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Ein Jahr GrootensOberbergischer Kreis zieht Bilanz

Nach einem Jahr im Amt zieht der Oberbergische Kreis Bilanz für Landrat Klaus Grootens und den Kreistag – und verweist auf finanzielle Herausforderungen.

Gummersbach
Stadtumbaugebiet Innenstadt

Das Kreishaus in Gummersbach.

Seit dem 1. November 2025 haben Landrat Klaus Grootens und der neu gewählte Kreistag zahlreiche Entscheidungen getroffen und Projekte vorangebracht. Das vermeldet der Kreis. Kreis und Kommunen stehen demnach vor „erheblichen Herausforderungen“, vor allem bei der Wirtschaft und den Finanzen. Über viele dieser Themen hat diese Zeitung regelmäßig berichtet.

Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz

Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz bleiben für den Kreis zentrale Aufgaben des Kreises. Der Kreistag verabschiedete einstimmig eine Resolution zum Streit um die Rettungsdienstgebühren und beschloss in einer Sondersitzung eine neue Gebührensatzung.

Keine Gebührenbescheide

Laut Kreis werden dank einer Einigung mit den Krankenkassen weiterhin keine Gebührenbescheide direkt an Patientinnen und Patienten verschickt. Außerdem wurde der Ankauf eines Grundstücks in Engelskirchen für eine Rettungswache beschlossen. Im Sommer unterstützten die Einsatzkräfte bei hohen Temperaturen und erhöhter Waldbrandgefahr auch über die Kreisgrenzen hinaus. Seit diesem Jahr stehen den Feuerwehren neue Fahrzeuge zur Verfügung, darunter ein Waldbrand-Tanklöschfahrzeug.

Medizinische Versorgung und Wirtschaftsförderung

Die medizinische Versorgung im ländlichen Raum bleibt eine wichtige Aufgabe. Das hausärztliche Medizinische Versorgungszentrum in Waldbröl ging im Oktober an den Start. Das Medizinstipendienprogramm ist angelaufen, das Förderbudget bereits ausgeschöpft. Der Kreistag beschloss zudem die Auftragsvergabe für ein drittes Erweiterungsgebäude der Akademie Gesundheitswirtschaft und Senioren (AGewiS). Die Wirtschaftsförderung berät Unternehmen unter anderem zu Qualifizierung und Existenzgründung. Die Ausbildungs- und Studienmesse OBKarriere verzeichnete einen Besucherrekord, im Kreis wird in rund 150 Berufsbildern ausgebildet.

Bildung: Neues Zentrum und dritte Förderschule

Im Bereich Bildung beschloss der Kreistag die Gründung eines Regionalen Bildungszentrums der Berufskollegs (RBZB), als erster Kreis im Regierungsbezirk Köln. Da die Kapazitätsgrenze an den Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ überschritten ist, sollen Mittel aus dem NRW-Plan für eine dritte Förderschule in Bergneustadt eingesetzt werden. Die neue Sporthalle des Kaufmännischen Berufskollegs Oberberg in Waldbröl wurde eröffnet.

Digitalisierung: Neue Internetseite des Kreises

Seit September ist die überarbeitete Internetseite www.obk.de online, die den Zugang zu Informationen erleichtern soll. „Die Digitalisierung ist längst Teil unseres Alltags“, wird der Landrat zitiert.

Mobilität: Schnellbus und Belastungen für Pendler

Bei der Mobilität beschloss der Kreistag Maßnahmen zum Nahverkehr. Der Schnellbus SB 56 soll künftig bis Bielstein fahren, das On-Demand-Angebot „Monti“ wird fortgeführt.

Pendler sind durch die Einschränkungen bei der RB 25 und die Bauarbeiten an der Wiehltalbrücke belastet. Zuständig dafür sei die Autobahn GmbH, betont der Kreis, der sich gemeinsam mit der Stadt Wiehl für tragfähige Lösungen einsetze.

Angespannte Finanzlage und schwierige Entscheidungen

Die Finanzlage ist „angespannt“. Steigende Ausgaben und begrenzte Spielräume belasten den Kreis und die Kommunen. Bei den Haushaltsberatungen für 2027 und 2028 stünden „schwierige Entscheidungen“ an, heißt es Der Kreis zieht eine Bilanz wichtiger Beschlüsse und angestoßener Vorhaben, verweist aber auf anspruchsvolle Aufgaben. (ar)