch wenige.

Schutzkleidung ist im Wald Pflicht.

„Wir haben viel mehr Anfragen bekommen“, berichtet Conradin von Detten, Geschäftsführer des Holzkontors Rhein-Berg-Siegerland, „viele Kunden wollten schon nachordern.“ Das Holzkontor vermarktet im Auftrag privater Waldeigentümer Holz, insgesamt handelt es sich um rund 55.000 Hektar. Große Waldstücke liegen zum Beispiel in Lindlar. Die Nachfrage sei konstant hoch, sagt von Detten, sodass das Unternehmen mit einer Warteliste jonglieren müsse. Der Großteil seiner Kunden sind Händler, die gleich größere Mengen abnehmen.

Holz wird beliebter

Dass Menschen wieder stärker auf Holz als Heizmaterial setzen, ist kein bergisches Phänomen. Bundesweit hat das Ofenholz in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Seit 2022 sind in Deutschland mehr als eine Million zusätzliche Holzöfen in Betrieb genommen worden. Gestiegene Preise für Öl und Gas haben das Interesse an alternativen Wärmequellen verstärkt. Vor acht Wochen kostete leichtes Heizöl laut Statistischem Bundesamt 74,9 Prozent mehr als im September 2025.

Preise für Brennholz ziehen nur moderat an

Brennholz, Pellets und andere feste Brennstoffe wurden zugleich um 15,6 Prozent teurer. Das bayerische Technologie- und Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) erhebt seit über 25 Jahren durchschnittliche Brennholzpreise. Im Juli 2026 kostete ein Raummeter Buchenscheite mit einer Länge von 33 Zentimetern rund 145 Euro, einschließlich Mehrwertsteuer und Lieferung im Umkreis von zehn Kilometern. Das waren gerade 0,8 Prozent mehr als im Juli 2025. Moritz Volkmann vom Regionalforstamt Bergisches Land berichtet, dass die Preise zwar anziehen, aber noch sei das Niveau weit von dem entfernt, was Holz zu Beginn des Ukrainekriegs gekostet habe. Insgesamt sei der Brennholzhandel im Bergischen geprägt von kleinen Händlern, die ihr Dorf oder die Nachbarschaft versorgen, aber kein großes Geschäft machen. „Das ist oft ein Nebenerwerb“, sagt Volkmann.

Das Geschäft hat sich verändert

Conradin von Detten, Holzkontor.

Fertiges Kaminholz kann man beim Holzkontor nicht ordern, Privatkundengeschäft gibt es nur in Form der sogenannten Selbstwerbung, bei der bestimmte, durch die Förster markierte Bäume von Privatpersonen selbst gefällt werden. Teilweise sind die Bäume auch schon am Waldweg platziert, der Kunde muss dann nur noch selbst zerkleinern.

Selbstwerbung wird seltener

Moritz Volkmann erzählt, dass die Selbstwerbung früher viel verbreiteter war. „Das gibt es immer weniger, auch weil die Auflagen – zu Recht – immer höher werden.“ Neben Schulungen und Zertifikaten muss der Hobby-Holzfäller auch teure Schutzausrüstung besitzen, also zeitlich und finanziell investieren, wozu immer weniger Leute bereit seien, so Volkmann. Einen Vorteil gebe es allerdings: Selbst gefälltes Holz mache dreimal warm – beim Fällen, beim Tragen und beim Verbrennen.

Zwei Tipps für Verbraucher

Zwei Tipps für Verbraucher hat er noch. „Aufpassen, wenn Holz nach Gewicht verkauft wird.“ Wer nach Kilogramm berechnet, kalkuliert meist, dass frisches Holz einen höheren Wasseranteil hat, deswegen schwerer ist. Nicht durchgetrocknetes Holz brennt allerdings schlechter. Außerdem rät er zu Eiche oder Buche. „Da ist der Brennwert viel höher, als etwa bei Nadelholz.“ Wer im Winter mit Holz heizen möchte, sollte zudem schnell sein, denn die Preise richteten sich nach der Wetterlage.